Wieviel Eisen ist in unseren Brunnen?

von Ria Garcia

Harald Gülzow erläutert Eisenmesserte der letzten fünf Jahre. Foto: Ruben Wiltsch

Fünf Jahre lang hat das Labormobil vom VSR-Gewässerschutz, einem Verein aus Geldern, in verschiedenen Städten im neanderland Station gemacht. Die Ergebnisse wurden jetzt ausgewertet.

Bürger konnten in dieser Zeit Brunnenwasseranalysen zum Eisengehalt in ihren Brunnen durchführen lassen. Das war auch ohne, dass das Labormobil vor Ort Station machte, möglich. Dazu sandten Brunnenbesitzer ihre Wasserproben per Post an den VSR-Gewässerschutz. Meist taten sie dies, wenn das Wasser gelb-bräunliche Verfärbungen aufwies und sie unsicher waren, ob es für den Garten noch nutzbar ist.

„Wir haben in 7,9 Prozent der Brunnenwasserproben im Kreis Mettmann einen Eisengehalt über 3 mg/l festgestellt“, berichtet Harald Gülzow, der die Untersuchungen im Kreis Mettmann von Anfang an begleitet hat. Die Experten des Vereins geben eine Einschätzung, wofür das Wasser trotz höherer Eisenkonzentration nutzbar ist, damit der Einsatz von kostbarem Leitungswasser minimiert wird. „Es kommt bei den wenigsten Pflanzen zu Wachstumsstörungen. Beim Gießen kann es jedoch zu Verfärbungen auf Steinen und Mauern kommen, die zum Teil nur schwer entfernbar sind. Auf Blättern, Blüten und Früchten bilden sich häufig braune Flecken“, erklärt Harald Gülzow. Sein Tipp: Das Gießwasser mit dem Wasserschlauch direkt an die Wurzeln geben, um Verfärbungen zu vermeiden.

Was für viele Pflanzen kein Problem darstellt, sieht für die Artenvielfalt im Wasser ganz anders aus. Hier sind bereits geringe Mengen, die noch keine sichtbaren Verfärbungen zeigen, bereits ein großes Problem. Wer in seinem Garten einen naturnahen Teich angelegt hat, um die Artenvielfalt zu bereichern, sollte das Bedenken, wenn er im Sommer bei heißen Temperaturen aufgrund der Verdunstung Wasser nachfüllt. „Leider haben wir bei unseren Untersuchungen festgestellt, dass 18,3 Prozent der Brunnen im Kreis Mettmann nicht zum Befüllen eines Gartenteichs geeignet sind, da sie mehr als 0,8 mg/l Eisen aufweisen“, berichtet Harald Gülzow. Höhere Eisengehalte, so erklärt er, führen zu Ablagerungen auf Wasserpflanzen, die verkümmern. Fische, deren Laich und am Gewässergrund lebende Tiere können an den Eisenablagerungen ersticken.

Mit den Wasseranalysen könne man feststellen, so Gülzow, ob das eigene Brunnenwasser zum Befüllen des Teichs geeignet ist. Hohe Eisengehalte im Brunnenwasser hätten meist geologische Ursachen. Durch den starken Nitrateintrag in der Landwirtschaft komme es zusätzlich in einigen Bereichen zum Nitratabbau im Untergrund, welcher dann wiederum zu höheren Eisenkonzentrationen führe. Neben der Eisenkonzetration wurden auch Nitrat und Bakterien im Wasser gemessen. Die Ergebnisse sind über die Homepage des VSR abrufbar. Die Untersuchungen werden auch künftig durchgeführt. Auf der Homepage werden auch die Termine des Labormobils veröffentlicht. Alternativ ist es auch weiterhin möglich Wasserproben aus dem eigenen Brunnen einzusenden.


Über den VSR-Gewässerschutz
Der VSR-Gewässerschutz wurde 1980 als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen gegründet und engagiert sich für den Schutz des Grundwassers und der Gewässer. Die gemeinnützige Organisation führt eigene Untersuchungen durch. Die Beprobung von Flüssen und Bächen kann der VSR-Gewässerschutz selbst durchführen. Bei den Wasserproben vom Grundwasser ist der Verein jedoch auf die Mithilfe von Brunnenbesitzern angewiesen.

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