
Viele Menschen sind von Einsamkeit betroffen. Nicht nur, aber besonders Senioren fühlen sich häufig einsam. Ein gemeinsames Projekt der Ev. Kirchengemeinde Erkrath und der Caritas Begegnungstätte Gerberstraße soll das ändern: Die Plauderbank.
Gemeinsam statt einsam. Ein Slogan, der viele Projekte gegen die Vereinsamung in der Gesellschaft überschreibt. Längst ist die zunehmende Vereinsamung ein gesamtgesellschaftliches Thema, das in Kirchen, Seniorenwohnheimen oder Begegnungsstätten von Mitarbeitenden nicht mehr übersehen werden kann. Darüber kamen auch Diakonin Nicole Förster und Gabriela Wolpers, Leiterin der Caritas Begegnungsstätte, beim Runden Tisch für Senioren und Seniorinnen ins Gespräch. Dieser wird von der städtischen Wohn- und Pflegeberatung regelmäßig als Vernetzungstreffen für Institutionen, die Angebote für Senioren machen, veranstaltet. Die beiden beschlossen den Vernetzungsgedanken ernst zu nehmen. Da viele Menschen Veranstaltungen beider Einrichtungen besuchen, lag der Gedanke nahe auch einmal ein gemeinsames Projekt ins Leben zu rufen.
Einsamkeit war ein Thema, dem beide immer wieder begegnen und sie überlegten, wie sie einen Ort im öffentlichen Raum schaffen könnten, der zu Begnungen und Gesprächen einlädt. „Einsamkeit betrifft viele alte, aber auch junge Menschen. Oft fehlt einfach nur der erste Schritt, um ins Gespräch zu kommen“, beschreibt Nicole Förster die Überlegungen, die zum Projekt Plauderbank führten.
Von der Idee bis zur Umsetzung
Mit dem gemeinsamen Projekt setzen die Caritas Begegnungsstätte Gerberstraße und die Evangelische Kirchengemeinde Erkrath ein Zeichen gegen soziale Isolation und für mehr Gemeinschaft. Ganz neu ist die Idee der Plauderbank nicht. Bereits 2018 gab es die erste „Chat bench“ in England. Die Idee breitet sich seitdem weltweit aus und bald gibt es die Plauderbank auch in Erkrath. Genaugenommen zwei, denn eine steht künftig zwischen der Begegnungsstätte Gerberstraße und dem Bouleplatz im Bavierpark und eine weitere gegenüber der Evangelischen Kirche, vor dem Gebäude der Diakonie in unmittelbarer Nähe zum Haus Bavier und Haus Bodelschwing.
Von der Idee bis zur Umsetzung ist ein ganzes Jahr vergangen. Zuerst einmal haben sich Gabriela Wolpers und Nicole Förster ans Citymanagement der Stadt Erkrath gewandt, denn so einfach aufstellen kann man eine solche Bank natürlich nicht. Es bedarf einer Genehmigung durch die Stadt. Dafür gab es Standortbegehungen und Abstimmungen. Natürlich brauchte das Projekt auch ein Budget für die Umsetzung und schließlich mussten die Bänke auch noch bestellt werden. Möglich wurde die Umsetzung des Projekts mit viel Unterstützung. Eine größere Spende gab es von der Evangelischen Kirche Erkrath aus dem Gemeindegeld für die diakonische Arbeit vor Ort. Als Sponsoren haben sich der Caritasverband im Kreis Mettmann, das Bestattungshaus Vogelskamp, REWE Stockhausen und Helmar Schwalbe eingebracht. Zu guter Letzt hat sich dann der Bauhof der Stadt Erkrath auch noch bereit erklärt, die Bänke aufzustellen. Dorthin wurden sie auch geliefert.
Erwartungen an die Plauderbänke
Wie der Name es schon ausdrückt: Die Bänke sind nicht einfach weitere Sitzmöbel in der Stadt, wer hier Platz nimmt, signalisiert, dass er gesprächsbereit ist. Hier soll geplaudert werden. Gabriela Wolpers und Nicole Förster überlassen die Bänke nach der Einweihung am 22. März 2026 aber nicht einfach ihrem Schicksal. Damit sie sich etablieren und als „Gesprächsangebot“ wahrgenommen werden, sobald dort jemand Platz genommen hat, wollen sie selbst und einige Ehrenamtliche aus beiden Institutionen öfter auf den Plauderbänken Platz nehmen und allen Menschen, die Lust auf ein Gespräch haben, offen und herzlich begegnen. Sie stehen für einen kurzen Alltagsplausch, den Austausch über persönliche Erlebnisse oder einfach für ein freundliches Miteinander bereit.
Jeder ist eingeladen auf der Plauderbank Platz zu nehmen. Plauderbänke stehen für Begegnung, Gespräch und Gemeinschaft. Wer dort Platz nimmt, signalisiert, dass er ein wenig Zeit hat und gesprächsbereit ist. Weil sich sicher nicht immer zum richtigen Zeitpunkt ein Gesprächspartner findet, wird auf den Plauderbänken gut sichtbar auch die Rufnummer der Telefonseelsorge angebracht. Ein Lächeln sagt mehr als 1.000 Worte. Ein Lächeln und das einfache Wort „Hallo“ sind oft der Einstieg in ein nettes Gespräch und einen gemeinsamen Moment des Miteinanders und das ist ein gutes Rezept gegen Einsamkeit.


Ich freue mich auf die Einweihung der Plauderbänke am nächsten Sonntag, den 22. März. Vielleicht wäre eine Plauderbank auch in Unterfeldhaus eine gute Kontaktmöglichkeit!