Sänger-Fest der Hochdahler Chöre im Lokschuppen Hochdahl

von Susann Krüll

Auftakt mit dem MGV und dem Hochdahler Sängerverein. Foto: Susann Krüll

Die Freude, aber auch ein wenig Aufregung war ihnen anzumerken, den Mitgliedern des Frauenchor Hochdahl 1942 und des Hochdahler Männergesangsverein 1909, der sich mit Sängern des MGV Sängerbund Erkrath 1882 verstärkt hatten.

Nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause gab es an Christi-Himmelfahrt wieder das beliebte ‘Sänger-Fest’ im Hochdahler Lokschuppen. Und die Besucher hatten ihren Chören die Treue gehalten. Sämtliche Sitzplätze waren beim ersten ‘Nach-Corona’-Konzert, das zudem das 20. war, belegt.

Männer bieten Traditionelles – Frauen schlagen neue Töne an

Claudia Nöcker, 2. Vorsitzende und Pressesprecherin des Hochdahler Frauenchors, merkte man die vorfreudige Anspannung vor dem ersten Auftritt nach so langer Zeit Bühnen-Abstinenz an. „Die Routine des Auftretens ist uns nach der Corona-bedingten Pause ein wenig abhanden gekommen“, gab sie ehrlich zu. Doch ihre Bedenken waren unbegründet: Nach den ersten Tönen stellte sich die Auftrittsroutine der erfahrenen Sängerinnen und Sänger von selbst ein.

Der Männerchor eröffnete das ‘Sänger-Fest’ mit dem eigens für die Chorgemeinschaft komponierten Begrüßungslied: ‘Es grüßen Euch mit Herz und Hand die Hochdahler Sänger aus dem Rheinischen Land…’.

Männerchor besingt Wein und Bella Italia

Claudia Nöcker hatte es scherzhaft schon vor Beginn der Chor-Matinee angekündigt: „Die Männer haben viel ‚Hochprozentiges‘ im Angebot. Das dürfen sie aber angesichts des heutigen Datums auch.“ Nach dem Begrüßungslied folgte die Ansprache durch Dieter Feilen, Vorsitzender der Hochdahler Chöre und 1. Vorsitzender des  Männergesangvereins in einer Person. Er schickte besondere Grüße an die Stellver. Landrätin, Annette Mick-Teubler, Hausherrn Gottfried Bander sowie Chorleiter Prof. Thomas Gabrisch und Pianistin Rie Sakai, seine Kollegin an der Musikhochschule, die schon bei früheren Konzerten die Begleitung am Klavier übernahm. Gabrisch ist seit 2011 als Chorleiter bei den Hochdahlern tätig. „Wir sind sehr froh, ihn zu haben, er geht mit uns mit. Es gibt kaum jemanden, der seinen Fuß so tief in der Musik hat“, bringt Kirsten Stein die Wertschätzung für den Professor auf den Punkt, der die Opernklassen an der Musikhochschule unterrichtet. Seine Passion kommt den Stücken zugute, die die Chöre zusammen zum Besten gaben: den ‘Chor der Kreuzfahrer’ aus Verdis Oper ‘Nabucco’ sowie aus Smetanas ‘Die verkaufte Braut’ das Stück ‘Der Chor der Landsleute’.

Die Männer sorgten mit ihrer Auswahl an typischer Chorliteratur für wippenden Füße und (leises) Mitsingen beim Publikum mit Klassikern wie ‘Erhebt das Glas des goldenen Weins’ und im zweiten Teil mit dem ‘Italienischen Zyklus’. Hier fehlten auch die ‘Capri Fischer’, ‘Avanti-chianti’, ‘Nicolo, Nicolo, Nicolino’ oder ‘Bella Bella Marie’ nicht. Beeindruckend ihr Gospelstück ‘If you love my lord’.

Kirstens Steins Ankündigung setzte die Zuhörenden erzählend und mit in den Text eingebauten Liedzeilen ins Bild, was sie von den beiden Auftritten ‘ihrer Frauen’ erwarten konnten: “Im Wonnemonat Mai geht es um die Liebe. Wir besingen Schmetterlinge im Bauch, nehmen Sie mit zum Mond und werden lyrisch, wenn es um einen Liebenden geht, der nicht viel Geld besitzt“, so die 1. Vorsitzende, bevor sie gemeinsam mit den Damen ‘Your Song’ (als Tribut an Elton John), ‘Fly me to Thek moon’ (Frank Sinatra) und Freddy Mercurys ‘Bohemien Rhapsody’ vielstimmig interpretierten – modern und mit viel Freude am Singen. Im zweiten Teil ließen sie dann mit Hildegard Knef ‘Rote Rosen’ regnen, beschworen die vielseitigen Talente der Frauen und mit dem Song ‘Altes Fieber’ von der Düsseldorfer Kultband ‘Die Toten Hosen’ die Freundschaft.

Spenden für die Erkrather Tafel und Leckers vom Grill im Biergarten

Nach gut zwei Stunden mit einem abwechslungsreichen Querschnitt durch alles, was Chormusik bieten kann, ging das Konzert mit brausendem Applaus zu Ende. Als Zugabe sangen alle ‘Aus der Traube in die Tonne’, Mitsingen war erwünscht und die Zuschauer entsprachen dem Wunsch gern. Bevor sich Zuhörerinnen und Zuhörer, Sänger und Sängerinnen im Biergarten das ‘Sänger-Fest’ mit Gegrilltem aus „Hopmanns Olive“ ausklingen ließen, wurde noch für die Erkrather Tafel gesammelt. Dieter Feiler hatte für die ehrenamtliche Organisation geworben, die durch das Geschehen der letzten Zeit (Preissteigerung bei Lebensmitteln und Ukraine Flüchtlinge) in schwere Zeiten mit ihrer wertvollen Arbeit geraten ist.

Info
Beide Chore suchen noch „Neue Stimmen“. Geprobt wird mittwochs im „Franziskushaus“ in Trills. Probe des Frauenchors: von 18.30 – 20h | Probe des Männerchors: von 20 – 21.30h.

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