„Food & Kultur“ im Neandertal No 1

Haben in der Corona-Krise mutig ein neues Konzept aufgelegt: Caterina Klusemann (Neandertal N° 1, links) und Irena Steinjan (Foodbloggerin). Foto: Susann Krüll

Dieses neue Format ist ein Gemeinschaftsprojekt von Caterina Klusemann und Foodbloggerin Irena Steinjan, mit dem die beiden Frauen mutig der Corona-Krise entgegentreten.

Zunächst vier Veranstaltungen sind geplant in der Höhle des ‚Neandertal No 1‘, die Inhaberin Caterina Klusemann zu einem besonderen Veranstaltungsort ausgestaltet hat. Zusammen mit der Food Bloggerin und Kochschulen Inhaberin Irena Steinjan, deren essbare Kreationen unter dem Instagram- und Web-Account „flottelotte.eu“ zu bewundern sind, haben die beiden kreativen Frauen Menüs und Kultur zu ‚Sinnes-Paketen‘ zusammengeschnürt.

Die Hände in der Schoß zu legen und nur darauf zu reagieren, welche Folgen die Corona-bedingten Einschränkungen für Restaurants und Hotel-Betrieb mit sich bringt, ist Caterina Klusemanns Sache nicht: „Im August haben wir fast ‚Normalbetrieb‘ gehabt und konnten endlich wieder Hochzeits- und Familienfeiern unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln durchführen. Im Moment, wo die Zahlen wieder hoch gehen, kommen am Tag bis zu zehn Absagen für Reservierungen im Oktober/November“, so die engagierte Unternehmerin, die mit ihrer Familie vor fünf Jahren das Projekt ‚Wiederbelebung des Neandertaler No 1‘ in Angriff genommen hat. Doch diese Existenzbedrohende Entwicklung lähmt die leidenschaftliche Unternehmerin nicht, sondern lässt sie ‚Nischen suchen‘. Dabei kommt Klusemann zugute, dass sie in der Kunst- und Musikszene gut vernetzt ist, aber auch über den Kreis hinaus. Und sie ist interessiert, was andere Kreative so machen: „Ich folge Irenas Block schon lange und bin begeistert von den Ideen und wie sei ihre Rezepte in Szene setzt. Ich habe dann einfach den Kontakt zu ihr gesucht und wir haben uns zusammengesetzt“, so Caterina Klusemann, wie es zur ‚Geburt‘ der ‚Food & Kultur‘-Arrangements gekommen ist.

„Ich habe mich gefreut und auch geehrt gefühlt, als Caterina vorschlug, ein Projekt zusammen in ihrer einmaligen Höhle zu machen“, so Irena Steinjan.

Dass die beiden kreativen Frauen auf einer Wellenlänge sind, zeigt sich beim Pressegespräch. Wie beim Tennis die Bälle spielen sie sich die Informationen zu ihrem gemeinsamen Projekt und jede Menge weitere Ideen für Events, die man an diesem besonderen Ort noch veranstalten könnte, zu. Der Dritte im Bunde bei diesem Termin ist Zoltán Velinov, der kein Unbekannter im Neandertal ist. Er hat auf der Abschlussveranstaltung für die „Stadtschreiber“ das Neandertal-Museum mit seiner Lichtinstallation in Szene gesetzt. Beim zweiten Termin wird er die Höhle im November entsprechend des Mottos in purpurnes Licht tauchen. „Ich dachte bisher, dass die Höhle künstlich geschaffen wurde. Dass sie tatsächlich in den Felsen unter dem Haus geschlagen wurde, dass habe ich erst heute gelernt“, zeigt sich Velinov beeindruckt, der nicht nur mit Licht flüchtige Kunstwerke schafft, sondern auch solche auf Leinwand schafft. „Mein Thema sind Steinformationen“, so der in Serbien geborene Universalkünstler, der auch noch (Jazz-) Musik macht. Er selbst bezeichnet sich, wie Irena Steinjan auch, als Balkanbürger.     

Irena Steinjan, Zoltán Velinov und Caterina Klusemann (v.l.n.r.). Foto: Susann Krüll

Balkanküche – unerwartet interpretiert

Mit von Irena Steinjan kreierten Gerichten, die nichts gemein haben mit denen, die man landläufig mit diesem Begriff verbindet, startet die neue Eventreihe am 17. September. „Die Küche in meiner Heimat, dem Balkan, ist lange nicht so fleischhaltig, wie einschlägige Restaurants mit Tellern voller Cevapcici und Fleischspieße uns das weismachen wollen“, so die in Haan lebende kreative Food Bloggerin, die zum Auftakt der Reihe stattdessen in ihrem Menü u. a. mit Wildkräutern abgeschmeckte Bestandteile wie Langusten und Kalbs Carré oder Mohnpuddings kredenzen wird. „Ich liebe den Herbst, essenstechnisch mit Pilzen, Beeren oder Wurzelgemüse und auch die bunt gefärbten Blätter. Diese herbstliche Stimmung möchte ich auf den Teller bringen“, so die begeisterte (Hobby-)Köchin, die in einer sozialen Einrichtung in Ratingen arbeitet. Die Fotos in ihrem Block und auf ihrem Instagram-Account geben einen ‚Vorgeschmack‘, wie sie bei der Kreation ihrer Gerichte ‚in Farben schwelgt‘ (siehe Titel der November-Veranstaltung). Doch auch an die anderen Sinne ist gedacht. „Dirk Raabe, der bei der Oktober-Veranstaltung erotische Literatur passend zum Menü lesen wird, spricht wie die Bands, die bei den anderen Veranstaltungen dabei sind, den Hörsinn an“, verrät Irena Steinjan, schweigt sich zum Menü hingegen aus. „Das soll eine Überraschung für die Gäste bleiben, die sich auf das Experiment einlassen.“

Infos zu den geplanten Veranstaltungen:

  • ‚Balkan Band Unplugged & Moderne Balkanküche‘
    17. September 2020
  • ‚Wein, Food & Literatur‘, Lesung von Dirk Raabe & Herbstmenü
    29. Oktober 2020
  • ‚Purple – Electronic Art in Motion‘, Lichtinstallation von Zlatan Velinov & Kochen nach Farbe
    12. November 2020
  • ‚Breaking Rules‘, Musik mit Nicolao Valiensi & das perfekte Winter Soulfood
    10. Dezember 2020 

Beginn jeweils um 18.30 Uhr.

Kosten pro Person für ein 3-4-gängiges Menü und Kulturprogramm, inkl. Begrüßungsgetränk, Wasser und Espresso: 88€/Pers. Maximal: 25 Personen, mindestens 20 Teilenehmer.

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