
Premium | Erstmals gab es in dieser Karnevalssession eine Brauhaussitzung der Großen Erkrather Karnevalsgesellschaft e.V. 1994. Wie die Sitzung am 17. Januar vor ausverkauftem Publikum war – inklusive großer Bildergalerie.
Das Brauhaus am Bernsauplatz in Alt-Erkrath ist Jecken durchaus schon bekannt: 2023 fanden ein Prinzenpaartreffen und der ‚Klüngelball‘ der Letzten Hänger im Brauhaus statt. Bislang nur vereinzelte Veranstaltungen, nun möchte die Große Erkrather KG mit dem Brauhauskarneval aber eine neue jährliche Veranstaltung etablieren, wie es sie in Düsseldorf schon länger gibt (wir berichteten).
Als es um 17 Uhr los ging, war das Brauhaus bis auf den letzten Platz gefüllt. Über 300 Karten waren verkauft, fast alle Gäste hatten sich kostümiert, etwa als Hippie, Clown, Papst, Zauberer, Pop-Eye oder Lucky Luke. Gleich nach einer kurzen Begrüßung durch Präsident Udo Wolffram, der durch den Abend führte, stellte sich das städtische Kinderprinzenpaar Titus I. und Sofia I. vor, gefolgt vom städtischen Prinzenpaar Wolfgang II. und Regina I.. Prinz Wolfgang II. merkte an: „Normalerweise, wenn wir auftreten, ist es nicht voller wie hier, aber die Leute sind etwas voller.“
Prinzessin Regina I. erklärte, dass die Erlöse ihres Prizenpaar-Pins an den Verein Du-Ich-Wir e.V. in Erkrath gespendet werden. Das Prinzenpaar wird auch auf dem Wagen der Großen Erkrather KG beim Rosenmontag in Düsseldorf mitfahren. Gleich nach den Prinzenpaaren zeigten die Hoppedötze ihr Können: Die Minis, Midis und Maxis zunächst mit Einzeltänzen, danach noch die Midis und Maxis mit einem gemeinsamen Tanz. Vom Publikum gab es viel Applaus.


Prinzenpaar als Fußball-Glücksbringer
Die Jollies brachten das Brauhaus zum Schunkeln, als das „Altbierlied“ angestimmt wurde. Das Düssel-Duett folgte im Stil des legendären Colonia-Duett mit Sketchen, ehe im Programmablauf das Prinzenpaar der Landeshauptstadt Düsseldorf vorgezogen wurde. Marcus I. und Nicole I. waren ganz erstaunt. „Als ich hier reingekommen bin, dachte ich: Wow, gute Location ausgewählt“, sagte Marcus I. und erzählte, dass sie am gestrigen Tag vor dem Spiel von Fortuna Düsseldorf auf dem Rasen im Stadion auftraten. „Nach dem Sieg sollen wir nun jedes Mal kommen“, schmunzelte er.
Venetia Nicole I., langjährige Jugendbeauftragte im Comitee Düsseldorfer Carneval, wies Präsident Udo Wolffram zurecht: „Eigentlich muss das Kinderprinzenpaar hier moderieren und du, Udo, musst unten stehen!“ Sie holte das Kinderprinzenpaar auf die Bühne, während Wolffram den Spaß mitmachte und die Bühne verließ. „Auf die Venetia muss man hören!“, kommentierte er.
Auch der goldene Neandi wurde wieder verliehen. Wolfgang Scheurer hielt die Laudatio als Büttenrede. Der neugestaltete Preis ging erstmals nach Hochdahl – an Peter Urban, der sich unkostümiert im Freizeithemd im Brauhaus eingefunden hatte. Scheurer würdigte in der Rede das Engagement Urbans, sei es die alljährliche Kastanien-Sammelaktion für das Wildgehege oder die viele Arbeit in der Sandheide und in dem Verein „Sandheide4you“ mit dem Sommerfest. Zudem ist er Ratsmitglied und in der Erkrather SPD.


