50 Jahre wurde gefeiert, und wie

von Susann Krüll

50 Jahre Realschule Hochdahl. Foto: SK

Am vergangenen Samstag feierte die Realschule Hochdahl (RSH) ihr 50-jähriges Bestehen und konnte sich über ‚wahre Besucherströme‘ freuen.

Schülerinnen und Schülern früheren Jahrgänge, darunter auch solche des ersten Jahrgänge, sowie ehemaligen Lehrerinnen und Lehrern, Vertreter der Stadt und auch zahlreiche Eltern, fast alle mit Essen für das Büffet bepackt, strömten zu Fest und erfreuten am Samstagnachmittag Schulleiter Uwe Heidelberg und das Kollegium der RSH. Auch das sommerlich warme, aber nicht zu heiße Wetter spielte mit, so dass um 18h ein rundum gelungenes Fest mit Live-Musik, Schüler-Disco, Schnupper-Sportangebote des TSV und einer Tombola mit zahlreichen attraktiven Gewinnen zu Ende ging.

Schulpflegschaft spendiert Schülerschaft Eiswagen

Eine große, goldene 50, umrahmt von ebensolchen Luftballons schmückte den Eingang zum Schulhof und ließ keinen Zweifel über den Grund des bunten Treibens. Gleich am Eingang befand sich ein Stand für den Wertmarkenverkauf, denn es gab jede Menge kulinarische Köstlichkeiten: im wahrsten Sinne ‚internationale Spezialitäten‘, denn Kinder aus 28 verschiedenen Nationen besuchen die Realschule an der Rankestraße. Im Anbau war ein ‚Französischen Café‘ eingerichtet, das Crêpes anbot, im Raum nebenan konnte eine ‚Tea-Time‘ eingenommen werden. Auf dem Schulhof wurden Würstchen gegrillt und dann gab es noch für alle Schülerinnen und Schüler eine gratis Eisportion an dem von den Mitgliedern der Elternvertretung gemieteten Eiswagen.

Elke Horlitz an der Button-Maschine. Foto: SK

Ein persönliches Namenschild in Button-Form konnten Besuchende, junge und ältere Semester gleichermaßen, bei Frau Horlitz, Lehrerin für Mathematik und Ev. Religion, sowie einer Kollegin kreieren. Die entsprechend runden Papiere, alle mit dem Schullogo versehen, lagen ausgeschnitten bereit und konnten zusätzlich mit Glitzersteinen und Abziehbildchen je nach Geschmack verziert werden. Dann kamen sie zwischen Plastikober- und Blechunterteil in die Button-Presse, die die beiden Lehrerinnen abwechselnd bedienten. Beide wussten, was sie am Ende des Tage getan hatten. „Ich habe zu Hause schon so viele der runden Formen ausgeschnitten, so dass ich nachts davon geträumt habe“, schmunzelte Frau Horlitz gut gelaunt, während sie den nächsten Button in die Presse legte.

Von Sport über Kunst bis hin zu Disco und Live-Musik

Die 3jährige Lily wird
zum Schmetterling
geschminkt. Foto: SK

Ein buntes Programm hatte das Organisationsteam, das lange vor den Sommerferien begonnen hatte, für dieses besondere Ereignis zusammengestellt. In einem Raum des Nebengebäudes konnten sich die Kids und Jugendlichen schminken lassen. Rana Najib, die vielen Kindern von ihren ehrenamtlichen Arbeit im Jugendzentrum des TSV oder im Naturschutzzentrum Bruchhausen bekannt ist, sowie die Tochter von Schulsekretärin Katja Heimann-Leck waren den ganzen Nachmittag ‚belagert‘. Sie verwandelten Kids in Schmetterling, Prinzessin, Pirat und Co sowie Jugendliche in Zombies oder Gespenster. Beide gönnten sich ob des Andrangs kaum einmal eine Trinkpause und mussten gegen 18h ‚gezwungen‘ werden, Schluss zu machen. Am Nebentisch standen Gesellschaftsspiele bereit. Im Obergeschoss hatte die Schülervertretung einen Fachraum in eine Disco verwandelt, die gut besucht war.

