Und wenn wir alle zusammenziehen?

von Timo Kremerius

Und wenn wir alle zusammen ziehen - Szenenfoto. Foto: Alvise-Predieri

Nein, eine Anleitung zur Gründung einer Wohngemeinschaft sollte das Stück am Mittwoch in der Stadthalle Erkrath nicht sein. Aber hier handelte es sich nicht um eine Studenten oder Jugendlichen WG, Alters WG war angesagt.

Die Stadthalle war moderat mit knapp über 340 Zuschauern gefüllt. Leider zog sich der erste Teil der Komödie doch ein wenig. Er war nicht spektakulär. Lacher waren vereinzelt vorhanden und der übliche häufige Szenenapplaus, wie man ihn bei einer Komödie normalerweise erwartet, machte sich ansatzweise bemerkbar. Es war ein französisches Stück, in dem der “typische” Franzose und die Dinge, die man mit ihm oder auch ihr verbindet: Revolution, Wein, Liebe und Sex. Eine Komödie darf mit so flachen Charakteren spielen, aber die Dialoge waren leider noch flacher.

Das Stück plätscherte so vor sich hin und war einfach nur eine normale Komödie über fünf Freunde. Bis zu dem Zeitpunkt, als Claude, Einzelgänger und Lebemann, der nach einer seiner letzten Eskapaden mit schweren Herzproblemen erkrankte, von seiner Tochter in ein Altersheim verfrachtetet wurde. Jetzt war der Zeitpunkt erreicht, wo die vier Freund Claude aus dem Altersheim befreiten und Ihre Planung eine Senioren-WG aufzumachen in die Tat umsetzten.

Der erste Akt endete und dass nun doch interessierte Publikum wartete, gespannt auf den zweiten Akt. Zur Freude aller, wurde der zweite Akt auch ein wenig belebter. In der WG war immer Stimmung unter den alten Leuten, aber die Dialoge waren doch sehr einfach und mit wenig Tiefgang. Noch nicht einmal unbedingt lustig. Es plätscherte halt so vor sich hin.

Allerdings muss man differenzieren. Die Schauspieler machten einen sehr guten Job und spielten ihren Part mit sehr viel Herzblut. Die Ausstattung der Bühne war überraschend und optimal. Die Crew verstand es mit wenigen Mitteln eine übersichtliche Spielfläche für die drei unterschiedlichen Parteien zu gestalten. Alles war gut abgestimmt. Wäre da halt das mittelmäßige Drehbuch nicht gewesen.

Nach Ende des Stückes spendierte das Publikum den Akteuren einen donnernden Applaus bis hin zum Klatschmarsch. Das war aber dem Umstand geschuldet, dass der Abschlusssong „Splisch, Splasch“ war, welchen die Zuschauer gut mit einem Klatschmarsch unterlegen konnte. Die Schauspieler hatten den Applaus verdient, das Drehbuch nicht. Es war ein unterhaltsamer Abend, der nicht unbedingt lange im Gedächtnis haften bleiben wird.

Am 12. April 2024 erwarten die Erkrather das Düsseldorfer Kom(m)ödchen mit dem neuen Programm “Bulli ein Sommermärchen“ und am 24. April 2024 steht die Komödie „Die Tanzstunde“ in der Stadthalle Erkrath auf dem Programm. Die Abteilung Kultur der Stadt verschickt die Karten für beide Veranstaltungen auch kostenfrei nach Hause. Telefon 0211 240740 09. Am 23.04.2024 um 16.00 Uhr ist wieder Theater für die Kleinsten. In der Stadthalle Erkrath. Ein Musiktheater für Menschen ab 4 Jahre.

Kulturpause im Foyer der Stadthalle

Erna Rühr. Foto: Timo Kremerius

Künstlerin der Kulturpause war an diesem Abend zum zweiten Mal Erna Rühr. Die in Flensburg geboren und in Düsseldorf aufgewachsen ist. In ihrem Arbeitsleben hat sie einen kaufmännischen Beruf ausgeübt, sich aber immer schon gerne mit handwerklichen Tätigkeiten beschäftigt.

Neben den profanen Dingen im Alltag wie Tapete oder Farbe an die Wand bringen, waren auch Nähen, Stricken, Karten und Schmuck für den Eigenbedarf herstellen ein ausgeprägtes Hobby von Erna Rühr.   

2018 habe sie das erste Mal von der Acryl-Farben-Technik „Pouring“ gehört, bei der Acryl-Farbe auf den zu bemalenden Gegenstand, wie z.B. Leinwand, Holz, Glas u.v.m. gegossen wird.

Es gibt viele unterschiedliche Techniken des Gießens, aber allen ist gemeinsam, dass das fertige Produkt fast immer anders aussieht als man geplant hat. Die äußeren Gegebenheiten wie große Wärme oder auch Kälte, Luftfeuchtigkeit und Untergrund wirken sich auf die Farben genau so aus, wie die eingestellte Konsistenz, die mittels bestimmter Malmittel hergestellt wird.

Sie war und ist fasziniert von den vielen Möglichkeiten. Manchmal schreit ein Bild nach weiterer Bearbeitung. Dann kommen allerlei weitere Materialien zum Einsatz wie Schablonen, Kristalle, Muscheln usw.

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