Überraschte Künstlerinnen bei der Vernissage

Von Ria Garcia

Kerstin Schoele, Claudia Birkheuer und Maria Teresa Schreiber
Claudia Birkheuer (Mitte) mit Kerstin Schoele (l.) und Maria Teresa Schreiber. Foto: Ria Garcia

Die Ansprache zur Vernissage der Ausstellung ‘Leben in Form und Farbe’ der beiden Künstlerinnen Kerstin Schoele & Maria Teresa Schreiber hielt Claudia Birkheuer und die hatte sich für das Ende eine Überraschung aufgespart.

Schon vor Ausstellungseröffnung war das KunsTHaus gut gefüllt. Mitten im Karneval hatten rund 40 Besucher ihren Weg in die Dorfstraße 9 gefunden. “Ich freue mich, dass Ihr alle zur neuen Ausstellung gekommen seid”, begann Claudia Birkheuer, die vor vier Jahren schon einmal die Eröffnungsrede zur Vernissage einer Ausstellung der beiden gehalten hatte. Sie lobte die Schaffenskraft der beiden Künstlerinnen. “Alle hier ausgestellten Bilder und Skulpturen sind in den vergangenen zwei Jahren entstanden.” In ihrer Rede ließ sie die Besucher wissen, dass Kerstin Schoele Mutter von vier Töchtern ist und bereits vier Enkelkinder hat und einen eng getakteten Terminkalender habe. “Das sie überhaupt zum Malen kommt, ist ein Wunder.” Beim bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb des KunsTHaus ‘bewegt’ habe sie es als eine von 30 Künstlerinnen und Künstlern geschafft, aus 388 Bewerbungen juriert zu werden und in der Ausstellung im April dabei zu sein.

Claudia Birkheuer bezeichnete Kerstin Schoele als Perfektionistin, die die gesamte Klaviatur der Malerei, vornehmlich in Oel beherrsche. Sie setze Sfuamato, eine Vernebelung von Vorder- und Hintergrund, ein, die schon Leornardo Da Vinci einsetzte. Sie beherrsche die Tiefenillusion und Tiefenunschärfe, die farbliche und zeichnerische Perspektive. “Bei Ihr sitzt jeder Strich. Kerstin beherrscht perfekt die Illusion auf zweidimensionaler Leinwand dreidimensionales darzustellen.” Dann verriet sie, dass Kerstin Schoele sie inspiriert hatte, als sie ihr Buch Anna schrieb, in dem sie der jungen Künstlerin Kerstins Schoeles Perfektionismus zuordnete.

Zu Maria Teresa Schreiber, die sich in ihrem künstlerischen Schaffen der Gestaltung mit Ton verschreiben hat, griff sie vieles auf, das ihr die Künstlerin verraten hatte. Die Arbeit mit Ton sei für Maria Terasa Schreiber etwas ganz Besonderes. Sie sei das Resultat von in mehreren Jahren belegten Tongestaltungskursen. An Ton fasziniere sie seine Beschaffenheit und Elastizität. “Wenn ich einen
Tonklumpen in der Hand habe und anfange, ihn zu formen, entsteht eine einmalige Verbindung. Ich habe in den Händen ein Stück Erde, ein Stück Natur, das mich entspannt, erdet, beruhigt”, hatte die Künstlerin über ihre Arbeit gesagt. Claudia Birkheuer lobte den Stil, dem Maria Teresa Schreiber immer treu geblieben sei. “Das schafft einen Wiedererkennungswert, einen einmaligen Stil”, so Birkheuer und betonte, dass das wichtig für Künstler sei. So hätten alle Figuren die Augen geschlossen. “Oder sie haben erst gar keine Augen.”

Die Überraschung

Dann platze Claudia Birkheuer mit einer Nachricht heraus, mit der keine der beiden Künstlerinnen gerechnet hatte: Sie habe mit ihrem Galeristen über die beiden gesprochen und ihm die Werke gezeigt. Der sei so begeistert gewesen, dass er sie mit in eine Gemeinschaftsausstellung nehmen will. Diese solle im November, Dezember und Januar stattfinden. Und damit nicht genug. Er wolle einen Gedichtband herausgeben “nicht mit meinen Gedichten”, der mit Bildern und Abbildungen der Skulpturen illustriert werden soll.

Das Publikum sah in diesem Moment zwei vollkommen sprachlose Künstlerinnen, die ihr Glück kaum fassen konnten. “Ich bin ohne Worte”, sagt uns Maria Teresa Schreiber später. Claudia Birkheuer habe sie mehrmals begleitet. “Sie macht das sehr, sehr schön”, lobt sie die Künstlerkollegin, die nicht nur malt, sondern auch Buchautorin ist und zu deren weiteren Talenten lebendige Reden gehören. Auch Kerstin Schoele war von Claudia Birkheuers Eröffnung und der Möglichkeit zur Ausstellung sehr freudig überrascht.

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