Zwei neue Straßen mit historischem Bezug

Einweihung Karl-Knödl-Straße
Bezirksbürgermeisterin Dagmar van Dahlen spricht einige Worte zum Hochfeld. Foto: RG

Am vergangenen Freitag (29. Mai 2022) war Straßeneinweihung im Hochfeld in Unterbach. Mit der Straße ‘Zum Zault’ würdigte man die 200-jährige Geschichte der ansässigen Gastronomie und mit der Karl-Knödl-Straße einen der ‘Väter der Unterbach Hymne’.

Alle waren sie gekommen: Mitglieder des Bürger- und Heimatvereins Unterbach, des Karnevalsausschuß Unterbach, der Ex-Prinzen und Ex-Prinzessinnen und der Prinzenwache vom Rösigen Penn, der freiwilligen Feuerwehr und natürlich die Bezirksbürgermeisterin Dagmar van Dahlen. Auf dem Gehsteig an der Gerresheimer Landstraße, direkt vor dem Eingang zum Hochfeld wurde es eng. Dagmar van Dahlen erinnerte an die Entwicklung des Hochfelds, auf dem einst das Rewe-Warenlager stand und das später zu einem ‘unschönen Ort’ verfiel, wie sie es ausdrückte. “Das ist der zentrale Start- und Endpunkt des Dorfs, an dem nur noch eine Brache zu sehen war.” Sie begrüßte, dass an diesem Ort nun 375 Wohneinheiten in einem Mix aus ein- und mehrgeschossigen Häusern und auch öffentlich geförderter Wohnraum samt einer neuen Kita entstehe. Mit dem Baugebiet im Hochfeld kämen ‘neue Gesichter’ nach Unterbach und damit neue Chancen. Auch für die Vereine, die so neue Mitglieder gewinnen können. “Ich bin sicher, dass sich alles zum Guten wendet”, sagte sie.

Dann übernahm Manfred Peter, Ehrenvorsitzender des Bürger- und Heimatvereins Unterbach, das Wort. Das große ‘Brauchtumsaufgebot’, das zur Straßeneinweihung vor Ort war, war schließlich aus einem ganz besonderen Grund vor Ort: Karl Knödl, der Mann, dem Unterbach seine Hymne ‘Oh Du mein Unterbach’ verdankt, die er 1959 zusammen mit Emil Schweden komponierte. 2002 verstarb der ‘Wahlunterbacher’, der nach dem 2. Weltkrieg als Vertriebener aus dem Sudentenland nach Unterbach kam. Für Unterbach war es wohl ein Segen, hatte Knödl doch im Sudentenland Musik studiert und komponierte im Laufe der Jahre ganze 45 Mottolieder.

“Karl Knödl gehörte dem Quadenhofquartett ebenso wie den Mosterpöttche und der Gilde Düsseldorfer Karnevalsfreunde an. Er war Gründer der drei Carlos, Gründer und Chorleiter des Damenchors ‘Die Lerchen’, stellvertretender Chorleiter des Männergesangvereins ‘Liederkranz’, Mitglied und Ehrenmitglied im Karnevalsausschuss Unterbach sowie Mitglied und Ehrenpräsident des Kegelclubs ‘Rösige Penn’. Zusammen mit seiner Frau Änne stellte Karl Knödl 1971 das Unterbacher Prinzenpaar. Für seine Verdienste um Brauchtum und Vereinsleben erhielt Karl Knödl das Bundesverdienstkreuz. Beruflich engagierte sich Karl Knödl im Betriebsrat beim Kaufring”, ließ Manfred Peter die Zuhörenden wissen und stellte gleich auch noch fest, dass einer der ‘drei Carlos’ unter den Gästen war. Karl Knödl wurde 78 Jahre alt. 1924 geboren, verstarb er 2002. “Wir sind mächtig stolz auf sein Schaffenswerk”, erklärt Manfred Peter. Alle seine Lieder seien im Verein auf Kassetten weiterhin verfügbar.

Dann schließlich wurden die beiden neuen Straßenschilder enthüllt und zu Ehren von Karl Knödl die Unterbach Hymne ‘Oh Du mein Unterbach’ gesungen.

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