
Der Verein Unterfeldhaus-AKTIV hatte interessierte Bürger zu einer Wanderung entlang des renaturierten Eselsbachs eingeladen und die kamen am 10. Oktober zahlreich.
Als Referenten hatte der Verein Jörg Conrady, Mitarbeiter des Bergisch-Rheinischen-Wasserverbandes (BRW), gewonnen. Er hat diese Maßnahmen mitgeplant und durchgeführt. Den Wanderern erläuterte an diesem Tag Ursache und Ziel des Projektes. Im Gespräch mit Wolfgang Haase und Horst Feldmann von Unterfeldhaus-AKTIV, Initiatoren der Wanderung, erfuhren wir, dass die Renaturierung des Eselsbachs im dritten Quartsl 2024 begonnen hat. Im Frühjahr 2025 war die Umsetzung dann abgeschlossen. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW hatte die Investitionssumme von rund 1 Mio. Euro gefördert.
Zuvor hatten die Experten vom BRW festgestellt, dass die Anforderungen der EG-Wasserrahmenrichtlinie in Teilbereichen des Eselsbachs nicht mehr erfüllt war. Daraus folgte die Notwendigkeit der Ökologischen Aufwertung, in deren Rahmen der Eselsbach auf einer 1,2 Kilometer langen Strecke zwischen der Rothenbergstraße (Westen) und der Fußgängerbrücke südlich der Straße am Thieleshof (Osten) renaturiert wurde. Das Gewässer wurde dafür streckenweise aus seinem originären 3,5 Meter breiten und gleichförmigen Profil in ein geschwungenes Bachbett mit unterschiedlichen Gewässertiefen verlegt.
Die in den 1970er Jahren eingebauten, künstlichen Sohl- und Uferbefestigungen aus Stein und Beton wurden entfernt. Auch einige Bäume mussten gefällt werden, die aber laut Ulla Grimm, der zweiten Vorsitzenden von Unterfeldhaus-AKTIV durch Selbstaussaat der Bäume in wenigen Jahren ganz natürlich nachwachsen werden. Um den vielen Wasserkleinstlebewesen einen wichtigen Lebensraum zu bieten, wurde Totholz in das Gewässer eingebracht.
Die Renaturierung wurde von den rund 30 Spaziergängern als sehr gelungen empfunden und gelobt. Der Weg entlang des Eselsbachs ist ein beliebter Spazierweg, der gerne genutzt wird. Dorothea Meves und Daniela Korten, Anwohnerinnen aus Unterfeldhaus, freuen sich über die Gelegenheit in unmittelbarer Nähe des Wohnorts entspannt spazieren zu gehen. Ein oder zwei Bänke entlang des Bachlaufs, die zu Verweilen einladen, würden die Aufenthaltsqualität sicher noch verbessern.




Von der Betonbrücke Hahnhof / Thieleshof / Überhaan ging es dann weiter in die entgegengesetzte zu den Trittsteinen, die anstelle der früheren Thieleshofbrücke verlegt wurden und für viele Diskussionen gesorgt hatten. Kritisiert wurde vor allem, dass die Querung an dieser Stelle für Kinderwagen, Rollstuhlnutzer, Fahradfahrer und generell für Menschen mit Einschränkungen nicht mehr möglich ist.
Ein kleiner Zwischenfall der ansonsten gelungenen kleinen Wanderung war das rücksichtslose Verhalten einiger Radfahrer. Diese rasten ohne jegliche Temporeduzierung durch die Menge der Fußgänger, die nur durch schnelles Reagieren Schlimmeres verhindern konnte. Dennoch wurde eine Passantin vom Ellenbogen einer Radfahrerin ins Gesicht getroffen, kam aber glücklicher Weise mit dem Schrecken davon. Das Beispiel macht deutlich, wie wichtig Rücksichtnahme auf Spazierwegen ist.
Anders als bei der Renaturierung des Eselsbachs sieht es immer noch in so manchen Vorgärten der Eigenheimbesitzer in Unterfeldhaus aus. Dabei ist in der Landesbauordnung mit Wirkung seit dem 1. Januar 2024 das sogenannte „Schottergärten-Verbot“ in Kraft. Dafür wurde die Landesbauordnung konkretisiert und sieht auch den Rückbau solcher Schotter- oder Kunstrasengärten vor. Nähere Informationen dazu gibt es auf der Homepage des Verbands Wohneigentum.
Bei der Frage an Wolfgang Haase, dem ersten Vorsitzenden von Unterfeldhaus-AKTIV, ob die Renaturierung des Eselsbach nur die eine Seite der Medaille ist, während „die zubetonierten Vorgärten der Unterfeldhäuser Eigenheimbesitzer“ die andere Seite sei, bemerkte man doch einen gewissen Frust. „Wir habe das Problem schon an die Stadt Erkrath adressiert, aber dort bekamen wir die Auskunft, das sei ein langwieriger Prozess“, sagte er dazu. Bleibt zu hoffen, dass bei Eigenheimbesitzern ein Umdenken stattfindet und sie von sich aus ihren Beitrag zu einem funktionierenden Ökosystem leisten.

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