Zweiter Sommergarten am Stadtweiher

von Timo Kremerius

Der Sommergarten ist ein wenig in den Herbst gerutscht, wird aber gut angenommen. Foto: Timo Kremerius

Der Sommergarten am Stadtweiher wurde in diesem Jahr fortgesetzt. Nachdem die beiden ehrenamtlichen Initiatoren Julia Zinn und Torsten Gumbrecht die Veranstaltung im vergangenen Jahr zum ersten Mal durchgeführt haben (wir berichteten), hat nun der junge Erkrather, Mark Walsleben, die Planung übernommen.

Eine ganze Zeit war zu befürchten, dass das Projekt Sommergarten am Stadtweiher, welches sehr gut angenommen wurde, letztes Jahr zum ersten und letzten Mal stattgefunden hätte. Julia Zinn hat inzwischen die Leitung der Volkshochschule von Dr. Ursula Moldon übernommen und Torsten Gumbrecht ist in seiner Funktion als Integrationsbeauftragter stark eingebunden. Beide, städtische Bedienstete, hatten den Sommergarten im letzten Jahr privat organisiert.

Aber immer, wenn man glaubt, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. In diesem Fall in Form der Person Mark Walsleben. Walsleben, ehemaliger Vorsitzender des Jugendrates, hatte die Idee das Projekt fortzusetzen und suchte Personen, die er mit ins Boot nehmen könnte. Die fand er mit Sebastian Krumm und Philipp Friedlaender, die er über die evangelische Gemeinde kannte und als Unterstützung Sven Hansen (Hoppeditz der letzten zwei Jahre). Natürlich ließ es sich der erste Mann der Stadt, Bürgermeister Christoph Schultz nicht nehmen, vorbeizukommen.

Der Startschuss für den Pop-up-Biergarten auf der Brücke am Hochdahler Stadtweiher in diesem Jahr war der 12. September. Wer am Donnerstag um 17 Uhr pünktlich aufschlug, sah, dass alle Aktiven emsig dabei waren den Bürgertreffpunkt gemütlich zu gestalten. Für unsere Newcomer ist hier noch ein wenig Luft nach oben. Sicherlich waren die Liegestühle und die Biertischgarnituren zum Verweilen aufgebaut, aber ein wenig heimeliger hätte es schon sein können. Das wird sicher in den weiteren Wochen Form annehmen und könnte der Hype in Erkrath werden.

Alles war für den Ansturm vorbereitet. Aber man musste sich zunächst in Geduld üben, die Besucher kamen tröpfchenweise. Aber sie kamen. Zum Abend hin war dann die Brücke gut gefüllt. Ein schönes Detail, das leider kaum auffiel, waren die kleinen Schraubgläser auf den Tischen. In ihnen waren Zettel mit Fragen, wie „Was machst du morgens als erstes?“ oder „Was ist deine liebste Kleinigkeit?“. Die, die sie entdeckten lachten gemeinsam und kamen gleich ins Gespräch. Mariana und Maryna, vor drei Jahren aus der Ukraine gekommen sind ein sehr gutes Beispiel für Integration.  Beide hatten schon beim interkulturellen Nachbarschaftsfest – Schawarma, Schaschlik und Schnitzel – auf dem Sandheider Markt für Leckereien an einem Stand gesorgt. Die Kommunikation klappte sehr gut. Bei Fragen, die nicht so gut verstanden wurden, half Mamoudou, der vor 11 Jahren nach Erkrath kam der sich zu uns gesellte und perfekt russisch sprach, da er lange Zeit in Odessa wohnte und als Dolmetscher fungierte. Festzustellen ist, so ein Sommerfest ist für ein interkulturelles Miteinander unerlässlich und notwendig.

Der Stadtweiher als Veranstaltungsort ist die grüne Oase zwischen den Hochhäusern und hat noch viel mehr Potential das Naherholungsgebiet mitten in der Stadt zu werden. Wer rund um den Stadtweiher spazieren geht oder mit dem Hund Gassi geht, sitzt gewöhnlich „auf dem Trockenen“, wenn er sich mal niederlässt und eine Pause einlegt, es sei denn, er bringt eigene Getränke mit. Ein gemütlicher Treffpunkt für Anwohner und Besucher steht schon lange auf der Wunschliste der Bürger. Die Nachricht vom Pop-up-Biergarten, auch Sommergarten genannt, hatte sich im Quartier und erst recht in ganz Erkrath dieses Jahr leider nur sehr zäh verbreitet. So war am Freitag der Besucherandrang auch sehr übersichtlich. Trotz der Tatsache, dass sich zum Beginn der Veranstaltung sehr viele politische Größen der Stadt auf der Brücke einfanden, hatte man nicht den Eindruck, dass sie von der Politik vereinnahmt wurde. Ein geselliges Miteinander stand im Mittelpunkt. Ein Manko bezüglich des zu Anfang fehlenden Ansturms war, dass in diesem Jahr der Sommergarten einen Monat später als im letzten Jahr stattfindet und es daher bereits um 20 Uhr langsam dunkel und auch empfindlich frisch wird.

„Eine Brücke kann ein Schnittpunkt zwischen zwei Brennpunkten sein. Ich finde es schön, dass sich das Sommerfest zu einem interkulturellen Treffpunkt entwickelt hat. Mein Wunsch für die drei Wochenenden sind 100 Besucher pro Tag, Das wäre für mich erfolgreich und stände unter dem Zeichen ‚to be continued‘“, fasste Mark Walsleben seine Erwartungen zusammen.

Fazit: Für Getränke war gesorgt, was zu knabbern wäre, on top, alles rundum ok. Die Organisationscrew hat gute Arbeit geleistet. So kann es weitergehen. Die Erkrather würden sich sicher freuen und es dem Team danken.

Geöffnet ist der Sommergarten auf der Brücke am Stadtweiher noch am 19. und 20. sowie am 26. und 27. September (immer donnerstags und freitags) von 17 bis 22 Uhr. Erkrather sind eingeladen, kühle Getränke und nette Gespräche in entspannter Atmosphäre am Stadtweiher zu genießen. Der Biergarten bietet Sitzgelegenheiten, alkoholische und nicht-alkoholische Getränke zum Selbstkostenpreis. Alle Einnahmen fließen in die Refinanzierung des Projektes. Das Projekt ist privat organisiert und über den Verfügungsfonds der „Sozialen Stadt Sandheide“ gefördert.
Wer beim Sommergarten helfen möchte, findet Informationen dazu unter sommergarten.stadtweiher@gmail.com.

 

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