Wie funktionieren Fahrradstraßen?

Peter Martin (links), Vorsitzender des ADFC in Erkrath, zu Besuch am Stand des ADFC Mettmann. Foto: RG

Mit einer kleinen Fahrradtour durchs Neandertal haben sich Mitglieder des ADFC Erkrath auf den Weg gemacht, um die temporäre Fahrradstraße in Mettmann zu befahren und zu bewerten.

Während der ADFC in Mettmann an einem Infostand an der Ecke Am Königshof / Breitestraße / Johannes-Flintrop-Straße mit Bürgern zum Thema Verkehrswende und temporäre Fahrradstraße ins Gespräch kam, machten sich die Kollegen aus Erkrath auf den Weg. Bei schönstem Fahrradwetter radelten sie durchs Neandertal nach Mettmann, um die Fahrradstraße in Augenschein zu nehmen und zu befahren. Wir trafen anschließend Vertreter beider Ortsvereine am Infostand.

„Was auf dieser Fahrradstraße noch fehlt, sind Piktogramme, die sie als solche sofort erkennbar macht“, erklärt Jens Reiter, einer der Vorsitzenden des inzwischen 205 Mitglieder zählenden Ortsvereins des ADFC in Mettmann. Noch ist diese Fahrradstraße im Zentrum ein Pilotprojekt und viele Autofahrer erkennen die Fahrradstraße nicht als solche. Wer zum Beispiel aus der Straße Am Königshof kommt, findet an der Ausfahrt auf die Breitestraße oder auf die Johannes-Flintrop-Straße nicht einmal ein Verkehrsschild, das ihn auf die Fahrradstraße aufmerksam macht, obwohl Fahrradfahrer auf dieser Straße Vorrang haben.

2018 lag Mettmann im Fahrradklimatest des ADFC sowohl im Land NRW, als auch bundesweit, unter den 4 Prozent der schlechtesten Fahrradstädte. Deshalb begrüßt der ADFC auch ausdrücklich die Einrichtung dieser Fahrradstraße durch einen Ende 2019 getroffenen Ratsbeschluss. Allerdings sieht die Entscheidung eine einjährige Testphase vor und auch jetzt, im September 2020, haben viele Autofahrer noch nicht einmal registriert, dass hier eine Fahrradstraße ist. Insofern kann die Testphase, aus Sicht des ADFC Mettmann, eigentlich erst gezählt werden, wenn die Fahrradstraße für jeden Autofahrer auch klar erkennbar ist. „Wir haben inzwischen noch viele weitere Ideen für Fahrradstraßen, die in das entstehende Fahrradwegekonzept der Stadt einfließen könnten“, verrät Jens Reiter.

Die Mitglieder des ADFC Erkrath sind die Fahrradstraße abgefahren. Auch für sie war sichtbar, dass hier noch Verbesserungsbedarf besteht. Die Idee und Prüfung von möglichen Fahrradstraßen haben sie indes mit zurück nach Erkrath genommen und ein neues Mitglied gleich dazu. Bernd Herrmann, der an der Tour durchs Neandertal nach Mettmann teilnahm, unterschrieb seinen Mitgliedsantrag noch in Mettmann. „Damit ist er unser 222. Mitglied“, verriet der Vorsitzende des Erkrather ADFCs, Peter Martin, der noch am Vorabend einen Blick auf die aktuelle Mitgliederzahl geworfen hatte.

Seit dem vergangenen Samstag ist Bernd Herrmann Mitglied Nummer 222. Neben ihm: Jens Reiter, der für die Fahrradstraße in Mettmann wirbt. Foto: RG

Die Zahl der Menschen, die immer öfter aufs Rad umsteigen, wächst auch bei uns und vielleicht führen Fahrradstraßen, in denen Fahrräder Vorrang vor dem fließenden Autoverkehr haben, zum Umdenken und zur Beschleunigung einer notwendigen Verkehrswende. In einer Broschüre mit dem Titel ‚So geht Verkehrswende‘ erläutert der ADFC die Möglichkeiten und auch die Vorteile von Fahrradstraßen.

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