
Unser großer Bericht über das diesjährige Schützenfest. Einige Ereignisse werden den Beteiligten in Erinnerung bleiben.
Zunächst gab es im Programm am Mittwoch eine Neuerung: Das bisherige Königspaar trug sich auf Einladung von Bürgermeister Christoph Schultz in das goldene Buch im Rathaus ein. Das soll auch zukünftig so gemacht werden. Die Schützen sammelten sich am Rathaus und zogen von dort zum Schützenplatz, wo Bürgermeister Schultz mit einem Fassanstich das Fest eröffnete. Auf dem Gerberplatz standen wieder bekannte Fahrgeschäfte wie Autoscooter, Kinderkarussell, Kettenkarussell und weitere Buden.
Als neuen Impuls gab es eine „kulinarische Meile“ – bestehend aus zwei Foodtrucks und Biertischgarnituren im Freien. Hier waren oft alle Plätze besetzt, mit einer frittierten Pizza gab es auch tatsächlich eine Abwechslung bei dem Essensangebot. Natürlich gab es auch wieder die Klassiker Pommes, Currywurst und Backfisch, ebenso einen Wagen voller Süßigkeiten. Auch mit den Schießwettbewerben ging es am Mittwoch los: Johannes Nicolay sicherte sich den „Oberst Friedrich Jüntgen Gedächtnispreis“ in diesem Jahr – passend zum 75-jährigen Jubiläum der Jungschützen.
Beim „König der Vereine“ wollte der Vogel jedoch einfach nicht fallen, sodass das Schießen gegen 22 Uhr abgebrochen wurde. Nach der Fronleichnams-Prozession am Donnerstag wurde das Schießen fortgeführt, Johanna Classe von der Düssel-Garde holte den Rumpf des Vogels schließlich mit einem gezielten Schuss herunter. Tillmann Keens sicherte sich den Jubiläumsvogel „100 Jahre Reitercorps“. Beim Promi- und Sponsoren-Schießen gewann Mathias Keens. Grenadier-König wurde Marcos Martenka.
Statt der „Rocknacht“ am Donnerstagabend gab es diesmal eine 80er-Jahre-Party mit DJ Classe und DJ Daims. Nach unserem Eindruck war das Zelt nicht leerer als in den vergangenen Jahren, aber auch nicht voller. Klassiker wie „Major Tom“, Songs von Madonna oder Michael Jackson sorgten für eine gute Stimmung. Für manch einen schien es noch ungewohnt, dass statt einer Live-Band nun DJs Hits mit viel Bass spielten und Songs nicht ausgespielt wurden, sondern direkt in einen anderen Hit übergingen, wie es in Clubs und Discos gemacht wird.
Am Freitag stand bei den Schützen das traditionelle Wecken der Kameraden auf dem Programm, ehe es zum gemeinsamen Frühstück ins Festzelt ging. Während dem Schießen um die Prinzen- und Königswürde am Nachmittag gab es Regenschauer, wodurch das Schießen unterbrochen wurde. Die Jungschützen zeigten sich von dem Wetter unbeeindruckt und schossen weiter.
Prinz und König
Somit sicherte sich zunächst Kilian Memmesheimer den Prinzentitel für das kommende Schützenjahr. Bereits 2024/2025 war er Begleitung von Jungschützenprinz Cassandra Rothe bei den Unterbacher Hubertus-Schützen, im Karnevalsausschuß Unterbach ist er Kadett. Politisch ist er ebenfalls aktiv: Seit letzten Oktober Vorsitzender der Jungen Union Erkrath, seit vergangenen November Mitgliedsbeauftragter der Jungen Union im Kreis Mettmann und jüngst wurde er zum Beisitzer der CDU Erkrath gewählt. Ihm zur Seite steht seine Freundin und Prinzessin Sophie Vaßen.


Nachdem die Platte für den Königsschuss gelockert wurde, sickerte ziemlich schnell durch: Jemand aus dem Reiter-Corps soll es werden, da diese in diesem Jahr 100 Jahre seit Gründung feiern. Horst-Ulrich Osmann schoss in der ersten Runde zunächst nicht den Vogel ab, die meisten aufgerufenen Kameraden aus anderen Kompanien traten gar nicht erst an. In der zweiten Runde konnte Osmann die Platte dann herunterschießen und kürte sich damit zum König. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums hatte Osmann auf einer Stellwand zuvor zusammengestellt, welche Mitglieder aus den Reiter-Corps die Königswürde innehatten – zukünftig wird er Teil davon sein.

