Amor und Psyche im Theater Anderswo

von Timo Kremerius

Beate Sarrazin in Amor und Psyche. Foto: Timo Kremerius

Mit Amor und Psyche präsentierte Beate Sarrazin in ihrem kleinen Wohnzimmertheater ein Märchen aus der Antike.

Das Wohnzimmertheater Theater Anderswo ist in Erkrath-Hochdahl der Geheimtipp für Lieberhaber von Kleinkunstbühnen. Für die kleine Fangemeinde ist es einfach nicht wegzudenken. Künstlerisch hervorragend präsentiert Beate Sarrazin hier seit vielen Jahren ausgewählte Stücke und lässt die Zuschauer unliebsame Alltagsnachrichten für kurze Zeit vergessen. Die meisten sind Wiederholungstäter und so wundert es wenig, dass die Besucher vor Beginn der Vorstellung sich mit einem Plausch auf das Stück einstimmen.

Beate Sarrazin begrüßt ihre treuen Fans und auch neue Gesichter stets liebevoll und freundlich. Sie wirkt schon ein wenig in sich gekehrt und dann drückt sie scheinbar den Go-Button und das Stück beginnt. Die Aufführungen sind eine One-Woman-Show. Beate Sarrazin verkörpert gekonnt die verschiedenen Charaktere. Bei Amor und Psyche hatte das Publikum den Eindruck die Bühne sei voller Menschen. Mit Unter Einsatz von Mimik, Gestik und Stimme verschmilzt Beate Sarrazin mit den jeweiligen Akteuren im Stück, wird zur Aphrodite, zum Zeus oder Amor und anderen. Es ist schon sehr beeindruckend, was den Zuschauern geboten wird. Man nimmt Beate Sarrazin alles ab. Man glaubt ihr, wenn man ihre Bewegungen sieht, dass sie der Wind ist. Beate ist eine Vollblutschauspielerin, der man gerne zuhört und -sieht.

Zum Inhalt des Stücks: Die Geschichte von Amor und Psyche ist das einzige aus der Antike überlieferte Märchen, ein Liebesmärchen. Psyche bedeutet im Griechischen so viel wie Hauch, Atem. Ihr Symbol ist der Vogel oder ein Schmetterling, der seine Freiheit vorübergehend verliert, wenn er im Körper gefangen ist. Das sterbliche Mädchen Psyche ist so schön, dass die Menschen die Anbetung der Göttin Aphrodite vernachlässigen und die Göttin auf Psyche eifersüchtig wird. Sie schickt ihren Sohn Amor, um sie zu bestrafen. Doch Amor verliebt sich in Psyche, teilt ihr Brautlager und gibt sich ihr nicht zu erkennen. Sie darf ihn nur hören und fühlen, aber nicht sehen. Das Glück der beiden wird durch boshafte Intrigen der neidischen Schwestern Psyches zerstört. Sie überreden Psyche, Amors wahre Gestalt heimlich anzusehen. Sie solle ihn töten, da er ein böser Dämon sei. Amor zieht sich verletzt zurück. Für Psyche, die erkannt hat, wer er ist, beginnt eine Zeit der Seelenqualen, des Trennungsschmerzes. Sie begibt sich auf die Suche nach Amor und hat scheinbar unüberwindliche Aufgaben zu bewältigen, die Aphrodite ihr stellt. Nach langer Wanderung endlich findet sie den Weg zu Amor, zu dem verlorenen Glück. Quelle: Theater Anderswo

Nach der etwas mehr als einstündigen Darbietung mit Inbrunst und Liebe zum Theater, bedankte sich das treue Völkchen der Theaterenthusiasten mit einem langanhaltenden donnernden Applaus bei der überzeugenden Darstellerin, die nach einer kurzen Pause noch eine Überraschung parat hatte: Klaus Grabenhorst präsentierte Gedichte und Musik auf der Gitarre und unterhielt das Publikum hervorragend. So ging ein schöner Samstagabend zu Ende und das Publikum entspannt nach Hause.

Save the Date: Am Samstag, den 09.05.2026 um 19.00 Uhr erwartet die Zuschauer im Theater Anderswo Highway Number Zero.

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