Seniorenrat im Landtag

von Timo Kremerius

Foto: Timo Kremerius

Am 3. Dezember 2024 besuchten Mitglieder des Erkrather Seniorenrats sowie zwei interessierte Bürger auf Einladung des Landtagsabgeordneten Dr. Christian Untrieser den Landtag.

Ein Blick ins Archiv verriet, dass der letzte Besuch des Seniorenrats im Landtag schon einige Jahre zurücklag, genauer gesagt: Es war im April 2016. Der Ablauf des Besuchs war professionell organisiert. Am Besuchereingang wurde die Gruppe durch einen Guide empfangen und von diesem durch den ganzen Nachmittag begleitet. Lobend erwähnt sei hier, dass Geraldine Müller, die Mitarbeiterin von Dr. Christian Untrieser im Vorfeld schon hervorragende Arbeit geleistet hat und den Besuch durchgetaktet hatte, ohne dass die Besucher dies bemerkten. Dafür gibt es vom Seniorenrat ein großes Lob.

Der folgende Programmablauf war geplant und wurde auch so eingehalten:

12:30 Uhr – Ankunft und Sicherheitscheck
13:00 Uhr – Einführung
14:00 Uhr – Diskussion
15:00 Uhr – Tribüne
16:00 Uhr – Kaffee + Kuchen
16:30 Uhr – Programmende

Das erste Ziel war die allgemeine Einführung in die Arbeitsweise des Landtags, die von einer Mitarbeiterin des Landtags sehr verständlich dargestellt wurde. Sie antwortete auf direkte Fragen ausführlich und sehr informativ. Sie stellte einen historischen Überblick von der Übersiedlung des Landtags, damals das Ständehaus am Schwanenspiegel, Sitz des Landtags von 1949 – 1988 bis zur Fertigstellung des neuen Landtags 1988.

Anschließend hatte die Gruppe die Möglichkeit eine Stunde mit Dr. Christian Untrieser zu diskutieren. Aufgrund der Tatsache, dass er auch in Erkrath sehr präsent und ein Sympathieträger ist, war die Diskussion angeregt auf Augenhöhe und absolut stressfrei. Eigentlich viel zu kurz. Thema war beispielsweise das Abschöpfen der Gewinne der Stadtwerke Erkrath durch die Stadt und die Frage, wer bei höheren Kosten der Stadtwerke zahlt. „Ob dann wieder der Bürger gefordert sei, obwohl die Stadtwerke ja Gewinne hatten?“, wollten die Besucher wissen. Ein wichtiges Thema war auch die Kriminalität und das soziale Verhalten der ausländischen Clans in Erkrath. Erkrath besitzt eine Polizeistation in Hochdahl, die nachts nur von einem Polizeibeamten besetzt ist. Außerdem wies Untrieser darauf hin, dass er, jetzt auch Vater einer zweijährigen Tochter, sehr für das Thema Kindesmissbrauch sensibilisiert ist und einer Gruppe, die dieses Thema behandelt angehört. Die Stunde verging wie im Flug. Aber da Untrieser öfter in Erkrath und Umgebung ist und er sich auch sehr für die Belange dieser Gemeinde interessiert, ist es immer möglich ein Gespräch mit ihm zu suchen und auch zu finden.

Nach dieser für alle doch kurzweiligen Stunde hatte die Abordnung die Möglichkeit an einer Sitzung im Plenarsaal teilzunehmen. Der Guide tauchte wie aus dem nichts auf und führte die Abordnung auf die Tribüne des Plenarsaales zu anderen Zuhörern. Die Sitzung war schon in vollem Gange.

Thema war der ÖPNV und die Probleme, die die Kunden mit ihm haben in Form von Unpünktlichkeit, Strukturiertheit und noch viele Mängel mehr. Die Plätze der Parteien im Saal waren klar erkennbar in Blöcken aufgeteilt. Jede Partei brachte ihre Argumente. Bei diesem für die meisten Zuschauer interessanten Thema kam bei vielen das Gefühl auf, die Reden führten nicht in konstruktive oder gar zielführende Vorschläge. Oftmals fehlte in Redebeiträgen die Sachlichkeit. An einer wirklichen Debatte schienen die Abgeordneten nicht interessiert. Sie starrten nur in ihr Handy oder hackten auf ihrem Laptop herum und nahmen keine Kenntnis von den Rednern. Für die Besucher gab das ein trauriges Bild der Landespolitik ab.

Der nächste Tagesordnungspunkt behandelte die Arbeit der Streetworker und ihre Wertschätzung. Da das Programm für 16 Uhr Kaffee und Kuchen in der Cafeteria vorsah, konnte der Seniorenrat diesem Thema leider nicht mehr bis zum Ende folgen. Für den Seniorenrat endete ein rundum interessanter Nachmittag, der inhaltlich sehr ausgewogen war, mit dem Wunsch Aller den Besuch des Landtags im nächsten Jahr zu wiederholen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*