Vorerst keine Luftreiniger für Erkraths Schulen

Symbolbild Klassenzimmer, Corona, Viren: Pixabay: Alexandra_Koch

Die Fraktion Bündnis90/ Die Grünen beantragte für die gestrige Ratssitzung, alle Erkrather Schulen mit mobilen Luftreinigungsgeräten auszustatten (wir berichteten).

Sabine Georg (Grüne) gab in ihrem Redebeitrag an, dass die Geräte vom Umweltbundesamt zwar nur als Ergänzung angesehen werden, diese Ergänzung für die Schüler und Lehrer aber wichtig sei. „Auch wenn die Anschaffung viel Geld kosten wird, sollten wir diese Gelder in die Hand nehmen. Die Luftreinigungsgeräte sind eine einmalige Anschaffung, die jedes Jahr neu genutzt werden kann. Zudem stellt die Regierung Fördermittel bereit“, so ihre Stellungnahme.

Erster Beigeordneter und Sozialdezernent Ulrich Schwab-Bachmann verwies auf die Klausel, dass Fördergelder nur dann ausgezahlt werden, wenn sich Klassenräume nicht lüften lassen. „Und das ist in Erkrath in keinem Klassenraum der Fall“, so seine Aussage. Auch gab er an, dass die Kosten schwer zu schätzen seien. „Ordentliche Geräte liegen sicher bei einer Größenordnung von 3.000-3.500 Euro“, schätzt er. Sandra Gehrke (SPD) kann den Antrag der Grünen nachvollziehen, muss diesen aber trotzdem kritisch hinterfragen. „Wie leistungsfähig sind solche Geräte, wie laut und wartungsintensiv sind sie?“, fragt sich die SPD-Ratsfrau. Auch gab sie an, dass manche Geräte für die Schüler und Lehrer gefährliches Ozon ausstrahlen.

Unterstützung gab es von Marc Hildebrand (CDU): „Wir sollten den Tagesordnungspunkt in den Schulausschuss vertagen und die Verwaltung bis dahin die Sinnhaftigkeit solcher Geräte hinterfragen.“ Auch möchte der CDU-Politiker die Schulleiter zu einer solchen Anschaffung zu Wort kommen lassen. Dass bereits vier Bundesländer die Geräte fördern und die gegenwärtige Situation kein „Verschieben“ zulässt, gab im Anschluss Peter Knitsch (Grüne) an. „Selbst wenn wir den Beschluss heute fassen, dauert es sicher noch Wochen oder Monate, bis wir die Geräte haben“, so seine Stellungnahme. Zudem, so gab Knitsch an, seien Schüler und Lehrer froh, eine solche Ergänzung in den Räumen zu wissen, wenn die Temperaturen weiter gegen Null Grad sinken.

Christian Ritt (BmU) fand die Vorlage der Verwaltung zu negativ, die in ihren Ausführungen den Antrag der Grünen abwies. „Wir sollten die Schulen fragen und die Entscheidung heute nicht aus der Hüfte schießen.“ Dennis Saueressig (AfD) schlug vor, zunächst eine kleine Anzahl Geräte zu beschaffen und diese in verschiedenen Schulen zu testen. Eine Aussage, die bei Wolfgang Cüppers (CDU) auf Gegenwind stieß. „Das ist rausgeschmissenes Geld, frische Luft und ausgiebiges Lüften ist das Beste“, so seine Stellungnahme.

Dass die Schulaufsicht diesen Weg nicht vorschlug, nahm Schwab-Bachmann zum Anlass, die Gerätebeschaffung vorerst ebenfalls abzulehnen. „Wenn die Geräte eindeutig so sicher sind, dann hätte die Verwaltung ihnen diesen Weg auch vorgeschlagen“, gab er an. Barbara Geiss-Kuchenbecker (Grüne) verwies auf die Stadt Neukirchen-Vlyn. „Dort sind solche Geräte bereits im Einsatz, man sollte Erfahrungen von dort erfragen.“ Jörg Schintze (SPD) hätte zudem gerne Fachleute befragt, die in den einzelnen Klassenräumen die Luftströme messen, um die Geräte auch punktgenau installieren zu können.

Nachdem sich auch Bernhard Osterwind für eine Vertagung in den Schulausschuss aussprach, wollten die Bündnis-Grünen diesen Ausschuss auf Grund der „drängenden Zeit“ gerne vorverlegen. Ein Antrag, der mehrheitlich abgelehnt wurde. Somit wird der Antrag im regulären Schulausschuss am 24. November erneut besprochen.

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2 Kommentare

  1. Soll der Rat der Stadt, jetzt 48 Personen, bei seinen Sitzungen doch auch mal 30 Minuten lüften, oder immer Fenster und Türen auf! Vielleicht kämen die dann schneller zu Entscheidungen zu Gunsten der Schüler und Lehrer/innen!

  2. “Manche Kultusministerien haben die Anschaffung der Filter für Schulen allerdings bereits mit Verweis auf die Kosten abgelehnt. Für den SPD-Politiker Lauterbach ist das unverständlich – auch wenn ein Profigerät, das die Luft eines Klassenraums effektiv reinigt, um die 3000 Euro kostet. “Pro Schüler sind das maximal 80 bis 100 Euro”, so Lauterbach. “Kinder dürfen uns nicht weniger wert sein als Wirtschaft.” Auch Christian Kähler ist der Meinung, dass sich die Anschaffung lohnt – und sogar schnell amortisiert. “Das ist immer noch deutlich günstiger als das ständige Lüften der Räume und die damit verbundenen Heizkosten.”

    Bildungspolitik bei CDU-SPD darf nix kosten…besser 1 Neuwagen für 9.000 € als 3 Lüfter bezuschussen…

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