
Es ist wohl einer der schönsten Weihnachtsmärkte im neanderland. Indoor und Outdoor im und am historischen Lokschuppen bietet er ein ganz besonderes Ambiente.
Pünktlich zum Start am Samstag um 14 Uhr sind wir vor Ort und können uns deshalb davon überzeugen, wie schnell der kleine, aber feine Weihnachtsmarkt sich füllte. Neben dem historischen Ort gibt es noch eine weitere Besonderheit: Bis auf den Weihnachtsbaumverkauf auf dem Aussengelände werden die Stände fast ausschließlich von Hobby-Handwerkskünstlerinnen und -Künstlern sowie von Vereinen betrieben. Kommerzielle Anbieter bleiben außen vor. An handwerklichem Geschick mangelt es aber nicht. Die schönen Dinge halten dem Vergleich mit kommerziellen Geschenken oder Deko stand, übertreffen sie sogar, denn Handwerkskunst ist keine Massenware.
Die Ehrenamtler des Lokschuppenvereins hatten im Vorfeld wieder alle Hände voll zu tun. Holzbuden und die weihnachtliche Beleuchtung auf dem Bahnsteig waren schon zeitig aufgebaut und angebracht. Große Lichterketten wurden am Freitag angeschlossen. „Der Dauerregen hat es uns nicht leicht gemacht“, erzählt uns Dr. Ralf Fellenberg. Durch die Feuchtigkeit war eine der Lichterketten auch zum Start am Samstag noch außer Betrieb und die Ehremamtler waren neben der Betreuung eines eigenen Stands mit Modelleisenbahn-Zubehör und Büchern, Grillstand, Zugcafé und der Zubereitung köstlicher süßer sowie herzhafter Crêpes auch noch mit der Fehlerbehebung beschäftigt.
Von den Besuchern bleibt das alles weitestgehend unbemerkt. Sie genießen die vorweihnachtliche Auszeit im Zugcafé und auf dem Bahnsteig, freuen sich über Kaffee & Kuchen, Crêpes, Bratwurst, Reibeplätzchen oder auch den legendären Grünkohl vom Löschzug Millrath Trills, den es auch ‚to go‘ gab. Aufgrund der Nachfragen in den letzten Jahren haben sich die Feuerwehrleute gut vorbereitet und verschließbare Verpackungen mitgebracht.
Auf dem Bahnsteig warten auch schon wieder die Weihnachtsbäume, geschmückt von Kitas und Schulen, auf ihre Prämierung, die am 7. Dezember 2025 um 15 Uhr stattfindet. Dafür ist dann Weihnachtsmann Andreas Vogt wieder vor Ort, der auch schon an diesem ersten Weihnachtsmarkt-Wochenende ein Gastspiel hat. Neu ist in diesem Jahr die winterliche Modellbahn in einer der Holzbuden. Ein Treppchen vor dem Fenster ermöglicht es auch Kindern einen Blick darauf zu werfen.



Außergewöhnliches für den Gabentisch
Die Gelegenheit schöne kleine oder auch etwas größere Geschenke zu finden, ergibt sich, wie in jedem Jahr, vor allem im Lokschuppen. Nur ein Aussteller belegt eine der Holzbuden auf dem Außengelände. Mit einem Infostand ist in diesem Jahr auch die Bürgerstiftung Erkrath im Eingangsbereich vertreten, die am kommenden Wochenende für Kinder Basteln auf der Empore anbietet. „Wir basteln Perlenarmbänder und Sonnenfänger“, verrät uns Adriane Momburg aus dem Vorstand der Stiftung, der es beim Weihnachtsmarkt vor allem darum geht, sich bekannter zu machen. „Viele wissen immer noch nicht, dass es uns gibt und was wir eigentlich machen“, so Momburg. In die Spendendose am Infostand wandert gleich zu Beginn der eine oder andere Euro, der vermutlich erst einmal von Menschen kommt, die längst von der Existenz der Bürgerstiftung wissen.
Im Lokschuppen sind wieder viele bereits bekannte Aussteller vertreten. Neu dabei ist in diesem Jahr der Stand mit Schildern, die im Upcycling entstehen. Das ist Stefanies Hobby. Die Arzthelferin wohnt in Willich. Auf den Weihnachtsmarkt im Lokschuppen wurde sie durch ihre Schwester aufmerksam, die in Erkrath wohnt. Sie bewarb sich und bekam die Zusage. „Ich bin in den letzten Wochen sehr oft sehr früh aufgestanden“, verrät sie lachend. Die Zeit hat es gebraucht, damit sie genügend Material für den Stand im Lokschuppen fertigstellen konnte. Schräg gegenüber haben Gisela Laab und Margitta Jansen einen Stand. Auch sie üben sich im Upcycling. Bei den Beiden erhalten ausrangierte Kravatten ein zweites Leben, beispielsweise als Kosmetiktäschchen.


Wie in den vergangenen Jahren gibt es wieder viel Handgestricktes, Genähtes oder auch Geknüpftes. Auch Modeschuck, Glaskunst, handbemaltes Porzellan und Bilder oder zauberhafte Dioramas sowie echte Bienenwachskerzen sind im Angebot. Für die Fans der selbstgemachten Marmeladen: Christine Ziel ist auch in diesem Jahr wieder dabei. Auch die handgemachten Seifen in allerlei Gestalt finden sich.





Wer seinen Lieben zu Weihnachten lieber Geldgeschenke macht, findet die perfekt verpackt am Stand von Petra Gabel oder findet die perfekte kleine Verpackung. Letztere gestaltet Inge Radecke aus Mettmann seit rund 13 Jahren. Das Hobby hat sie für sich vor 13 Jahren entdeckt, als sie in den Ruhestand ging und hat es inzwischen perfektioniert. „Die Verpackungen eignen sich natürlich auch für kleine Schmuckstücke oder Pralinen“, verrät sie. Mit dabei ist auch wieder Doris Siller, die allerlei weihnachtliches aus Perlen anbietet.




Wer Einkäufe gerne mit einem guten Zweck verbindet, wird auch wieder fündig. Mit fair Gehandeltem am Stand des Eine Welt Ladens oder bei Vereinen und Initiativen, deren Verkaufserlöse in eine gute Sache fließen, wie etwa in die Hilfe für Bolivien.
Auch am kommenden Wochenende ist der Weihnachtsmarkt am und im historischen Lokschuppen noch einmal geöffnet. Samstag, den 6. Dezember 2025 von 14 bis 20 Uhr (Außengelände bis 21 Uhr) und Sonntag, den 7. Dezember 2025 von 12 bis 19 Uhr.

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