Der Maler und Schriftsteller Eduard Daelen

Mittag im Malkasten, Künstlerverein Malkasten, 1898 (in Geschichte des Künstlervereins Malkasten von Eduard Daelen, S. 61) Gemeinfrei, Quelle: Wikimedia Commons

Im Dezember ist im Bergischen Geschichtsverein (BGV), Abteilung Erkrath der 12. Band der Reihe Niederbergische Geschichte erschienen. Hans-Joachim Dietz hat sich darin mit dem Leben von Eduard Daelen befasst, der in seinen letzten Lebensjahren in Erkrath-Hochdahl lebte.

Die Autoren der insgesamt 12 Bände Niederbergische Geschichte wechseln. Mal sind es einzelne Autoren, mal arbeiten Ko-Autoren an einem Werk gemeinsam. „Jeder hat bei uns sein Spezialgebiet“, erklärt Hans-Joachim Dietz, Autor des jüngsten Bandes. Das schlägt sich in der Themenvielfalt der unterschiedlichen Bände wieder. Ihnen allen gemeinsam ist die Grundlage, dass es Geschichte, Persönlichkeiten, Bauwerke und Orte aus und mit Bezug zu Erkrath handelt. Alle 12 Bände sind auf der Homepage des BGV Erkrath unter Veröffentlichungen zu finden und können per Email an niederbergische-geschichte@bgv-erkrath.de direkt beim Verein bestellt werden.

Den aktuellen Band 12 gibt es darüber hinaus auch zum Preis von 10 Euro in der Buchhandlung Weber in Hochdahl. Rund zweieinhalb Jahre sind von der ersten Idee bis zum fertigen Buch vergangen, in denen viel Recherchearbeit stecken. Das meiste konnte Hans-Joachim Dietz dabei über Telefonate und Emails erfahren, nach Witzenhausen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis reiste Dietz allerdings persönlich, um die Recherchen zu vertiefen. Eigentlich wollte er Mitte Dezember das Leben von Eduard Daelen in einem Vortrag präsentieren, aber die gestiegenen Inzidenzen veranlassten den BGV diesen abzusagen.

Der Vorstand des Bergischen Geschichtsvereins Erkrath mit dem aktuellen Band
Niederbergische Geschichte über das Leben Eduard Daelens. Foto: Ria Garcia

Zum aktuellen Band 12: Maler und Schriftsteller Eduard Daelen

Eine Straße in Hochdahl ist nach ihm benannt. Grund genug das Leben des Malers und Schriftstellers, dessen Wirken man hier in der Region oft auch im Zusammenhang mit dem Düsseldorfer Künstlerverein Malkasten in Erinnerung hat, näher zu betrachten. Daelen wurde 1848 in Hörde (nach der Eingemeindung 1928 heute ein Stadtteil von Dortmund) geboren. Als Sohn eines Oberingenieurs hätte er eigentlich gerne Kunst studiert, folgte aber Vaters Willen und begann ein Maschinenbaustudium an der Gewerbeschule in Barmen und später in Berlin. In Berlin hörte er dann viel über Kunst und Kultur und wechselte schließlich im Herbst 1868 an die Kunstakademie in Düsseldorf, um seiner eigentlichen Berufung zu folgen. Ein Jahr später wechselte er an die Berliner und später an die Münchner Kunstakademie. Nach dem Studium verschlug es ihn für kurze Zeit nach Rom, bevor er sich dann 1875 in Düsseldorf nieder ließ.

Selbstportrait Daelen, ca. 1880, gemeinfrei,
Quelle: BGV

In Düsseldorf gehörte er schließlich zum Künstlerverein Malkasten. „Der politisch orientierte Künstlerverein entwickelte sich damals mehr zu einem Gesellschaftsverein mit künstlerischer Prägung“, weiß Dietz aus seinen Recherchern. Daelens Bilder seien damals ohne tiefen Hintergrund entstanden, hätten spät romantische Züge getragen und vor allem Natur und Schönheit gezeigt. Finanziellen Erfolg hatte er mit seinen Bildnissen vor allem durch Auftragsarbeiten lokaler und öffentlicher Auftraggeber. So malte er unter anderem den deutschen Kaiser Wilhelm I. Otto von Bismarck.

Als Schriftsteller veröffentlichte Daelen Gedichte und schrieb Fest- und Bummelstücke zur Aufführung im Malkasten. Als Kunstkritiker schrieb er unter Pseudonymen wie Ursos teutonicus und Angelo Dämon. Seine Kritiken waren nicht immer taktvoll, oft in beleidigendem Ton verfasst. Unbeliebt machte er sich auch mit einer Biografie über Wilhelm Busch bei diesem selbst. Busch hatte er wohl während seines Studiums kennengelernt. „Auch Busch studierte Maschinenbau“, erklärt Dietz. Busch war jedenfalls ’not amused‘ über diese Biografie, sah sich darin falsch dargestellt und veröffentlichte später eine eigene Biografie über sich. Einem seiner Briefe an Daelen ist dieser Unmut zu entnehmen.

Der Maler und Schriftsteller Eduard Daelen war ein Mann voller ‚Ecken und Kanten‘, musste dereinst auch einmal eine Woche im Gefängnis verweilen, weil die katholische Kirche sich zu sehr kritisiert sah. Was Eduard Daelen aber mit Erkrath verbindet, ist eher positiv zu werten. Drei Jahre vor seinem Tod (9. Mai 1923) zog es ihn der späten Liebe willens nach Erkrath. Er zog zu Emma Lukas in die Villa am Feldhof 22. Damals war die ursprüngliche Felsenlandschaft im Neandertal schon fast zerstört und während einige Zeitgenossen den Sieg der Technik über die Natur feierten und im Foto festhielten, malte Daelen die Reste der ursprünglichen Felsenlandschaft. Der Geist, der stets verneint, aus Goethes Faust, würde zu dieser Zeit passen.

“Ich bin der Geist der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles was entsteht
ist wert dass es zu Grunde geht;
Drum besser wär’s dass nichts entstünde.
So ist denn alles was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.”
(Johann Wolfgang von Goethe, Faust, erster Akt)

Anders als seine Zeitgenossen setzte sich Eduard Daelen mit ganzer Kraft für den Erhalt des Neandertals ein und spielte eine maßgebliche Rolle bei der Gründung des Naturschutzvereins Neandertal, was ihm sicher zu Recht eine nach ihm benannte Straße in Hochdahl eingebracht hat.

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