
Erkrather Athleten dominieren
Bei der Amateurmeisterschaft der WMAA am 22. November zeigte die Kampfkunstschule KKS Yen aus Erkrath eine starke Teamleistung. Acht Sportler traten in den Disziplinen K1, Sanda, Leichtkontakt sowie in den Formenwettbewerben an. Ursprünglich waren 14 Athleten gemeldet, jedoch führten Erkrankungen in der Winterzeit sowie schulische Verpflichtungen dazu, dass schließlich acht Kämpfer und Formenläufer an den Start gingen.
Starke Leistungen im Vollkontakt
Ein Auftakt voller Willenskraft: Als erster Kämpfer des Teams trug der 16-jährige Viktor Zolotnik eine besondere Verantwortung. Der Auftaktkampf entscheidet oft über die Moral einer gesamten Mannschaft: Eine Niederlage setzt das Team unter Druck, ein Sieg entfacht Motivation und Selbstvertrauen. Entsprechend angespannt waren Athleten und Trainer – die Last auf Viktors Schultern war deutlich spürbar. Hinzu kam die Erinnerung an die Deutsche Meisterschaft, bei der Viktor trotz technischer Überlegenheit den ersten Platz aufgrund konditioneller Defizite verpasst hatte. Meister Emre hatte daraus klare Konsequenzen gezogen: intensive Trainingseinheiten, hohe Erwartungen – und nun die Bewährungsprobe.
Viktor hielt dem Druck stand. Mit hohen, kraftvollen Kicks entschied er die erste Runde klar für sich und dominierte auch die zweite Runde deutlich. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten bei Zeitnahme und Wertung kam es dennoch zu einer zusätzlichen dritten Runde. Dank der aufmerksamen Teamarbeit – insbesondere durch Christina, die Zeit und Punkte genau mitverfolgte – wurden die Abweichungen frühzeitig erkannt und angesprochen, um ein mögliches unfaires Verhalten zu verhindern. Das Team KKS Yen dokumentierte die Situation ruhig und professionell und sorgte für eine transparente Klärung. Viktor ließ sich davon nicht beirren, gewann auch die dritte Runde souverän und sicherte sich verdient den 1. Platz – ein emotionaler und kämpferischer Auftakt, der dem gesamten Team spürbaren Auftrieb gab.
Dominanz mit Disziplin
Der 14-jährige Usman Vakhidov dominierte seinen Kampf ebenfalls deutlich. Aus Respekt gegenüber dem unterlegenen Gegner vereinbarten er und Trainer Emre Nuhogullarindan im Vorfeld, nicht auf einen K.o.- Sieg zu gehen. Trotz der klaren Überlegenheit des KKS-Kämpfers griff der gegnerische Trainer nicht ein. Usman kontrollierte den Kampf souverän und sicherte sich ebenfalls den 1. Platz. Der Gegner erwies sich dabei als äußerst willensstark: Trotz hoher Punktverluste und harter Schläge kämpfte er unbeirrt weiter. Um seine sportliche Karriere nicht zu gefährden – insbesondere bei einem möglichen K.o. – entschieden Usman und Meister Emre, den Kampf fair zu Ende zu führen. Für Trainer Emre, das Publikum und den Veranstalter war es unverständlich, dass der gegnerische Trainer nicht eingriff und das Handtuch warf.
Mut zum spontanen Wechsel
Der erst 17-jährige Gian Morell bewies echte Spontanität und Vielseitigkeit. Eigentlich für Sanda vorbereitet, musste er kurzfristig umdisponieren, da sich in seiner Altersklasse kein Gegner fand. Ohne lange zu zögern startete er in K1. Nach einer ausgeglichenen ersten Runde entschied der Kontrahent die zweite knapp für sich. Besonders auffällig war dabei, dass Gian immer wieder reflexartig passende Wurftechniken und Takedowns ansetzen wollte – Überbleibsel aus dem Sanda-Training. Doch jedes Mal stoppte er sich im letzten Moment, da ihm bewusst wurde, dass im K1 keine Takedowns erlaubt sind. Trotz dieser ständigen Umstellung bewahrte Gian Ruhe und Kampfgeist und wurde mit einem starken zweiten Platz belohnt. Nach dem Kampf betonte er, dass jeder Kampf eine positive Erfahrung sei – unabhängig davon, ob man gewinnt oder verliert. Diese Einstellung habe er von Meister Emre gelernt.
