Sechs Ritter kämpften um des Königs Schwert

von Ria Garcia

Die sechs Ritter des Turniers. Foto: LW

Wir haben zwei unserer Gewinner beim Mittelalter-Ritterturnier in Wuppertal getroffen. Es war die letzte Vorstellung des Showteam Kaiser am vergangenen Sonntag in Wuppertal, aber es gibt ein Wiedersehen.

Die Zuschauerränge waren gut gefüllt, als wir durch den Eingang traten. Draußen warteten Ritter bereits darauf auf das Turniergelände zu reiten. Wie nennt man eigentlich weibliche Ritter? Gab es sie überhaupt? Wikipedia sagt ja, zumindest in Spanien, in Teilen auch in Großbritannien und dann war da noch Jeanne d’Arc in Frankreich. In Wuppertal waren die Ritter gleichberechtigt, drei Frau und drei Männer. Unser Gewinner Mathis Peter war mit seinem kleinen Sohn gekommen. “Er ist Ritter-Fan”, verriet uns Mathis Peter. Aber das hätten wir wohl auch so bemerkt, denn er trug ‘Schwert und Schild’ und war entsprechend ‘gewandet’. Auch Anne Schemann war mit Mann und zwei Söhnen vor Ort und da der Eintritt für Papa und Mama frei war, gab es auch die beiden ein Schwert und eine Hellebarde. “Da wären wir so gar nicht drauf gekommen. Wir haben erst über den Artikel zur Verlosung von dem Mittelalter-Ritterturnier erfahren”, bezog Anne sich auf die Verlosung.

Aber dann wurde es erst einmal spannend. Die Ritter wurden nach und nach vorgestellt. “Wer gewinnt wird König”, erklärte der Herold und hielt das Königsschwert hoch. Die sechs Ritter mussten verschiedene Disziplinen durchlaufen und natürlich gab es unter ihnen auch einen Bösewicht: Targo aus den Karpaten, der einen schwarzen Araberhengst ritt. Alle Aufgaben mussten ‘im Galopp’ bewältigt werden. Ringe mit einer Lanze aufgabeln, gefüllte Becher aufnehmen, Helme schlagen, Sauhatz, Blechritter schlagen und sogar Bogen schießen. In der Pause erhielten die vielen anwesenden Kinder Bändchen, die sie ‘ihrem Favoriten’ an die Lanze binden durften, denn anschließend folgte der Kampf ‘Mann gegen Mann (beziehungsweise Frau)’. Dabei splitterten dann schon mal die Lanzen. Natürlich wollte Bösewicht Targo nicht akzeptieren, dass er nicht der Gewinner seien sollte und so kam es zu einem letzten Zweikampf, diesmal ohne Pferd, aber mit Schwert. Targo aus den Karpaten kämpfte gegen Reika, die Steppenreiterin und verlor am Ende natürlich doch. Nicht aber ohne vorher noch mit miesen Tricks seine Gegnerin ausschalten zu wollen.

Schließlich fragte der Herold an die Kinder gerichtet: “Wollt Ihr eine Zugabe? Dann ruft jetzt ganz laut Zugabe.” Was sie natürlich sofort taten. Und dann erfuhren sie, dass der Bösewicht Targo im wahren Leben ein ‘Pferdeflüsterer’ ist. Er tauchte den schwarzen Araber gegen einen weißen Hengst mit schwarzen Flecken, vermutlich ein Knabstrupper, eine dänische Barockpferderasse. Den führte er neben sich und man bemerkte, dass er auf die kleinsten Zeichen und Gesten von Stefan Kaiser reagierte. “Rocky und ich sind beste Freunde. Den habe ich von klein auf. Jetzt ist er 13 Jahre alt”, erzählte er den Zuschauern, aber vor allem den Kindern. “Der ist wie ein Hund. Wenn ich sag ‘sitz’, dann setzt er sich hin.” Das führte er dann mit Rocky auch vor, der sich sogar auf Kommando hinlegte und sich von Kaiser vollkommen ohne Sattel und Zaumzeug reiten ließ und allerhand ‘Kunststückchen’ vorführte. Der ‘krönende Abschluss’ für die Kids war dann die Möglichkeit, sich auf einem der Pferde sitzend von Papa oder Mama fotografieren zu lassen.

