
In der Realschule Hochdahl ist das über eine 2020 geschlossene Kooperation mit dem Handwerkerkreis möglich. Einmal im Jahr, in der Handwerkerwoche, können Schüler der 9. und 10. Klassen aktiv werden.
„Die Kooperation beschränkt sich nicht auf die Handwerkerwoche. Übers Schuljahr verteilt gibt es auch kleinere Aktionen und eine Praktikumsmesse“, sagt Sina Schwarzinger, die an der Realschule Koordinatorin für berufliche Orientierung ist. Die Praktikumsmesse erleichtere es, dass alle einen Platz für ein Schülerbetriebspraktikum finden und nicht selten finden Schülerinnen und Schüler darüber auch ihren künftigen Beruf.

die auf der Grundlage ihres Entwurfs
entstanden ist. Foto: RG
Zur Handwerkerwoche waren in diesem Jahr Metallbau Böhlert, Malermeister Axel Nölling, Garten- und Landschaftsbau Rheinfeld und Graf Elektrotechnik. Für Graf Elektrotechnik war Macus Graf, der den Betrieb bereits 2022 an einen langjährigen Mitarbeiter übergeben hat, selbst vor Ort. Jungen Menschen das Handwerk näher zu bringen, ist ihm auch im Ruhestand immer noch eine Herzensangelegenheit. „Er kommt auch in den Physikunterricht und erklärt den Schülern praktische Zusammenhänge. Das macht er ehrenamtlich weiter“, freut sich Sina Schwarzinger. Auf dem Programm der Handwerkerwoche standen in diesem Jahr die Begrünung des Hochbeets aufzufristen und einen Kräuterturm zu bauen. Außerdem wurden in der Schule Sitzgelegenheiten und Wände nach Motiven der Schuler gestaltet. Eine besondere gestalterische Herausforderung war eine Skulptur fürs Atrium.
Vom Entwurf bis zu Ausführung waren die Schüler beteiligt, zum Teil sogar in den Betrieben vor Ort und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Da schlummert so manches Talent. Für die Wandgestaltung und die Skulptur gab es viele Entwürfe, aus denen gemeinsam einer ausgewählt wurde. Beide Male traf es die Entwürfe von Rulian Omar. Die 16-Jährige besucht die Klasse 9a. Danach gefragt, ob sie beruflich in eine künstlerische Richtung gehen möchte, antwortet sie: „Ich möchte Ärztin werden. Kunst ist nur ein Hobby.“ Ihre Statue aus Metall, das mit der Zeit eine Rostpatina bekommt, sei an die Oskar-Statuen angelehnt. Allerdings trage sie ein Buch, das für Bildung stehe.

Während auch die Wandgestaltung von Rulian Omar Entwurf stammt, sind die Entwürfe anderer Schüler in die Sitzflächen der Bänke darunter eingeflossen. „Für die Gestaltung der Sitzflächen und der Wand haben die Schüler mit Klebestreifen für die grafische Aufteilung gearbeitet“, erzählt uns Konrektorin Simone Richter. Aus drei zur Verfügung stehenden Farben hatten die Schüler alle Töne gemischt. Auch Nachbesserungen an bereits umgesetzten Projekten aus dem letzten Jahr gab es. Wir trafen Axel Nölling, der mit einigen Schülerinnen ein Drahtgeflecht vor den Bienenhotels anbrachte. „Ich habe in diesem Jahr nur weibliche Helferinnen“, verriet er lachend. Das wünscht er sich auch für seinen Betrieb. Weibliche Mitarbeiterinnen seien eine Bereicherung fürs Handwerk. Eine hat er bereits. Über weitere würde er sich freuen. Die gegenteilige Erfahrung machte an diesem Tag Elektro Graf. Dort hatten sich nur Jungen eingefunden. Aber egal, wie sich die Geschlechter in der Handwerkerwoche auf die Gewerke verteilen: „Ziel ist es zu vermitteln, dass Schulwissen auch im Beruf gebraucht wird.“ (Axel Nölling)


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