Seit 1998 ist er Mitglied in der Bruderschaft, seine Tochter Sarah Osmann war 1997 Prinzessin bei den Jungschützen. Horst-Ulrich Osmann ist „Rittmeister“ im Reiter-Corps und dürfte einigen als Historiker und Heimatforscher bekannt sein, so betreut er die Archive der Bruderschaft und der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer in Alt-Erkrath. Für sein Engagement hat ihm der Landschaftsverband Rheinland im vergangenen Jahr den sogenannten „Rheinlandtaler“ verliehen. In dem Bericht dazu haben wir Osmann ausführlich vorgestellt.
Zum großen Umzug durch Alt-Erkrath hatten sich nicht nur Schützenvereine aus Unterbach und Mettmann eingefunden, auch die Karnevalsvereine Düssel-Garde und Große Erkrather Karnevalsgesellschaft liefen mit ihren Tanzgarden mit. Der Hinweg zum katholischen Pfarrhaus führte diesmal über die Neanderstraße, Kreuzstraße, Schubertstraße und Kirchstraße – „wie früher“, hieß es aus den Reihen der Schützen. Zurück zum Festplatz ging es durch die Bahnstraße, Bismarckstraße und Neanderstraße. In diesem Jahr sicherte auch die Polizei sowie die Feuerwehr den Umzugsweg.
Krönungsball
Auf dem Krönungsball am Samstag waren befreundete Vereine zugegen, darunter die Schützen aus Mettmann und Unterbach. Die Schützen aus Hubbelrath hatten eine Vertretung geschickt, da sich das Königspaar im Urlaub befand. Der Erkrather Karneval war mit der Düssel-Garde, den Letzten Hängern und der Großen Erkrather KG zahlreich vertreten. Aus der Politik waren lediglich Mitglieder der CDU gekommen. Bürgermeister Schultz war privat verhindert, daher war seine Stellvertreterin Annette Kirchhoff zugegen.
Highlight war die Krönung, bei der der neue 1. Brudermeister Lutz Peis zunächst dem vorherigen Königspaar Jürgen Ziegner für deren Engagement und Besuche bei den Karnevalsvereinen dankte. „Das Titularfest war unvergessen“, so Peis. Ebenso dankte er Jungschützen-Prinz Titzian Angerbach und dem Pagenprinz Louis Wefers, der sich gegen andere Pagenprinzen durchsetzen konnte und somit auch Bezirkspagenprinz war.
Neuer Pagenprinz ist der Schüler Paul Müller, mit 250 Schuss auf den Rumpf wurde der Pagenprinz diesmal ausgeschossen. Bei den Jungschützen hatten vier Jugendliche um die Würde gekämpft. „Es war ein spannendes Schießen“, urteilte Peis. Kilian Memmesheimer hat es selbst nicht geglaubt, als er den Vogel traf. Er hat extra eine zuvor geplante Reise nach Berlin abgesagt. „Wir können schauen, was du als ehemalige Begleitung in Unterbach gelernt hast“, witzelte Peis. Horst-Ulrich Osmann stellte Peis als „wandelndes Lexikon“ vor: „Keiner weiß mehr über Erkrath.“ Einen König mit fünf Enkelkindern hätte es in Erkrath auch noch nicht so häufig gegeben. Vor dem Schützenfest sei sich Osmann noch unsicher gewesen, ob er den „goldenen Schuss“ wagen sollte.


Nachdem die Kürung vollzogen war, ergriff Ex-König Jürgen Ziegner mit heiserer Stimme das Wort. Er dankte seinen Adjutanten Bernd Heuwind, Markus Steinacker sowie deren Frauen Matilde und Silke. Zudem dankte er für die Unterstützung des Benefiztages. „Wir haben noch Cent-Stücke gefunden, das dauert noch mit dem Zählen“, ließ er die Gäste wissen. Ziegner dankte auch allen drei Karnevalsvereinen, bei denen er gerne zu Gast war, und wünschte dem neuen Schützen-Vorstand ein gutes Händchen bei den Entscheidungen. Und den neuen Regenten „viel Spaß, wie wir es gehabt haben“. Dafür gab es Standing Ovations.
Zur Eröffnung der Tanzfläche hatte sich das Königspaar einen langsamen Walzer gewünscht. Anschließend lud „Love Is In The Air“ auch die übrigen Gäste des Krönungsballs zum Tanz ein. Die Musik kam von Sventertainment. Bevor es zur Überreichung von Glückwünschen und Gastgeschenken kam, überbrachte Annette Kirchhoff im Namen des Bürgermeisters Glückwünsche und jeweils eine Rose an Königspaar, Prinzenpaar und Pagenprinz.
Circus Traber zu Besuch
Am späten Abend überraschte der Circus Traber mit einer kleinen Abordnung die Besucher des Krönungsballs. Anthony Traber junior balancierte Stühle, eine Bierbank und einen Tisch auf seiner Nasenspitze. Ex-Königin Petra Ziegner prüfte extra, ob dort keine Verstärkung auf der Nase saß. Bis zu 40 kg balancierte Traber junior auf der Nasenspitze, vom Publikum gab es viel Applaus.


Clown Spaghetti wiederum forderte zunächst Applaus ein, ehe er drei Besucher als Assistenten für seine Nummer auswählte. Während einer als Kleiderständer seine Jacke halten musste, sollten zwei weitere Gäste ein Seil stramm halten, damit Spaghetti darauf balancieren könne. Das gelang natürlich nicht – obwohl der Clown von dem assistierenden Grenadier André Liegestützen einforderte. So wurde alternativ Seil gesprungen – sogar mit verbundenen Augen.
Eine gelungene Abwechslung, bei denen am Ende freiwillige Spenden für den kostenlosen Auftritt gesammelt und natürlich dazu aufgerufen wurde, den Circus Traber zu besuchen. Er gastiert Ende Juni in Düsseldorf-Heerdt und Anfang Juli in Düsseldorf-Eller, zudem kommt der Circus auch seit Jahren nach Hochdahl, in den letzten Jahren im September und Oktober. Aktuelle Termine gibt es unter circus-traber.com.
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