Neandertal No.1: Etwas Neues bahnt sich an

von Ria Garcia

Für die kommenden zehn Monate hat das künftige Team des Neandertal No.1 schon einmal einen Schlüssel. V.l.: Sascha Wittenhaus, Annemarie Costan, Caterina Klusemann und Jens Pyper. Foto: Ria Garcia

Wie war das mit den Hochzeitsbräuchen? Etwas Altes, etwas Neues … Ein bisschen so ist das mit dem Neandertal No.1 auch. Etwas Neues wartet schon auf die Gäste und ein bisschen Vertrautes bleibt.

Am Donnerstag gab es im Neandertal No.1 eine kleine ‚Team-Party‘. Caterina Klusemann hatte Neuigkeiten. Mit dabei, einige bekannte Gesichter, die man schon von Hochzeitsevents kennt. Mit dabei aber auch neue Gesichter. Sie werden ab 2025 das Neandertal No.1 übernehmen und dem bewährten Konzept einige ganz neue Aspekte hinzufügen. Bereits im letzten Sommer hatte Caterina, die es mit ihrer Familie ‚weiterzieht‘ einen Aufruf gestartet, um passende Nachfolger für das Neandertal No.1 zu finden. Nach schlaflosen Nächten mit Blick auf die Entscheidung, wem sie letztendlich ihr Herzenprojekt übergibt, stehen die Nachfolger fest. Dass diese, wie vor Jahren Caterina, wieder mit drei Töchtern am Start stehen, die alle auch schon ein wenig Gastro-Erfahrung mitbringen, ist das, was im Neandertal No.1 vertraut bleibt. Aber keine Sorge: Das Power-Team, bestehend aus Sascha Wittenhaus, Annemarie Costan und den drei Mädels Angelina, Mira und Michelle samt vierbeiniger Dame Kalia wird neben so manch neuer Idee auch viel Bewährtes fortführen.

Das Schicksal geht oft seltsame Wege

Für Caterinas Familie war sonntags meist der Tag, an dem Abends die Küche kalt blieb und Sushi bestellt wurde. Den hat eines Abends Annemarie geliefert, die bei der Anfahrt ins ‚dunkle Tal‘ und dem anschließenden Weg die steile Treppe hinauf dachte: „Mein Gott, was ist das?“ Als Caterina dann, während sie das Sushi entgegennahm, sagte „Wir haben hier auch eine Höhle in der man heiraten kann“, war es um Annemarie geschehen. Sie ließ sich durchs ganze Haus führen. „Wir planten ja gerade unsere eigene Hochzeit“, erzählte Annemarie den Gästen am Donnerstagabend.

Als Annemarie, viel später als geplant, von ihrer Auslieferung zurückkehrte, sagte sie zu Sascha: „Ich glaube wir haben unsere Hochzeitslokation gefunden.“ So war es dann auch. Die beiden haben ihre Hochzeit im Neandertal No.1 gefeiert. Erst fiel später hat sie dann Caterinas Post auf Instgram gesehen, in dem sie einen Nachfolger suchte. „Dann haben wir ihr geschrieben.“ Nach ein wenig Fehlkommunikation, wie Annemarie es beschrieb, haben die beiden schließlich ihr Konzept erstellt, das neben anderen Bewerbungen am Ende das Rennen machte. „Wir freuen uns sehr. Auch das das Haus mehrere Wohneinheiten hat, ist perfekt, weil wir ja schon große Kinder haben.“ Und nicht nur Annemarie, Sascha und die Mädels freuen sich, auch Caterina freut sich: „In den Ideen der beiden steckt so viel Menschlichkeit.“

Wenn Soziales, Pschychologie und Kulinarisches aufs Neandertal treffen

Eigentlich kommen Annemarie und Sascha aus ganz anderen Berufen. Sie hat Erzieherin gelernt und dann Sozialarbeit studiert, er steckt aktuell im Psychotherapeutenstudium. Aber in der Gastronomie waren die beiden schon immer nebenberuflich tätig und weil der Job als Fahrer für ein Sushi-Restaurant schon belegt war und der Chef sagte „Wenn Du lernen willst, wie man Sushi rollt, kannst Du anfangen“, kann Sascha heute perfekte Sushis herstellen und von seiner selbstgemachten Teryaki Soße können die meisten nicht genug bekommen. Eine Kostprobe gab es am Donnerstag. „Wenn wir dann Anfang 2025 übernommen haben, wird es einmal im Monat montags ein Sushi-Event geben“, verspricht Sascha. Für den muss dann allerdings reserviert werden. Buffet planen die beiden an zwei extra Tagen in der Woche. Gibt es dieses aktuell im Neandertal No.1 nur sonntags oder bei Events, kommen 2025 der Montag und der Donnerstag hinzu.