Turnierdebüt mit Herz
Für den 15-jährigen Liam Schloßer war es das erste Turnier seiner sportlichen Laufbahn – und eine echte Bewährungsprobe. Meister Emre entschied erst einen Tag vor dem Wettkampf, dass Liam antreten sollte. Hinzu kam, dass Liam aufgrund eines mehrmonatigen USA-Austauschs nicht regelmäßig am KKS Yen Training teilnehmen konnte und in der Woche vor dem Turnier wegen einer Erkältung ausfiel. Trotz dieser Herausforderungen setzte er die taktischen Anweisungen seines Trainers konzentriert um und punktete mit schnellen Kombinationen. Beide Runden gingen an ihn, sodass er sich den 1. Platz sicherte. An seiner Seite fieberte seine Mutter mit, die eigens zur Rückendeckung angereist war. Die Freudentränen über den ersten Platz konnte sie kaum zurückhalten. Besonders bewegend war aber der Zusammenhalt des gesamten Teams: Die Athleten von KKS Yen fieberten nicht nur mit, sie feuerten ihn unermüdlich an und unterstützten ihn bei jedem Schritt – ein echter Beweis für den starken Teamgeist, der diesen Wettkampftag prägte.
Vom Zuschauer zum Kämpfer
Ein besonderes Kapitel schrieb an diesem Tag auch Elias Santos. Ursprünglich lediglich als Zuschauer angereist, entschied er sich auf Anregung von Meister Emre kurzfristig zur Teilnahme. Mit vor Ort gekaufter Schutzausrüstung und geliehener Kleidung betrat Elias den Ring. Nach einem Unentschieden in der Vorrunde und einer knappen Niederlage in Runde zwei belegte er einen starken zweiten Platz. Viel wichtiger jedoch: Elias verlor seine Unsicherheit, sammelte wertvolle Kampferfahrung und steht nun fest entschlossen, beim nächsten Turnier erneut anzutreten – diesmal bestens vorbereitet und mit noch größerem Trainingsfleiß. Vom Zuschauer zum Kämpfer – ein Sinnbild für den Geist dieses Turniertages.
Unerschrocken trotz Gewichtsunterschied
Der 17-jährige Amin Fryc stellte an diesem Turniertag seinen Mut und seine Entschlossenheit eindrucksvoll unter Beweis. Sein Gegner wog 17 Kilogramm mehr als er selbst. Unbeeindruckt von der körperlichen Differenz zeigte er einen engagierten Kampf. Trotz harter Schläge ließ er sich nicht beeindrucken. Das Publikum staunte, wie unerschrocken und zielstrebig Amin weiter sein Ziel verfolgte. Auch die Anweisungen von Meister Emre setzte er zu rund 80 % um, wodurch er die Schläge ausweichen und kontern konnte. Die erste Runde endete unentschieden, die zweite ging knapp an den Gegner. Amin erreichte damit ebenfalls den zweiten Platz – eine tolle Leistung, die Mut, Kampfgeist und Durchhaltevermögen eindrucksvoll demonstrierte.
Erfolge in den Formenwettbewerben
Perfektion, die überzeugt: Artjom Gromov trainiert in der Kampfkunstschule sehr hart, nimmt an Extra- Training teil und besucht jedes Trainingscamp wie auch jedes Turnier. Meister Emre hat noch hohe Erwartungen an ihn, und Artjom steht gerade erst am Anfang der „Treppe“ auf dem Weg zur Meisterschaft. In den Handformen setzte er sich gegen vier Konkurrenten durch und gewann den 1. Platz. Mit präziser Technik und klaren Bewegungsabläufen überzeugte er die Jury. In den Waffenformen startete er mit dem Jian-Schwert und erreichte unter sechs Teilnehmern den 2. Platz, knapp hinter einem Dao- Läufer, der die Kampfrichter besonders überzeugte.
