Ausbildungsmarkt wieder im Aufwind

IHK Düsseldorf

Symbolbild - Foto: Anastasia Gepp / Pixabay

Das Handwerk in Düsseldorf und im Kreis Mettmann hat bei den neu zustande gekommenen Ausbildungsverhältnissen zum Stichtag 30.9. einen Teil des pandemiebedingten Einbruchs des Vorjahres wieder wettmachen können. Und das trotz geschlossener Schulen im Lockdown und damit erneut erschwerten Orientierungs- und Vermittlungsumstände.

Mit plus 2,3 Prozent in Düsseldorf und plus 2,8 Prozent im Kreis Mettmann verlief der Aufholprozess allerdings etwas schwächer als im Kammerschnitt (+ 7,5 Prozent). Allerdings war der Einbruch im vergangenen Jahr in beiden Gebietskörperschaften auch geringer ausgefallen. Die „Delle“ in der langjährigen Ausbildungsbilanz des Handwerks ist im Großraum Düsseldorf also weniger tief. „Das zweite Corona-Jahr hat eindeutig gezeigt: Trotz erschwerter Bedingungen wollen die Unternehmen im Handwerk weiter ausbilden. Das ist ein ganz starkes Zeichen und die wichtigste Botschaft des Tages,“ ordnete der für Berufsbildung zuständige Geschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, Dr. Christian Henke, die Situation auf dem handwerklichen Ausbildungsmarkt ein. Die Handwerkskammer habe die Betriebe bei ihrer Suche nach dem passenden Auszubildenden „so umfassend wie noch nie“ unterstützt: Verstärkt haben wir vor allem auf digitale Angebote in Beratung und Kommunikation gesetzt: WhatsApp-Beratung, Kampagnen auf Instagram oder digitale Speeddatings stehen beispielhaft für diese neuen Wege, die mittlerweile Standard sind,“ so Henke.

Die Entwicklung in den einzelnen Handwerken verlief dabei noch sehr unterschiedlich. Die Kfz-Branche sowie Friseure und Kosmetiker spürten die Auswirkungen der Pandemie weiterhin schmerzhaft. Der Baubereich boomt dagegen im zweiten Jahr in Folge. Die für das Handwerk so wichtigen Ausbaugewerke, vor allem die Elektroniker und die Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung Klima sind nach einer Pause in 2020 wieder auf Expansionskurs. Krisenfest zeigen sich weiterhin die Tischler, denen Corona anscheinend auch im zweiten Pandemie-Jahr nichts anhaben kann. Kritisch
bleib die Entwicklung dagegen in den Lebensmittelhandwerken. Für den Jahresendspurt gilt: Am Ausbildungsmarkt ist noch alles möglich. Es gibt weiterhin freie Stellen, die auf interessierte und motivierte Jugendliche warten.

„Anschließend müssen wir die Aufholdynamik des Jahres 2021 in das kommende Ausbildungsjahr hinübertragen,“ formulierte Christian Henke im Rahmen der turnusmäßigen gemeinsamen Stichtagsbilanz-Pressekonferenz mit
der Agentur für Arbeit und der IHK als Hauptaufgabe der Handwerksorganisation. „Wir wollen und müssen wieder an die positive Entwicklung in den Vor-Corona-Jahren anknüpfen – gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Düsseldorf“, so Henke. Das Herbstgutachten habe offenbart, dass die Fachkräfteproblematik mittlerweile zur Achillesferse für eine positive Entwicklung der Branche geworden sei. 37 Prozent der Betriebe hatten offene Stellen gemeldet, für die händeringend Mitarbeiter gesucht werden. Henke: „Ein Rekordwert, den es so in den letzten 40 Jahren noch nie gegeben hat. Ausbildung als beste Strategie gegen den
Fachkräftemangel gewinnt damit noch einmal ganz besonders an Bedeutung.“

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