Aber auch zu Feiern kann Sushi gebucht werden, denn die wird es auch nach diesem Jahr im Neandertal No.1 geben. „Ob Hochzeiten, Geburtstage, Abi oder Jubiläen, wir sind offen für alle Feiern“, sagt Sascha. Auch Feste für Kinder, wie etwa zu Karneval oder Halloween, bei denen die Kids dann in der Höhle feiern können, während die Erwachsenen im Café-Bereich Kaffeetrinken, steht als Idee schon fest. „Diese besonderen Momente haben“, beschreibt er, warum es ihm Freude bereitet Feiern auszurichten. Dabei sei man Teil der Freude, die Menschen in diesem ‚besonderen Moment‘ haben. Die soziale Komponente fließt auch mit ein: „Wir planen ein integratives Kaffee, in dem dann auch Menschen mit Down-Syndrom oder anderen Einschränkungen mitarbeiten können.“

Lern- und Kennenlernphase

Auch wenn Sascha und Annemarie erst zum Jahreswechsel 2024/2025 ganz übernehmen, sind sie in diesem Jahr schon regelmäßig mit dabei. „Eine Tochter arbeitet schon seit einiger Zeit regelmäßig bei uns mit“, verrät Caterina. Am Donnerstag hat sie den beiden schon einmal offiziell einen Schlüsselsatz übergeben. „Wir haben jetzt noch zehn Monate gemeinsam. In der Zeit werde ich alle meine Rezepte an die beiden übergeben.“ Wenn die beiden dann 2025 übernehmen, haben sie alles schon gesehen und können, so Caterina „voll durchstarten“. Gemeinsam werde man die Zeit gut nutzen. Bis Oktober ist das Neandertal No.1 für Feiern schon ausgebucht. „Ich nehme noch Termine bis zum Jahresende an“, sagt Caterina. Wer jetzt schon einen Termin fürs kommende Jahr reservieren möchte, kann dies über die Email annemarie@neandertal1.com auch jetzt schon bei den künftigen Inhabern tun. „Erste Anfragen haben wir schon“, verrät Annemarie.

Bis zum Sommer 2025 ist Caterina noch vor Ort und wohnt noch im Haus. „Dann ziehen wir weiter, wie es unsere Natur ist“, sagt sie. Sie seien immer schon „Wanderer gewesen“, hätten nach Italien, Paris, New York, Berlin und der Mongolei im Neandertal „den schönsten Hafen gefunden, den sie sich erhoffen konnten“. Solange seien sie noch nie an einem Ort gewesen. Aber jetzt werde es für die Filmemacherin und ihre Familie Zeit weiterzuziehen. So ganz los werde man sie aber nicht. Insofern dürfen sicher alle gespannt sein, auf welche Weise man sich künftig wieder sieht.

„Bevor wir weiterziehen werden wir aber noch einige Bauarbeiten in unseren ‚geliebten Haufen Stein‘ zu Ende bringen“, verspricht Caterina, damit das Neandertal No.1 noch lange ein Ort bleibt, den alle gerne besuchen. „Das Loslassen fällt ein wenig schwer. Hier gibt es tonnenweise Sachen, die ich liebe“, verrät sie. Vorerst geht es im nächsten Sommer jedenfalls nach Berlin. Dort möchte sie wieder in ihrem Beruf als Filmemacherin tätig werden und vielleicht nimmt das Thema ‚Kulinarisches‘ einen Platz darin ein.

Sascha und Annemarie mit den drei Töchtern sind ab 2025 das ’starke Team‘ im Neandertal No.1. Foto: RG

Akteure rund um Hochzeiten und Feiern

Am Donnerstag haben viele, die im Neandertal No.1 in den letzten Jahren Hochzeiten oder Feiern mit ausgestaltet haben, das künftige Team kennengelernt und damit auch schon den Kontakt für Events in 2025 sichergestellt. Unter ihnen war auch Villy. „Der einzige Vinyl-DJ in Deutschland“, sagt uns Caterina begeistert. Kennengelernt hatte sie ihn, weil er für eine Hochzeit im Neandertal No.1 gebucht war. Eigentlich war er am Donnerstag als Gast eingeladen, aber wie er so ist, hat er gleich sein Equipment mitgebracht und für die passende Hintergrundmusik gesorgt. Da wir ihn an diesem Tag zum ersten Mal trafen, haben wir ihn ein wenig ‚ausgefragt‘. Villy stammt ursprünglich aus Bulgarien. Vor etwas mehr als 10 Jahren kam er nach Berlin. „Zwei Wochen später habe ich schon in Clubs aufgelegt“, erinnert er sich. Als Vinyl-DJ ist er gefragt bei Hochzeiten, Firmen-Events, aber auch in Clubs. Inzwischen lebt er in Neuss, reist aber als DJ NRW- und zum Teil immer noch bundesweit zu Events. Mehr Infos über Villy gibt es auf seiner Homepage djvilly.com.

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