Hitze: Trinkwasser dringend nötig

Verbraucherzentrale NRW

Foto: nobu sato / Pixabay

Die Verbraucherzentrale NRW fordert mehr öffentliche Wasserspender. Ein einfacher Zugang ist vor allem an stark frequentierten Orten wichtig. Schulen könnten Vorreiter sein: Appell an neue Landesregierung

Drückende Hitze, trockene Böden, Wassermangel und Waldbrandgefahr: Die Menschen spüren derzeit, was Hitzewellen im Klimawandel bedeuten. Die Verbraucherzentrale NRW fordert deshalb rasche Maßnahmen von der Politik und bietet selbst Informationen und Hilfestellung. Wichtig sind aus Sicht der Verbraucherschützer vor allem deutlich mehr Trinkwasser-Zapfstellen im öffentlichen Raum.

Zwischen 2000 und 2018 wurden laut Umweltbundesamt acht der elf wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 beobachtet. Es ist absehbar, dass Hitzewellen weiter zunehmen werden und immer höhere Rekordtemperaturen auf uns zukommen. „Deshalb sind dringend Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen der Klimaänderung notwendig“, sagt Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. „Dazu gehört auch der einfache Zugang zu Trinkwasser im öffentlichen Raum. Diesen zu verbessern und sicherzustellen, dass an öffentlichen Plätzen Trinkwasserzapfstellen bereitgestellt werden, fordert auch die novellierte EU-Trinkwasserrichtlinie, die Deutschland bis 12. Januar 2023 in nationales Recht umsetzen muss.“

Gerade in Städten staut sich im Sommer oft die Hitze. Das belastet den Körper – nicht nur im Alter. „Ziel muss es sein, dass die Menschen auch außer Haus und unterwegs eine einfache und schnelle Möglichkeit haben, bei Bedarf Trinkwasser zu zapfen“, betont Schuldzinski. „In vielen anderen europäischen Ländern ist man da schon deutlich weiter.“ Kostenfreie Trinkwasserzapfstellen sollten in öffentlichen Gebäuden und vor allem an stark frequentierten Orten wie Bahnhöfen, Plätzen, Schulen, Universitäten, Museen und Sportplätzen eingerichtet werden.

Vorschlag: Alle Schulen mit Trinkwasser-Zapfstellen ausstatten

Die Verbraucherschützer werben für ein Landesprogramm „Schulen ans (Trinkwasser-)Netz“: „Leitungswasser ist preiswert, schont Ressourcen und ist ein idealer Durstlöscher“, sagt Wolfgang Schuldzinski. „Dafür setzen wir uns als Verbraucherzentrale NRW schon lange ein – und die neue Landesregierung in NRW könnte eine Vorreiterrolle gegen die Folgen der Klimaänderung einnehmen, wenn sie schrittweise alle Schulen in NRW mit Trinkwasser-Zapfstellen ausstatten würde. Als Startsignal könnte man mit den ersten tausend beginnen.“ Gerade in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen können begleitende Bildungsmaßnahmen dazu beitragen, die Akzeptanz von Trinkwasserangeboten und das Image von Trinkwasser zu verbessern und Verunsicherung und Vorurteile über Eignung und Qualität von Leitungswasser abzubauen.

Angebote zu Gesundheit, Vorsorge und Folgen von Extremwetter

Was hilft dem Körper, wenn das Thermometer an die 40 Grad Celsius anzeigt? Welche Versicherung brauche ich gegen Sturmschäden? Welche baulichen Anpassungen kann ich an meinem Haus vornehmen, um Hitze und Starkregen zu trotzen? Mit Antworten und Angeboten zu Fragen wie diesen unterstützt die Verbraucherzentrale NRW die Menschen in ihren Bemühungen bei der Klimaanpassung. Dieser unter Fachleuten bereits etablierte Begriff beschreibt, wie Menschen ihre Lebensgewohnheiten, die Bauweise ihres Heimes oder dessen Absicherung auf das sich wandelnde Klima mit extremem Wetter abstimmen. Unter „Klima im Wandel – schon vorgesorgt?“ bietet die Verbraucherzentrale NRW den Menschen Informationen und Hilfestellung.

Weitere Informationen und Links:

image_pdf

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*