
Die Symphonie des Wohnens scheint geplatzt. Seit Jahren Stillstand beim Bauvorhaben der drei Gebäude mit den klangvollen Namen Maison Bach, Mozart und Wagner. Jetzt sind neue Pläne durchgesickert.
Seit Jahren träumen Verwaltung und die Erkrather CDU von einem neuen Rathaus. Eine Zentralisierung der Verwaltung könne Kosten einsparen, heißt es in den neuesten Sparplänen. Die desolate Haushaltslage zwingt die Stadt zur Erstellung eines Haushaltssicherungskonzepts. Das bedeutet natürlich gleichzeitig, dass die Stadt sich eigentlich nach dem Campus Sandheide, der neuen Feuerwache und Gymnasium am Neandertal zu denen sich inzwischen der Neubau des Gymnasiums und der Realschule an der Rankestraße und die Johannesschule in Alt-Erkrath gesellen, keine weiteren Neubauten leisten kann. Deshalb soll das Rathaus ja dann auch von einem Investor gebaut werden, der dann an die Stadt vermietet.
Kann das gutgehen? Als der Manager Thomas Middelhoff vor vielen Jahren die Führung des KarstadtQuelle Konzerns übernahm, verkaufte er für 4,5 Milliarden die konzerneigenen Warenhausimmobilien. Das galt für den angeschlagenen Warenhauskonzern als „Befreiungsschlag“. Der musste allerdings in den Folgejahren hohe Mieten zahlen, die zur Belastung wurden und den Konzern weiter in die Abwärtsspirale führten.
Was Erkrath im Falle eines zentralen Rathausneubaus mit den eigenen Immobilien an der Bahnstraße oder in Hochdahl plant, ist noch nicht bekannt geworden. Allerdings hat man offensichtlich, nachdem es gegen den Abriss des Bürgerhauses und dem favorisierten Neubau eines Rathauses an dieser Stelle massiven Widerstand aus der Bevölkerung gibt, einen neuen Standort im Blick. Der hat zudem einen besonders schönen Ausblick, nämlich auf einen denkmalgeschützten Landschaftspark, der die Handschrift von Maximilian Weye trägt und direkten Zugang zum Hubbelrather Bach bietet. „Damit hätten dann auch die Bürgerinnen und Bürger wieder Zugang zu diesem schönen Park“, schwärmt unser Informant, der namentlich nicht genannt werden will.
Dass die Pläne vielleicht nicht ganz abwegig sind, zeigen die inzwischen wieder abgebauten Baucontainer auf dem Gelände, auf dem eigentlich schon im Sommer 2024 Baubeginn hätte sein sollen. Beim Sommerfest 2024 wurde dann angekündigt, dass der Baubeginn in den Herbst verschoben wurde. Aber auch im Herbst tat sich nichts. Die Luxuswohnungen mit Concierge-Service und Parkblick ließen sich offensichtlich nicht so gut vermarkten, wie erhofft. Nachdem der Investor von der Sparidee der Stadt hörte, soll er das Gespräch mit der Verwaltung gesucht haben.
Derzeit soll angeblich geprüft werden, ob die bebaubare Fläche auf dem 13.000 Quadratmeter großen Grundstück den Anforderungen für eine neues Rathaus genügen würde. Da der Park denkmalgeschützt ist, müsste der Gebäudekomplex mit einer großen Tiefgarage gebaut werden, damit ausreichend Parkplätze für Mitarbeiter und Besucher zur Verfügung stehen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn ähnlich wie auf dem Pose-Marré-Geländemit der Nähe zur Düssel, müsste eine Tiefgarage gegen eindringendes Wasser geschützt werden, was den Bau teurer macht. Man darf also auf das Bekanntwerden von Einzelheiten gespannt sein.
Sie haben das doch nicht etwa geglaubt, liebe Leserinnen und Leser?
Heute ist der 1. April und an diesem ist traditionell so einiges an Unsinn erlaubt …

Hinterlasse jetzt einen Kommentar