Draußen auf dem Schulhof sorgte der im Jugendzentrum des TSV Hochdahl tätige Taha Mansour mit mehreren Betreuern für ein Sportangebot. Es wurde Floor-, Basket- und auch Fußball angeboten. Gleich nebenan hatte Gabriela Klosa, Leiterin des Jugendzentrums, gemeinsam mit Künstlerin Renate Döhmer die Tischtennisplatte zum „Outdoor-Atelier“ umgewandelt, gut abgedeckt mit einer Folie. „Wir möchten mit den Kids ein Kunstwerk zum 50. Geburtstag schaffen, das für Integration steht und so bunt ist, wie die Zusammensetzung der Schülerschaft“, erklärte Gabriela Klosa. Dafür hatten sie die so genannte Pouring-Technik, bei der Acrylfarben mit einem „Medium“ gemischt, auf eine Leinwand gegossen werden und dank des zugesetzten Bindemittels und destillierten Wassers ineinanderlaufen, ausgewählt. So entstehen individuelle Kunstwerke, wie die beiden Leinwände, die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit der Künstlerin schufen. Döhmer war es, die die aufgetragenen Farben durch Bewegen der Leinwände ineinanderlaufen ließ, bis sie sie für ‚fertig‘ befand. „Nach Verbessern kommt irgendwann ‚verschlimmbessern‘,“ scherzte sie. Wenn die Farben getrocknet sind, was etwa zwei Tage in Anspruch nimmt, wird noch eine 50 aufgetragen. Sicher werden die Leinwände einen prominenten Platz in der RSH finden.

Künstlerin Renate Döhner vollendet das Acrylbild, das mit den Schülerinnen und
Schülern entstand, rechts Gabriela Klosa, Leiterin TSV Jugendzentrums. Foto: SK

Live-Musik von Rapp, Rock bis Rock’n’Roll sowie Disco von der SSV

Eine Bühne war auf dem Schulhof aufgebaut und mit dem Startschuss zum Fest gaben sich die Musiker quasi im Halbstunden-Takt das Mikro weiter, bis zum Schluss das sprichwörtlich ‚Beste‘ mit den ‚Solid Studes‘, der Band von Schulleiter Uwe Heidelberg kam. Mit Sängerin Ravaila Nabil Telemiez Beskaly aus Hochdahl, deren kleinere Schwester die RSH besucht, und auch ‚wirklich gut singt‘, wie Heidelberg verriet, starte das abwechslungsreiche Programm. Schlug Ravaila eher soulige und auch mal rockige Töne an, folgte mit Timon, der unter verschiedenen Künstlernamen auftritt, einer der drei Söhne des Schulleiters. „Wie sollen wir dich heute nennen: Midas oder Tsei,“, fragte der Vater nach, der seinen Sohn in Sachen Namenswechsel mit einem Chamäleon verglich und ihm bestätigte, Musik zu machen, von der er selbst nichts verstehe. Als Timon loslegte, zeigte er mit seinem, gerade fertig geschrieben Rapp-Song „Wir haben viel zu lange gewartet“, dass die Namensfrage bei der Stimme und Bühnenpräsenz keine Rolle spielte. Der Band seines Vaters kam es als letztem Act des Tages zu, die Bühne im wahrsten Sinne zu rocken und das Publikum zum Tanzen zu bringen. Die fünfköpfige Band, bestehend aus Sängerin, Kontrabassisten, Schlagzeugern, Gitarristen und dem Schulleiter am Keyboard und als Sänger rockte im wahrsten Sinne die Bühne. Natürlich wurde besonders Uwe Heidelberg von zahlreichen ‚Groupies‘ belagert, die sogar zwischendurch nach Selfies mit ihm fragten. Zum Schluss sang er zusammen mit einer Gruppe von Schülerinnen noch das RSH-Schullied, was mit einem letzten donnernden Applaus quittiert wurde.

Große Tombola mit mehr als 100 Preisen

Für die Tombola anlässlich des runden Geburtstages hatte das Organisationsteam sein Bestes gegeben. Als Hauptpreis, den um 17h bei der Herausgabe, der 14-jährige Max gewann, war ein von der Mannschaft und dem Trainer von Fortuna Düsseldorf unterschriebenes Original-Trikot. „Da hat es wirklich den Richtigen getroffen“, so Lehrer Sebb, der zusammen mit einer Kollegin, die Lose verkauft hatte. „Er hat mir erzählt, dass er mehr als 50 Trikos von Bundesliga-Mannschaften zu Hause hat.“ Und Max verriet, nachdem er wieder sprechen konnte, vor lauter Freude: „Ich habe mir gerade erst das neue Trikot gekauft. Aber mit den ganzen Autogrammen, das ist wirklich mega.“ Der glückliche Gewinner stürmte darauf los, um sich mit dem angezogenen Trikot seinen Freunden und Eltern zu zeigen. Aber auch die weiteren Preise konnten sich sehen lassen: Gutscheine von örtlichen Restaurant, zahlreiche Pflanzen und weitere Fortuna-Fanartikel, wie Flaggen, ein weiteres Trikot, Blöcke, gebrandete Quietsche-Enten für die Badewanne, Bücher und vieles mehr.