Spontaner Start, starkes Ergebnis
Christina Kiyach, ursprünglich nur als Zuschauerin und zur Teamunterstützung angereist, erlebte an diesem Turniertag eine echte Überraschung. Während sie gerade den Kämpfern zur Seite stand, ging sie anschließend mit Meister Emre in die Formenhalle, um nach Artjom zu sehen. Kaum angekommen, hörte sie plötzlich ihren letzten Aufruf – und ohne zu zögern ging sie direkt auf die Matte. Meister Emre war sichtlich erstaunt: „Was macht sie denn da?“ dachte er, während Christina völlig konzentriert ihren Start begann. Trotz der kurzfristigen Organisation und der unerwarteten Situation zeigte sie große Nervenstärke und trat gegen vier erfahrene Schwarzgurte an. Am Ende sicherte sie sich einen starken zweiten Platz. Sie kündigte bereits an, sich gezielt auf das nächste Turnier vorzubereiten und beim nächsten Mal um den ersten Platz zu kämpfen. Ihr spontaner Einsatz und ihre Team-Unterstützung machten deutlich: Sie ist nicht nur eine talentierte Athletin, sondern auch ein echtes Rückgrat des Teams.
Starker Zusammenhalt auf und neben der Matte
Ein besonderer Faktor für den Erfolg war der außergewöhnliche Teamgeist der KKS Yen. Die Mannschaft wurde von 12 mitgereisten Zuschauern unterstützt, die eigens anreisten, um den Athleten den Rücken zu stärken. Ein Teil der Unterstützung erfolgte mit Bus und Bahn, während zusätzlich drei erwachsene Schüler der Kampfkunstschule Yen sich extra für diesen Tag frei nahmen und mit ihren privaten Autos weitere Sportler mitnahmen. Besonders bemerkenswert: Alle drei haben Kleinkinder zu Hause und stellten dennoch den Teamgedanken in den Vordergrund.
Dieser Einsatz spiegelte den starken Zusammenhalt innerhalb der Schule wider: Jeder half jedem – sei es bei der Organisation der Anreise, bei der Vorbereitung, beim Coachen am Ring oder beim gegenseitigen Motivieren. Auch spontane Teilnehmer konnten sich jederzeit auf die Unterstützung des gesamten Teams verlassen.
Ein besonderer Dank gilt der Privaten Ganztagsschule Bergisches Internat in Erkrath, die die KKS Yen großzügig unterstützt, indem sie ihre Busse für Turniere und Weiterbildungen zur Verfügung stellt. Diese Unterstützung trägt maßgeblich dazu bei, dass die jungen Sportler regelmäßig an Wettkämpfen teilnehmen und sich sportlich wie persönlich weiterentwickeln können.
Ein erfolgreicher Tag für die KKS Yen
Die Kampfkunstschule KKS Yen präsentierte sich in Mönchengladbach als hervorragend vorbereitetes, diszipliniertes Team mit außergewöhnlichem Zusammenhalt. Unter der Leitung von Inhaber und Trainer Emre Nuhogullarindan sammelten die Sportler zahlreiche Podestplätze und setzten ein deutliches Zeichen für die hohe Qualität der Erkrather Kampfsportschule.
Interessiert an professionellem Kampfsport?
Wer selbst ambitionierter Sportler werden möchte – sei es im MMA, K1, Grappling oder im Wushu für Film- und Actionszenen – ist bei KKS Yen genau richtig. Die Schule bietet professionelles Training, individuelle Förderung und eine umfassende Betreuung. Wer sein Können auf höchstem Niveau entwickeln will, kann sich direkt bei der Kampfkunstschule vorstellen und anmelden.


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