Showteam Kaiser

Aufgeführt wurde dieses eindrucksvolle Mittelalter-Spektakel vom Showteam Kaiser, dessen ‘Chef’, Stefan Kaiser, seit 40 Jahren in der Branche ist. Corona hat ihm und seinem Team, wie vielen anderen Schaustellern, Zirkusdarstellern und Künstlern arg zu schaffen gemacht hat. “Wir sind 2020 in Essen gestrandet”, erzählt er uns in der Pause der Aufführung. “Vor der Pandemie hatten wir europaweit Auftritte”, ergänzt er. Bei großen Veranstaltungen würden vor allem ‘Profis’ als Reiter und Darsteller engagiert, bei kleineren seien es zum Teil Hobbydarsteller, die im realen Leben anderen Berufen nachgehen. Das auch die Hobbydarsteller vor allem eins, nämlich reiten können, dass konnte man in Wuppertal live erleben. Und wer reitet und schon einmal versucht hat im Galopp solche Aufgaben zu managen, wie sie hier in Wuppertal zum Programm gehörten, weiß, dass alle Reiter etwas können.

“Viele haben in der Pandemie aufgegeben”, erzählt uns Stefan Kaiser. Er meint damit vor allem Veranstalter, wie er selbst. Er hat es irgendwie durch die Pandemie geschafft und freut sich, dass solche Veranstaltungen nun wieder möglich ist. Bis er mit seinem Team aber wieder auf Vor-Corona-Niveau angelangt ist, wird es wohl noch dauern. Deshalb schließt er aktuell Auftritte in anderen Ländern auch erst einmal aus. Die Vorlaufkosten wären zu hoch. Aktuell sind zwei weitere Veranstaltungen geplant, eine Ende Juli in Wülfrath und eine weitere Ende September oder Anfang Oktober in Arnsberg. Es dürften gerne mehr sein, damit sich der Veranstalter von den zwei Jahren Pandemie wieder erholen kann, aber es ist nach Corona und in einer neuen Flüchtlingskrise auch schwer mit den Kommunen Veranstaltungen zu planen, denn die sind vielfach überlastet. “Hier in Wuppertal hatten wir Glück, dass das Gelände privat zur Verfügung gestellt wurde”, erklärte Stefan Kaiser. Die Darstellerin ‘Lea von Wuppertal’, alias Alex Bachhausen hat die Veranstaltung ermöglicht. “Wegen der bevorstehenden Wahl konnten wir kaum Plakate zur Ankündigung aufhängen”, merkte Kaiser an, dass die Bedingungen noch einmal erschwert waren. Voll war es an diesem Nachmittag dennoch und auch wir, die wir beruflich vor Ort waren, hatten bemerkt, dass wir für eine kurze Zeit den Alltag vergessen konnten.

Auch als Ferienprogramm möglich

Ob Mittelalter-Ritterturnier oder Cowboy und Indianer: Das Showteam Kaiser bietet Unterhaltung der besonderen Art und vor allem mit Pferden. “Wir bieten das gerne auch für Ferienprogramme der Kommunen an”, erklärte und Stefan Kaiser. Über die Preise könne man sich mit interessierten Kommunen verständigen. Mobilnummern 01525 546086000 oder 01525 9639731. Auch über OMK MEDIA (Mobil 0178 29 50 301) ist die Kontaktaufnahme möglich.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben eine schöne Zeit beim Mittelalter-Ritterturnier verbracht und konnten für 90 Minuten einmal richtig abschalten. Es war schöne die Kinder zu sehen, deren Augen leuchteten und die so ganz fasziniert waren. Es wäre schade, wenn die Pandemie zum ‘Aussterben dieser Branche’ führen würde. Wir werden auf erkrath.jetzt für all unsere Leser, die das auch gerne einmal miterleben möchten, rechtzeitig berichten, wenn die Veranstaltung in Wülfrath ansteht.

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