Mit den schönen Momenten des Alltags

von Ria Garcia

Die strahlende Jury-Preisträgerin Lara Rottinghaus. Foto: Lutz Wulfestieg

In der vergangenen Woche waren die Vernissage und Jury-Preisverleihung des inzwischen sechsten prämierten Kunstwettwerb des Förderkreis Kunst und Kulturraum Erkrath im KunsTHaus Erkrath. Das Thema dieses Mal: Begegnung.

283 Künstlerinnen und Künstler haben sich in diesem Jahr beworben. Sie durften bis zu drei Kunstwerke einreichen. Die Zahlen machen deutlich, dass die Jury eine Menge Arbeit hatte. Ausgewählt wurden 22 Künstler und Künstlerinnen mit 29 Kunstwerken. Neben dem Jury-Preis, der am vergangenen Samstag verliehen wurde, können Besucher noch bis zum 10. Mai 14 Uhr ihren Favoriten für den Publikumspreis wählen. Davon ausgenommen ist natürlich der Jury-Preisträger.

„Begegnung kann vieles sein, zufällig, geplant, Freude oder angstbeladen. In der Regel aber keine flüchtige Angelegenheit, sondern verbunden mit Gedanken an Vergangenem, verbunden mit der Hoffnung auf ein Neues“, beschrieb Wolfgang Sendermann, Vorsitzender des Förderkreises, das Thema diesjähige Wettbewerbsthema zur Ausstellungseröffnung. Im Zwischenmenschlichen seien Begegnungen eine wesentliche soziale Komponente. Ja geradezu lebensnotwendig. Auch durch KI kann die zwischenmenschliche Begegnung nicht ersetzt werden, führte er weiter aus. Bevor er die Besucher wissen ließ, wer den diesjährigen Preis gewonnen hat, wie er auf ein Video (hier bei YouTube) hin, in dem die Künstlerin Katja Wickert die Ausstellung besprochen hat. Erstellt hat das Video Horst Götze. Auch die einzelnen Künstlerinnen und Künstler stellte er namentlich vor.

„Zugegeben, die Entscheidung ist der Jury nicht leichtgefallen“, gestand Wolfgang Sendermann. Die Fragen, welches Kunstwerk der Begnung nahe komm, welches das Besondere ausstrahle und welches darüber hinaus in Idee und Ausführung besonders ist, hätten die Jury zur Entscheidung gebracht. „Aus einer Großveranstaltung einen Teil herausziehen, Begegnung und Vertrautheit spüren und durch die ungewöhnliche Perspektive dem Ölbild den Moment der Ruhe und Intimität zu geben, gibt uns, den Betrachtern, die Chance sich selbst in die Situation zu versetzen“, kam er auf das Werk, um schließlich zu verraten, dass Lara Rottinghaus mit ihrem Bild „Pure Note“ den Jury-Preis erhielt.

Von der Jury für die Ausstellung ausgewählte Künstlerinnen und Künstler: Jitka Baumgärtel, Regina Berge, Marlies Blauth, Sybille Dömel, Tobias Euler, Rainer Fröhlich, Rachel Haase, Anne Heilmann, Fred Hüning, Anne Konert, Barbara Neumann, Jungmin Park, Allne Regese, Lara Rottinghaus, Pavlina Rozsvpalkova, Almuth Rusteberg, Heike Scharrer, Karin Schüler, Stefan Sefrin, Marina Skepner, Prydatko Vladyslav und Birgit Wehmhoyer.

Die 36-jährige Künstlerin ist in Donaueschingen geboren und lebt in Düsseldorf. Auf die Frage, wann sie sich für die Kunst entschieden habe, sagt sie, dass es von Beginn an ihr Berufswunsch war. Sie hat die Kunstakademie in Düsseldorf besucht. Wenn Du schon Kunst wählst, dann wenigstens Lehramt, rieten ihr die um ihre Zukunft besorgten Eltern damals, sagt sie uns. „Das habe ich dann sechs Jahre lang gemacht“, erzählt sie uns. Dann sei sie ihrer Berufung gefolgt. 2020 war sie Mitgründerin des Gemeinschaftsateliers und der Eventlocation „kunst+tonic“. Seit 2022 ist sie Teil des Künstlerinnen Duos „rottzik“. Ihre Bilder waren inzwischen in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen und der Jury-Preis des Wettbewerbs ist nicht ihre erste Auszeichnung. Mehr über Lara Rottinghaus auf der Homepage der Künstlerin.

Das Bild, mit dem sich Lara Rottinghaus im Wettbewerb beworben hatte, ist nicht neu entstanden. Sie hat es aus ihren Werken gewählt, weil es gut zum Thema passte. „Es ist aus einer Alltagssituation entstanden und zeigt mich und meine Freundin während eines Konzerts im Pure Note in Düsseldorf“, sagt sie uns. Fotografiert hat die beiden auf dem Boden sitzenden Freundinnen ein Freund, der mit auf dem Konzert war. Das Bild ist dann mit dem Foto als Vorlage entstanden. Es zeigt die beiden aus einer ungewöhnlichen Perspektive. „Es sind die kleinen Schönheiten des Alltags, die kleinen Momente an Schönheit, kleine Gesten, die ich in meinen Bildern festhalte“, erklärt sie ihre Motivwahl. Mit ihren Bildern möchte sie ein Bewusstsein dafür entwicklen, den Moment transportieren. „Das Gefühl dahinter, das jede Person kennt.“ Genau mit diesen schönen Momenten des Alltags und vor allem mit der künstlerischen Umsetzung eines solchen Moments überzeugte sie schließlich auch die Jury.

Die Ausstellung zum Kunstwettbewerb Begegnung ist noch bis zum 10. Mai 2026 im KunsTHaus Erkrath zu sehen. Am 10. Mai findet von 14 bis 17 Uhr die Finissage mit Bekanntgabe des Publikumspreisträgers durch Bürgermeister Christoph Schultz unter musikalischer Begleitung von Toma Neill statt. Über den Publikumspreis kann mit den im KunsTHaus ausliegenden Stimmzetteln noch bis zum 10. Mai 14 Uhr.

Save the date: Am Mittwoch, den 6. Mai 2026 um 16 Uhr liest Schauspielerin Karin Halinde im KunsTHaus Erkrath zum Ausstellungsthema passende Texte zur „Magie der Begegnung“.

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