
… mit diesem Motto möchte der Bürger- und Heimatverein Unterbach initial den Weihnachtsmarkt auch für die kommenden Jahre erhalten.
Im Ehrenamt sollte man zusammenhalten, anders können ehrenamtlich organisierte Feste und Veranstaltungen nicht gestemmt werden. In Unterbach kam es jetzt aufgrund einer Pressemitteilung des Rotary Club Neandertal kurz vor dem bevorstehenden Weihnachtsmarkt zu Irritationen.
Am kommenden Wochenende findet der Weihnachtsmarkt in Unterbach wieder statt. Der ehemalige Apotheker Peter Güttes hat vor fast 35 Jahren mit Geschäftsleuten einen Weihnachtsmarkt am Breidenplatz ins Leben gerufen, der Ende der 90er wieder eingestellt wurde. 2002 eröffnete dann der Bürger- und Heimatverein einen neuen Weihnachtsmarkt für Unterbach. Seit dem betreibt Güttes dort Hubis Glühweinstand mit Unterstützung aus der Familie und durch den Rotary Club Neandertal. Dem Rotary Club fließen die Erlöse und auf dem Markt zusätzlich gesammelte Spenden für verschiedene Projekte, wie beispielsweise die Erkrather Tafel oder das Neanderlab, zu.
In diesem Jahr ist Güttes nicht dabei. Eine Pressemitteilung des Rotary Club Neandertal titelt dazu: „Verkaufsverbot für Hubis Glühweinstand verhindert Spenden für soziale Zwecke.“ Weiter heißt es darin: „Unterrichtet wurde er darüber über ein Schreiben, das ihm schnöde in den Briefkasten geworfen wurde.“ Wir haben beim Bürger- und Heimatverein Unterbach nachgefragt, was es damit auf sich hat. Dort war man von der Pressemitteilung unangenehm überrascht. „Sowas macht man vielleicht in der Geschäftswelt, aber doch nicht im Ehrenamt“, äußerte sich Vorsitzender Dr. Stefan Schrewe. Dann erklärte er uns, welche Entscheidungen wann und warum für den Weihnachtsmarkt getroffen wurden.
Höhere Auflagen, gestiegene Kosten, schwer kalkulierbare Risiken für ehrenamtlich organisierte Veranstaltungen und Märkte, treffen auch auf Unterbach. „Im Idealfall haben wir nach dem Weihnachtsmarkt ein Plus von 400 Euro in der Vereinskasse“, sagt uns Dr. Stefan Schrewe, Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins Unterbach. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass der Verein im Worst Case, bespielsweise bei einer notwendigen Absage wegen Unwetter, auf Kosten sitzenbleibt, die schwer zu stemmen sind. Gerade einmal 10 Euro Mitgliedsbeitrag pro Jahr werden erhoben. „Wir haben nix zu verschenken, außer Arbeit“, erklärt Schrewe, dass viel auf den Schultern des Ehrenamts lastet.
Der Verein sieht sich als Interessenvertretung für die Brauchtumspflege, den Heimatgedanken, die Förderung des Vereinslebens, die Jugend- und Seniorenarbeit, die Integration der Neubürger u.v.m. Zwei jährlich stattfindende Veranstaltungen sind fest in der Satzung verankert: Der Seniorenkarneval und der St. Martins-Zug. Weitere, wie der Weihnachtsmarkt, können im Rahmen der Vereinszwecke veranstaltet werden. Den haben die Unterbacher natürlich in den mehr als drei Jahrzehnten seit Start fest im Kalender stehen und so gibt sich der Bürger- und Heimatverein alle Mühe den Markt zu erhalten. Dafür müssen Rücklagen gebildet werden, die sicherstellen, dass der Verein auch einmal ein Jahr überleben kann, wie es Schrewe ausdrückt. Zweimal habe man die Standgebühren bereits angehoben, um die Finanzierung des Weihnachtsmarkts sicherzustellen. Viel an der prekären Situation habe sich aber nicht geändert, so Stefan Schrewe.
Gespräche mit Güttes gab es schon vor eineinhalb Jahren
Wenn ein Verein ‚pleite‘ ist, ist das in der Regel das Ende. In Unterbach wäre das auch das Ende für den Weihnachtsmarkt, den Senioren-Karneval und den St. Martinszug, also macht man sich im Bürger- und Heimatverein schon länger Gedanken, wie man die Finanzierung langfristig sicherstellen kann. Der größte Erlös wird auf dem jährlichen Weihnachtsmarkt beim Glühweinverkauf erzielt, weshalb der Bürger- und Heimatverein das Gespräch mit Peter Güttes suchte, um Erlöse so zu verteilen, dass dem Verein die weitere Organisation des Weihnachtsmarktes für Unterbach möglich ist.
Auch mit Peter Güttes, der Hubis Glühweinstand über die ganzen Jahre betrieben hatte, suchte man schon vor eineinhalb Jahren das Gespräch. Im Gespräch war eine Umsatzbeteilung für den Verein, ein gemeinsamer Stand, an dem Güttes weiter hätte Spenden sammeln können, und ähnliches. Güttes verschloss sich jedoch allen Vorschlägen für mehr Gemeinsamkeit im Sinne der Weihnachtsmarktes, sodass man ihn in diesem Sommer mit einem Schreiben darüber informierte, dass der Verein in diesem Jahr einen eigenen Glühweinstand betreiben wird. „Er ist ja im Gespräch damals auf nichts eingegangen und hat dazu auch keine eigenen Ideen eingebracht. Auf unser Schreiben hin hätte er im Sommer ja auch das Gespräch suchen können, aber das ist nicht geschehen“, sagt uns Dr. Schrewe. Mit anderen Ausstellern hatte man einen Kompromiss gefunden.
Güttes Äußerung in der Pressemitteilung des Rotary Club Neandertal „In anderen Stadtteilen werden Auszeichnungen verliehen für solch ein langjähriges soziales Engagement“, macht Schrewe traurig. „Wenn er mit den Spenden etwas für Unterbach getan hätte, wäre er sicher auch hier ausgezeichnet worden“, kommentiert er. Die mit dem Glühweinstand erzielten Erlöse und Spenden seien jedoch nicht in Unterbacher Projekte geflossen. „Wir machen ja auch alles im Ehrenamt für das Gemeinwohl in Unterbach, nur wenn der Verein sich dabei finanziell übernimmt, bleibt gar nichts mehr. Wir wollen das ja auch in Zukunft für die Menschen hier vor Ort machen“, erklärt er und hofft, dass auch Peter Güttes erkennt, dass man im Ehrenamt in Unterbach zusammenhalten sollte, damit es den Weihnachtsmarkt auch in Zukunft geben kann.

Artikel gefällt mir, ist schon traurig das es überhaupt zu einer Richtigstellung seitens des BHV kommt muss.
Hätte von Rotariern mehr Professionalität erwartet.