Taubenhaus für den Hochdahler Markt?

von Susann Krüll

Foto: Ashithosh U. / Pexels

Eine Gruppe aktiver Tierschützer um Martina Korsthorst kämpft mit der Sammlung von Unterschriftgen aktiv für das Aufstellen eines Taubenhauses in unmittelbarer Nähe des Hochdahler Markts.

Nicht etwa, weil sie die Stadttauben ganz vom Markt vertreiben wollen oder weil sie sie wie viele Menschen immer noch fälschlich, als Übertrager von Erkrankungen oder gar als ‘Ratten der Lüfte’ betrachten, sondern um den Tieren zu ermöglichen, gesund und ohne eine zu große Vermehrung dort zu leben. Denn Stadttauben werden von Essensresten, die wir hinterlassen, angezogen und die finden sie nun einmal dort, wo auch die Hochdahler gern sitzen: vor den Bäckereien und den Restaurants mit Außengastronomie sowie rund um die Mülleimer auf dem zentralen Platz.

Taubenhaus auf Agenda des Ausschusses für Umwelt und Planung

Um die 300 Unterschriften konnten die Tierschützer sammeln. Die Listen hoffen sie dem Antrag auf die Aufstellung eines Taubenhauses, den die Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ am 7. Juli bei der Verwaltung eingereicht hat, noch beifügen zu können. Über den Antrag wird an Mittwoch dieser Woche, als Tagesordnungspunkt 8.1, im Ausschuss für Umwelt und Planung (AUP) gesprochen werden, denn das Thema ‘Taubenhaus’ steht als Tagesordnungspunkt 7.0 auf der Agenda des Ausschusses. Die Taubenschützer rund um das Ehepaar Korsthorst versprechen sich, wie Erfahrungen in anderen Städten, wie Düsseldorf oder Köln, seit Jahren zeigen ‘mit einem professionellen Taubenhaus ein tierfreundliches und artgerechtes Populationsmanagement’ für die Stadttauben in Erkrath: „In den betreuten Taubenhäusern werden ausreichend Futter und Wasser für den Bestand zur Verfügung gestellt. Durch den Austausch der Eier gegen Attrappen wird der Bestand auf Dauer reduziert, so dass die Tiere auch gesünder werden. Durch das artgerechte Futter sind sie weniger anfällig für Krankheiten.“ Nicht nachvollziehen kann die Gruppe, warum nicht zunächst nur in Hochdahl als erstem von den drei Stadtteilen ein Haus aufgestellt werden kann. „Wenn gleich in allen drei Stadtteilen eines finanziert werden soll, sind das natürlich gewaltige Kosten. Man könnte doch auch erst einmal Erfahrungen sammeln und wenn es sich bewährt, wovon wir zu 100 Prozent ausgehen, dann kann man für die anderen zwei Stadtteile doch gleich adäquate Lösungen suchen, auf Basis der am Hochdahler Markt gesammelten Erfahrungen“, regt Martina Korsthorst stellvertretend für ihre Mitstreitenden an. Ihr Mann ergänzt: „Wir sind sehr erstaunt, dass die Expertise, die die Verwaltung in Düsseldorf bei den Experten des Tierheims hat anfertigen lassen, von Kosten um die 12.000 Euro für ein Taubenhaus ausgeht. Das erscheint uns doch sehr hoch“, so sein Bericht beim Sammeln von weiteren Unterschriften am vergangenen Donnerstag auf dem Hochdahler Markt. Für die Taubenfreunde stellt sich auch die Frage nach den Folgekosten für Futter, Wasser und Personal, das diese Tätigkeiten inklusive des Austauschs der Eier bewerkstelligen muss. „Aber es gibt da sicher Möglichkeiten über Spenden oder auch Ehrenamtliche, die sich ohne Aufwandsentschädigung einbringen, die Kosten für die Stadt und damit für uns Bürgerinnen und Bürger zu senken.“ Jedenfalls hoffen die Taubenfreunde um das Ehepaar Korsthorst, dass am Mittwochabend zahlreiche Hochdahlerinnen und Hochdahler mit ihrer Teilnahme an der öffentlichen Sitzung des AUP ihren Wunsch für den Bau eines Taubenhauses bekunden werden.

Wissenswertes über (Stadt-)Tauben

Abstammung: Man nimmt an, Stadttauben stammen größtenteils von verwilderten Haus- und Brieftauben ab, die aus der Felsentaube gezüchtet wurden. Ihnen wurde die Fruchtbarkeit, rund um das Jahr Eier legen zu können, vom Menschen angezüchtet. Ihre wilden Vorfahren, die Felsentaube legt nur 1-2 im Jahr Eier.

Größe: Bei 31-34 cm wiegen sie zwischen 300-400 g.

Fressverhalten: Aufgrund ihrer Schnabelform können sie Schalen von Samen oder Körnern nicht entfernen und schlucken sie als Ganzes. Sie können Flüssigkeit wie durch einen „Strohhalm“ durch ihren Schnabel saugen.

Quelle für die zusammengestellten Infos: www.erna-graff-stiftung.de

Sitzung des Ausschuss für Umwelt und Planung:

Mittwoch, 18h, Stadthalle Erkrath. Das Taubenhaus wird als Punkt 7.1, bzw. 8.1 (Antrag der Erkrather Grünen) behandelt.

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