
Am 26. April 2026 gab es im Naturschutzzentrum Bruchhausen anlässlich des europäischen Streuobstwiesentags Verkostungen von Streuobstwiesenprodukten.
Bruchhausen bietet den Erkrathern Bürgern eine wunderbare Landschaft, in der Artenvielfalt erlebt werden kann und jeden letzten Samstag ist das Naturschutzzentrum Bruchhausen von 9.30 bis 13 Uhr geöffnet und bietet heimischen Honig und Apfelsaft von den eigenen Streuobstwiesen an. Zum europäischen Streuobstwiesentag, den es seit 2021 gibt, wurden am 26. April darüber hinaus Verkostungen und jede Menge Informationen geboten.
Renate Späth vom Naturschutzzentrum stand interessierten Besuchern Rede und Antwort. Renate Späth erklärte, dass die Erkrather Bäume in diesem Jahr mit der Blüte früher dran sind als in anderen Regionen wie zum Beispiel in der Bretagne, der Normandie, Luxemburg, Schweiz, Österreich und Slowenien die zu den vielen Vorzeigestreuobstregionen gehören. Das, so führte sie aus, verspricht in Bruchhausen eine gute Ernte zu werden. Ein wichtiger Punkt des Streuobstanbaus und seines Erhalts diene auch dem Schutz der Biodiversität. Die Bruchhauser Streuobstwiesen liefern alljährlich Äpfel und Birnen für den „Trink mit“-Apfelsaft, ein regionales Qualitätsprodukt der niederbergischen Region. Die Stiftung Naturschutzgebiet Bruchhauser Feuchtwiesen verfügt in Erkrath, das doch relativ dicht besiedelt ist, auf dieser begrenzten Fläche über mehr als einhundert Hektar einschließlich der alten Schule, dem Sitz des Naturschutzzentrums.
Im Jahr 2025 konnten um die 12.000 Kilo Äpfel gesammelt und damit ca. 800 Flaschen Apfelsaft produziert werden. Reinhard Herder, der auch ehrenamtlich beim Naturschutzzentrum mitwirkt, hob den Unterschied zwischen dem Bruchhausener Apfelsaft zu den Apfelsäften bei den Discountern hervor. Das Produkt im Discounter bestehe fast ausschließlich aus Apfelkonzentrat aus China. Den Unterschied wissen viele zu schätzen, denn das Naturschutzzentrum habe sehr viele Stammkunden die regelmäßig samstags ihr Kiste Apfelsaft abholen, so Renate Späth.


In Bruchhausen werden die Äpfel in mühevoller Handarbeit aufgesammelt. Privatpersonen lässt das Naturschutzzentrum nicht durch die Wiesen zum Aufsammeln laufen, da es sich teilweise um Flächen mit Naturschutzcharakter handelt und man Zerstörung von Lebensraum der dort lebenden Tiere vorbeugen will. Also werden alle Arbeiten durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Zentrums abgewickelt. Die Verarbeitung erfolgt seit Jahrzehnten in Heiligenhaus bei der Süßmosterei Dalbeck, deren Chef Thomas Dahlbeck in diesem Frühjahr leider viel zu früh verstorben ist und für den eine Nachfolge gesucht wird.
Die Kultur und die Menschen werden in Europa unter anderem auch durch die Streuobstlandschaften geprägt. Bedauerlicher sei, wenn man sie auf der Landkarte betrachtet, es immer mehr weiße Flecken gebe und somit wertvoller ökologischer Lebensraum verloren gehe, so das Statement von Renate Späth. Der Streuobstanbau sei eine jahrhundertealte Tradition. In Deutschland, Österreich und Slowenien stehe er in den nationalen Verzeichnissen des Immateriellen Kulturerbes der nationalen UNESCO-Kommissionen. Auch in Österreich und Irland wurde schon der Antrag gestellt.
„Egal, ob zur Blüte im Frühjahr oder zur Erntezeit im Herbst – eine Streuobstwiese ist ein ganz besonderer Ort. Am Tag der Streuobstwiese wollen wir das auch all jenen zeigen, die das noch nicht wissen. Darum feiern wir jedes Jahr am letzten Freitag im April und dem anschließenden Wochenende diese besonderen Kleinode der Natur“, schloss Renate Späth.

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