Ehemalige aus Schüler- und Lehrerschaft, Gäste aus Verwaltung und anderen Schulen

Unter die Schülerschaft sowie zahlreiche Eltern und Geschwister mischten sich am Samstagnachmittag auch viele Ehemalige, sowohl aus der Schüler- als auch aus der Lehrerschaft der vergangenen 50 Jahre. Schulsekretärin Katja Heimann-Leck, die sich bemühte, möglichst alle dazu zu bringen, sich in das ‚Ehren-Gästebuch‘ einzutragen, freute sich sichtlich, dass so viele der Einladung gefolgt waren. „Es waren auch Schülerinnen und Schüler aus dem ersten Jahrgang da“, erzählte sie einer Gruppe von fünf Ehemaligen, die 1990 ihren Abschluss gemacht hatten. „Wir hatten eine coole Zeit hier. Ich habe meinen Freunden Bescheid gegeben, nachdem mir beim Ökumenischen Pfarrfest unsere frühere Geschichtslehrerin, Frau Orthmann, erzählt hat, dass heute die Jubiläumsfeier ist“, verriet einer der fünf Männer, aus denen nach eigene Worten „allen was geworden ist“.

Auch die Schulleiter der GGS Sechseckschule, der GGS Millrath und der GGS Erkrath sowie die neue Schulleiterin der benachbarten Carl-Fuhlrott-Schule, Christine Schneppe, waren unter den Gratulanten, die mit mit Geschenken beladen waren. „Wir haben zu den weiterführenden Schulen einen engen Kontakt“, berichtete Katja Gebauer, Leiterin der Sechseckschule und fügte hinzu: „Immerhin übergeben wir unsere Schülerinnen und Schüler ja nach der Grundschulzeit auch hier an die Schule.“ Sie sei schon von einigen ihrer ehemaligen Schützlinge mit der Frage „Frau Gebauer, was machst Du denn hier?“ begrüßt worden und freute sich, dass sie sich alle an der RSH wohlfühlen.

Unter den Ehrengästen aus Politik und Verwaltung waren auch Regina Wedding, Stellvertretende Bürgermeisterin Erkraths, sowie Julia Wallborn, Fachstellenleiterin Schule, Kultur, Freizeit.

Mit Axel Nölling und Stephan Smeets, die beiden Vorstände des ‚Handwerkerkreis Erkrath e. V.‘, der seit Jahren im Rahmen des Kreisangebots ‚Kooperationsnetz Schule und Handwerk‘ eine Partnerschaft mit der Realschule unterhält, waren ebenfalls zum Gratulieren gekommen. Sie hatten einen Scheck über 100 € dabei, den sie an die Vorsitzende der Elternvertretung Alexandra Shaw überreichte. Zusammen mit Uwe Heidelberg freute sie sich über den Zuschuss zu den zahlreichen Projekten, die die Elternvertreter anschieben. Einig waren sich alle Beteiligten, wie wichtig es für Schülerinnen und Schüler ist, im Rahmen von Schulpraktika in Ausbildungsberufe, auch und vor allem im Handwerk, zu schnuppern. Denn es gibt zahlreiche spannende Tätigkeitsbereiche, die den Jugendlichen oft gar nicht bekannt sind. „Wir geben auch Unterrichtsstunden im Rahmen des Regelunterrichts, damit die Kinder und Jugendlichen erfahren, wo sie später im Beruf das anwenden, was sie z. B. in Mathe oder Physik lernen müssen“, verriet Axel Nölling, in dessen Maler- und Lackierbetrieb ein Schulabgänger des letzten Jahrgangs seine Ausbildung begonnen hat.

Scheckübergabe des Handwerkerkreises. V.l.n.r.: Axel Nölling (Vorsitzender HWK),
Alexandra Shaw (Vorsitzende Schulpflegschaft), Uwe Heidelberg (Schulleiter),
Stephan Smeets (3. Vors. HWK). Foto: SK

„Too good to go“ – die Erkrather Tafel erhielt, was vom Buffet übrigblieb

Renate Ott, Vorsitzende der Erkrather Tafel e. V., verfügt über gute Kontakte zur RSH, war sie doch bis zu ihrer Pensionierung als Lehrerin an der Schule tätig. „Da wirklich alle Eltern und Kids etwas zum internationalen Büffet in der Mensa beitragen wollten, sind ganze Kuchen und Torten übriggeblieben, die wir nun mit dem Kühlauto abholen und bis zur Ausgabe in unserem Kühlhaus lagern“, so Ott.

Realschule Hochdahl (RSH), Rankestraße , in Erkrath Hochdahl, Infos: www.realschulehochdahl.de oder ww.Facebook.com/realschulehochdahl. Kontakt: post@rs-hochdahl.de oder (02104) 21 66 50.

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