Spotlight Theater brillierte im Doppelpack

von Timo Kremerius

Foto: Timo Kremerius

Theaterhighlight in Erkrath – Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums brillierte das Spotlight Theater mit der Doppelvorstellung „Hydra – übernehmen Sie“ und „Romeo und Julia – Backstage“.

Die Premiere fand samstags im ausverkauftem Joachim-Neander-Haus statt. Unsere Redaktion hat die Vorstellung am Sonntag besucht und auch die fand vor fast ausverkauftem Haus statt. Die Jubiläumsaufführung mit „Hydra – übernehmen Sie“ und „Romeo und Julia – Backstage“ zog offensichtlich viele Zuschauer an. Die konnten sich, wie in jedem Jahr, über ein liebevolles Catering und eine nette Begrüßung freuen während wieder viele fleißige Helfer vor und hinter der Bühne zum Erfolg der Veranstaltung beitrugen, bevor es hieß: Vorhang auf.

In dem Stück „Hydra – übernehmen Sie“ von Norbert Haber geht es darum, das Nikolas mit der neuen Zeit gehen möchte, seine Frau Annegret aber Anschaffungen von digitaler Technik scheut. Beide erarbeiten einen Kompromiss indem Nikolas einer selbst gebastelten „ALEXA“ Befehle erteilt, die Annegret ersatzweise ausführen muss – und zwar so lange, bis sie der Anschaffung einer echten ALEXA zustimmt. Von Herbert, einem vermeintlichen Technikfreak, wird Nikolas überredet, sich das Neueste vom Neuen, die Box HYDRA, zuzulegen. Mit dieser zusammen zieht auch ein „Geist“ in den Haushalt ein, der der seelenlosen Box ein aufregendes Leben einhaucht.

In „Romeo und Julia – Backstage“ von Heidi Moor-Blank steht die kleine Provinzbühne kurz vor der Premiere von „Romeo und Julia“, doch es geht alles schief. Eindrucksvoll wird geschildert welche Dramen sich HINTER der Bühne in der Künstlergarderobe abspielen. Von fehlenden Schauspielern, über nicht sitzende Texte bis hin zu zwei Maskenbildnern, die versuchen, den Laden zusammenzuhalten, alle Versuche werden unternommen, um die Premiere nicht platzen zu lassen.

Wie immer war die Veranstaltung des Spotlight Theaters an Professionalität nicht zu übertreffen. Alle Darsteller gaben, wie in all den anderen Jahren nicht nur ihr Bestes, sondern übertrafen sich selbst. Die Voraussetzungen für einen gelungenen Theaterabend waren gegeben. Bis auf fünf leere Plätze war der Saal im Joachim-Neander-Haus auch am Sonntag fast ausverkauft und alle Besucher harrten der Dinge, die auf sie zukommen sollten. Dramaturgisch hatte Spotlight sehr gute Arbeit geleistet. Die beiden Stücke wurden mit kleinen Episoden aus den vergangenen 30 Jahren geschickt verknüpft, um somit ein Übergang von einem zum anderen Stück zu schaffen.

Dann ging es mit der Hydra los. Bei solch exzellenten Schauspielern sollte man keinen hervorheben aber Michael Kastner und Karola Fritzsch gaben das ok und bestätigten den Eindruck. Alle waren sehr gut, aber in „Hydra – übernehmen Sie“ war Daria Tigges als Hydra ein Chamäleon an Mimik und Gesichtsausdruck. Keinen Ausdruck den sie nicht beherrschte. Es war teilweise einfach zum Wegbrüllen. Den gleichen Stellenwert hatte Julia Paul. Wie im Stück „Big Spender“ 2024, als sie einen durchgeknallten Hippie spielte, spielte sie in „Romeo und Julia – Backstage“ unter anderem eine durchgeknallte teilweise hysterische, aber auch hilflose Direktorin.

Wieder ein denkwürdiger Abend, der schöner nicht hätte sein können. Beate Sarrazin vom Theater Anderswo signalisierte schon am Morgen: “Viel Freude heute bei Spotlight. Gestern war es wunderbar und unterhaltsam.“ Ähnlich äußerten sich auch Besucher des Stücks, die wir vor Ort trafen. „Es ist schön, das Erkrath so viele kulturelle Anlaufstellen hat. Im Fall von Spotlight, könnte man solche Theaterstücke öfter im Jahr ansehen“, sagte uns Petra N.

Da die Laienschauspieler von Spotlight im Hauptberuf eingebunden sind und die Probenzeit, mit der sie die geschilderte Professionalität erreichen, dadurch begrenzt ist, wird sich Petras Wunsch nicht so einfach erfüllen lassen. Sie und andere Fans der Aufführungen von Spotlight müssen sich wieder bis nächstes Jahr im März gedulden. Aber die Geduld hat sich bisher immer gelohnt und man darf gespannt sein, was im kommenden Jahr geboten wird.

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