
Genau vor einer Woche wurden in Erkrath zwei Plauderbänke, die von den Initiatorinnen Nicole Förster, Diakonin der evangelischen Kirchengemeinde Erkrath und Gabriela Wolpers, Leiterin der Caritas-Begegnungsstätte, Gerberstraße in Alt-Erkrath ins Leben gerufen wurden, eingeweiht.
Die Bänke haben eine sinnvolle Botschaft: Platz nehmen und ins Gespräch kommen, denn viel zu viele Menschen leiden zunehmend unter Einsamkeit. Was beobachtbar seit Jahrzehnten üblich scheint, nämlich im öffentlichen Personennahverkehr grundsätzlich zum Platznehmen – sofern vorhanden – eine freie Sitzreihe auszuwählen, soll hier ins Gegenteil verkehrt werden. Pluralismus statt Individualismus als Rezept gegen Vereinsamung. Platznehmen, wenn hier schon jemand sitzt, ist ausdrücklich erwünscht. Die Plauderbänke sollen ein niederschwelliges Angebot darstellen miteinander ins Gespräch zu kommen, erklären die beiden Initiatorinnen Gabriele Wolpers und Nicole Förster.
Der Einweihung ging ein stimmungsvoller Gottesdienst voran, den Pfarrerin Anja Buchmüller-Brand mit den beiden Initiatorinnen vorbereitet hatte. „Wenn es damals schon Plauderbänke gegeben hätte – Jesus hätte sie ganz sicher genutzt. Denn er war den Menschen nah, hat zugehört und das Gespräch gesucht“, würdigte die Pfarrerin den Gedanken, der hinter den Bänken steht. In einem Dialog mit Gabriela Wolpers und Nicole Förster band sie die Entstehungsgeschichte der beiden Bänke ein. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst durch Birgit Riepe mit dem Saxophon und Tanja Kisilev am Klavier. Rund 100 Menschen hatten sich zu diesem Gottesdienst versammelt, weitere 15 Menschen warteten anschließend schon draußen an der Bank auf die Einweihung.

Und wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. (Matthäus 18,20)
Zur Einweihung hielten die beiden Initiatorinnen Gabriela Wolpers und Nicole Förster kurze Ansprachen. Grußworte voller Wertschätzung gab es dann von Rainer Kaspers (Superintendent), Petra Kivel-Naeve (Presbyterin), Ralph Baumgarten (Vorstand Caritas Mettmann e.V.) und Bürgermeister Christoph Schultz. Möglich wurde das Projekt Plauderbänke erst durch die finanzielle Unterstützung vom Presbyterium der Ev. Kirchengemeinde Erkrath, Vorstand des Caritasverbandes Mettmann e.V., Bestattungshaus Vogelskamp, Rewe Stockhausen und Helmar Schwalbe. Tatkräftige Unterstützung gab es von den Mitarbeitenden des städtischen Bauhofs, die die Plauderbänke aufstellten.


Es sei ein gutes Zeichen dafür, dass Menschen einmal zwanglos in Kontakt kämen und die Bank nicht nur zum Ausruhen, sondern auch zum Plaudern nutzen, befanden dann auch einige Teilnehmer. Als gutes Zeichen konnte man am vergangenen Sonntag wohl auch den strahlenden Sonnenschein mit frühlingshaften Temperaturen werten. Nachdem die erste Plauderbank direkt gegenüber der evangelischen Kirche eingeweiht war, spazierten alle gemeinsam, von Birgit Riepes Saxophonklängen begleitet, zur Caritas Begegnungsstätte Gerberstraße, wo die zweite Bank auf ihre Einweihung wartete.
Gut gelaunt ließen Nicole Förster und Gabriela Wolpers den Vormittag später bei einem Gläschen Sekt und vorbereiteten Häppchen mit Sponsoren und Gästen ausklingen, während die Plauderbänke erste gesprächsbereite Menschen einluden. „Die provisorischen Sponsorenschilder wurden Anfang der Woche vom städtischen Bauhof durch die richtigen Schilder ersetzt“, verriet Nicole Förster kurz vor Veröffentlichung dieses Artikels.
Bürgermeister Christoph Schultz hatte in seinen Grußworten die Hoffnung ausgedrückt, dass die Bänke nun auch reichlich genutzt werden. Es sei wichtig, dass die Menschen miteinander sprechen und sich austauschen. In dieser Woche hatte sich der Frühling dann aber erst einmal wieder verabschiedet, sodass die Temperaturen wenig einladend waren, um Platz zu nehmen. Lange wird er (der Frühling) aber nicht mehr auf sich warten lassen und dann heißt es an den beiden Standorten: „Einfach mal Platz nehmen und ins Gespräch kommen.“

Hinterlasse jetzt einen Kommentar