
Einsatz von Feuerwehr und THW, Anwohnerevakuierung, Straßensperrungen und die drohende Gefahr, dass ein umgekippter Baukran durch einen Rückschlag noch weitere Schäden anrichtet. Seit Mittwochabend ist die Gefahr gebannt. Verletzt wurde niemand.
Alles begann am frühen Dienstagabend (10. März). Die Feuerwehr wurde um 17.27 Uhr mit dem Stichwort „TH1_Sturm“ alarmiert. Das Stichwort steht für einfache, technische Hilfeleistungen in kleinerem Umfang, im Speziellen für das Beseitigen eines umgestürzten Baums oder eines Baums, der umzustürzen droht oder die Beseitigung von Ästen oder anderen Gegenständen. Letzteres traf schließlich zu. An der Neanderstraße Ecke Gerberstraße war ein tonnenschwerer Baukran in die Fassade des mehrstöckigen Neubaus gekippt, der dort gerade entsteht. Geschehen war das offensichtlich beim Versuch eine Palette mit Gipskartonplatten aus der dahinter liegenden Straße „Am Ort“ in die Baustelle zu heben. Der Ausleger samt Ladung beschädigte dabei das Dach eines der Häuser. Die Gipskartonplatten stürzten ab und der Haken des Krans blieb im Dach stecken.
Zum Einsatz kam neben der hauptamtlichen Wache der Feuerwehr auch der THW. Die Unfallstelle wurde am Dienstagabend weiträumig abgesperrt. Die Neanderstraße war zeitweise vollgesperrt, genauso, wie die Gerberstraße zwischen Bongardstraße und Neanderstraße. Dort hielt die Sperrung aber auch später an. Mehrere Anwohner wurden vorsorglich evakuiert. Verletzt wurde niemand. Die Bergung sollte mit einem mobilen Autokran des THW noch am Dienstagabend erfolgen.
Ganz so einfach stellte sich die Lage aber dann nicht dar. Um 21.40 Uhr gab die Stadt die Meldung heraus, dass die Bergungsarbeiten voraussichtlich noch bis in die frühen Morgenstunden andauern werden. Der Baukran, der an der Gerberstraße an der Fassade des Rohbaus auflag, musste erst umfangreich gesichert werden. Die evakuierten Anwohner konnten in der Nacht noch nicht in ihre Häuser zurückkehren. Für die Versorgung von Anwohnern und Einsatzkräften sorgte das DRK in der Stadthalle.
Feuerwehr und THW auch am Mittwoch weiter im Einsatz
Am späten Mittwochvormittag war klar, dass der Einsatz noch mehrere Stunden andauern würde. Für die Anwohner war die Rückkehr in ihre Häuser noch nicht möglich. Die Gerberstraße sowie der nördliche Teil des Gerberplatzes blieben während dieser Zeit weiter vollgesperrt.
Kim Sara Doht, Einsatzleiterin der Feuerwehr, beschrieb gegenüber dem WDR, dass der Kran umfangreich unterbaut werden musste, damit ein Rückschlagen des Krans verhindert wird. Das gelang dann schließlich am Nachmittag. Zur Stabilisierung folgte eine Sicherung des Krans am Gebäude für den späteren Rückbau. Für die Bergung war ab 17 Uhr die erneute Vollsperrung der Neanderstraße notwendig.



Um 21.20 Uhr ließ ein Update der Nachrichten noch vermuten, dass es eine lange Nacht werden könnte. Auf der Homepage der Stadt Erkrath hieß es: „Die Trennarbeiten sind im vollen Gange. Ein Ende des Einsatzes sowie der damit verbundenen Sperrungen ist weiterhin nicht absehbar. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Bergungsarbeiten noch bis in die Nacht hinein ziehen. Alle evakuierten Anwohnerinnen und Anwohner werden gebeten, bis zum Ende des Einsatzes in ihren Ausweichquartieren zu verbleiben.“ Aber bereits eine halbe Stunde später, um 21.50 Uhr, erfolgte die Entwarnung. Feuerwehr und THW hatten den vorderen Teil des Auslegers erfolgreich abgetrennt und geborgen. Dabei hätte es keinerlei Bewegung mehr im gesicherten Grundmast gegeben. Die evakuierten Anwohner durften in ihre Häuser zurückkehren und der Verkehr auf der Neanderstraße wurde wieder freigegeben.
Am Donnerstag wirkt das Bild, von der Gerberstraße aus gesehen, fast unverändert. Einzig der Teil des Auslegers der Anwohner der Straße „Am Ort“ gefährdete, war abgetrennt worden. Die restliche Schadensbeseitigung dürfte nun in Verantwortung der Bauherren liegen, die zuerst den Baukran aus seiner gekippten Lage bringen müssen und dann natürlich die entstandenen Schäden an Baugerüst, Dachkante und Dachaufbauten beseitigen müssen. Nachdem der Fortschritt des Neubaus in den letzten Monaten gut sichtbar war, dürfte der Kranunfall zu Verzögerungen führen.



Fotos: Lutz Wulfestieg


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