Die Närrischen Marktfrauen hatten ihren Sellerie-Prinz Christoph I. dabei. Die schlagfertigen Frauen betonten, dass nicht der Sellerie-Prinz mit „seinen“ Marktfrauen käme, sondern die Marktfrauen mit „ihrem“ Sellerie-Prinz. Christoph I. freute sich, dass sich soviel Jugend und Familien in der Brauhaussitzung eingefunden hatten. Neben Orden hatten die Närrischen Marktfrauen auch Blumen und Likör dabei. Einen Überraschungsauftritt legte Jugend-Hoppeditzin Raya hin: In einem edlen schwarzen Glitzerkleid sang sie „Am Rhein Am Rhein“ der Rhythmussportgruppe. Raya ist mittlerweile mit ihren Gesangskünsten bei „Pänz en de Bütt“, welche im Düsseldorfer Karneval Nachwuchstalente fördert. Da war selbst Präsident Udo Wolffram überrascht.
Musik, Besuch aus Unterbach und ein Köbes
Die Jungs von „De Hahnenschrei“ aus Ratingen boten unter anderem Kölner Karnevals-Klassiker von Brings, Höhner, Kasalla oder Querbeat dar. Das brachte Stimmung ins Brauhaus, dass so mancher Stuhl erklommen wurde. Zu „180 Grad“ gab es die erste Polonaise am Abend – natürlich mit Drehung, sobald eine Zahl gesungen wurde. Danach wurde es wieder ruhiger, als John Doyle auftrat. Er lebe nun 33 Jahre in Deutschland, länger als in seinem Heimatland USA. Er zeigte Beispiele auf, wo die deutsche Sprache doch seltsam sei, etwa: „Ja heißt ja, aber jaja heißt leck mich am A…“, führte er zur Belustigung des Publikums aus.
Richtig voll wurde die Bühne, als das Unterbacher Prinzenpaar samt Gefolge aus zwei Tanzgarden, Ex-Prinzessinen, Prinzenpaar-Wache und Mitgliedern des Karnevalsausschuß Unterbach kam. Nach einer kurzen Ansprache des Prinzenpaars Robert I. und Anita I. tanzten die Tanzgarden Weiß-Rot und Rot-Weiß nacheinander. Bei der danach folgenden Hoppeditz-Show waren Sven und Raya wieder in ihrem Element, sangen die bekannten Hits „Auf ewig“ und den „Nordstern“ samt Polonaise, aber auch das neue Sessionslied. Raya sang zudem alleine einen Song, in dem es heißt „Düsseldorf, wir stehen bereit / tanzen durch die Narrenzeit“. Das ließ sich das Brauhaus nicht zwei Mal sagen, zumal als Abschluss der umgetextete Brings-Hit „Ercroder Jong“ die Stimmung anheizte.


Was wäre ein Brauhaus ohne Köbes? Und so trat auch „Oli, der Köbes“ auf. Er erzählte aus Sicht eines Köbes lustige Dinge, etwa: „Wenn ich sage: ‚Die nächste Runde geht auf mir‘, da gibt es immer einen Idioten, der sagt: ‚Die nächste Runde geht auf mich‘ – gut, dann eben auf dich!“ Auch berichtete er von einem Trinkspiel, bei jedem Tor etwas Alkoholisches zu trinken – zu welchem Spiel? Einem Handball-Spiel, bei dem bekanntlich viele Tore fallen. Zu alkoholfreiem Prosecco sagte er: „Der sieht aus wie George Clooney, aber schmeckt wie Horst Schlämmer!“ Das brachte viel Gelächter an den Tischen. Ein Highlight waren auch einige Verhörer-Songs, die er mitgebracht hatte – neben Beispielen von Aha oder Ed Sheeran hatte er auch einen deutschen Song ausgemacht. So höre er bei Beatrice Eglis „Mein Herz“ nicht „Mein Herz, es brennt“, sondern „Mein Herpes brennt“.
Gute Stimmung bis zum Ende
Die Swinging Funfares brachten das Brauhaus auch zu später Stunde noch zum Beben. Bei Hits wie „Düsseldorfer Nächte“ oder dem aktuellen Hit „Nie mehr Aschermittwoch“ hielt es kaum noch jemanden auf den Stühlen. Zu „Hallo kleine Maus“ gab es eine weitere Polonaise an dem Abend. Zum Ende hin kamen die Närrischen Schmetterlinge, die ihre Tanzgarde und das Dreigestirn mitgebracht hatten. Jungfrau Jutta I., Bauer Frank Viehof und Prinz Frank tanzten zur Schmetterlings-Samba. Über den Auftritt der Tanzgarde sagte Präsident Kurt Fenn, dass es nicht immer die großen Tanzgarden sein müssen, sondern auch kleinere Garden begeistern können – das Publikum sah es ähnlich und applaudierte. Fenn freute sich, dass das Publikum noch aufmerksam war, nach den vielen Stunden Programm. „Unter acht Stunden geht es bei dir ja nicht“, wandte er sich an Udo Wolffram.

Eine halbe Stunde vor Mitternacht sang das ganze Brauhaus schunkelnd „En unserem Veedel“, was den Abschluss der ersten Brauhaussitzung darstellte. Die Gäste zeigten sich begeistert. Oliver Weichert von der Großen Erkrather KG freute sich, dass die Brauhaussitzung so gut angenommen wurde und sogar die neu gegründete Düssel-Garde vorbeigeschaut hatte. Die Letzten Hänger hatten hingegen eine interne eigene Veranstaltung. Auch die Kellner im Brauhaus hatten gut zu tun, neben Getränken gingen an dem Abend auch viele Mettbrötchen über die Theke. Schon jetzt ist klar, dass der Brauhauskarneval im kommenden Jahr trotz kurzer Session wiederholt werden soll. Und auch einen Programmpunkt zum Bunten Abend im kommenden Jahr verriet Udo Wolffram schon: Anlässlich des Vereins-Jubiläums 3×11 Jahre sollen Brings in die Erkrather Stadthalle kommen.

































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