Trennungskinder stark machen

V.l.: Jim, Giuliano, Anjutta Thiel, Laura und Lisasophie. Foto: Heike Bartels

Mit dem Angebot „Starke Trennungskinder“ möchte die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe des SKFM Erkrath e.V. Kinder dabei unterstützen, Trennungen ihrer Eltern besser zu verarbeiten. Auch die Eltern werden in die Arbeit mit einbezogen.

Wenn sich Eltern trennen oder scheiden lassen, ist es für die betroffenen Kinder nicht immer einfach, mit der Situation umzugehen. Plötzlich ist vieles anders. Häufig fühlen sich die Kinder mit Gefühlen wie Trauer, Angst oder Wut allein gelassen. Manche haben sogar Schuldgefühle und machen sich für die Trennung verantwortlich, sind unglücklich und suchen nach Halt und Sicherheit.

Mit dem Gruppen-Angebot „Starke Trennungskinder“ möchte der SKFM diesen Kindern und ihren Familien helfen. „Wir möchten die Kinder stärken und ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind“, beschreibt Anjutta Thiel, die als Diplom-Psychologin die Gruppe leitet, die Ziele ihrer Arbeit. „In der Gemeinschaft erfahren die Kinder, dass andere in der gleichen Situation sind, und das allein gibt Kraft und Stärke“, ergänzt Sozialpädagogin Sabine Tomkiewicz, die mit Anjutta Thiel zusammenarbeitet.

„Oft streiten sich die Eltern nach der Trennung viel und machen sich gegenseitig schlecht. Die Kinder stehen dann dazwischen und haben ein Loyalitätsproblem – sie lieben ja beide“, erklärt die Gruppenleiterin. „Mein Ansatz ist es deshalb, auch die Eltern für die Situation der Kinder zu sensibilisieren, damit die Trennung möglichst gut gelingt und es den Kindern dabei gut geht. Die Elternarbeit ist mir sehr wichtig.“ Sie führe deshalb vor Beginn des Angebots mit dem anmeldenden Elternteil ein Gespräch und am Ende auch ein Nachgespräch.

Schon vor Corona hat „Starke Trennungskinder“, das die bisherigen Angebote der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe ergänzt, zweimal stattgefunden. Der letzte von insgesamt acht Terminen der dritten Runde fand am Dienstag statt. „Vier Kinder haben jetzt teilgenommen, aber wir würden uns freuen, wenn sich dieses kostenlose Angebot noch weiter herumspricht“, so die Gruppenleiterin.

Kreatives Auseinandersetzen mit den eigenen Gefühlen

Die teilnehmenden Kinder im Grundschulalter sollen sich spielerisch und kreativ mit ihrer Situation auseinandersetzen. „Mithilfe von Gefühlskarten, Spielen, Geschichten und auch beim Malen von Bildern lernen die Kinder ihre eigenen Gefühle in Bezug auf die Situation kennen, lernen aber auch, sie auszudrücken und über sie zu sprechen“, berichtet Anjutta Thiel. Auch das gemeinsame Musizieren und das Singen des „Starke-Kinder-Songs“ stärke die Zusammengehörigkeit und das Selbstbewusstsein.

Erlernen sollen die Kinder auch den Umgang mit ihren Gefühlen im Alltag: „Wir zeigen ihnen zum Beispiel, dass Aufstampfen helfen kann, wenn man wütend ist. Bewegung im Freien kann ebenfalls  helfen, wenn negative Gefühle aufkommen.“ Die Kinder hätten sich in der Gruppe geöffnet und auch über ihre Ängste gesprochen. „Wir sagen ihnen aber auch, dass Angst nicht das einzige Gefühl ist, sondern dass sie aus der Angst wieder rauskommen und es auch andere Gefühle gibt“, so Thiel.

Am letzten Gruppentag wurden Mut-Mach-Figuren aus einer härtenden Knetmasse gebastelt, die die Kinder mit nach Hause nehmen können, um sich an die Gruppe zu erinnern. „Ich habe ein Mut-Monster gemacht“, sagt Lisasophie begeistert. Und auch Jim ist mit seinem Werk zufrieden: stolz zeigt er zwei bunte Kugeln.

Das nächste Gruppenangebot „Starke Trennungskinder“ soll am 1. Februar 2022 entweder in der Begegnungsstätte Gerberstraße in Alt-Erkrath oder im Roncalli-Haus in Erkrath-Millrath beginnen.
Zum kostenlosen Angebot für Kinder zwischen sechs und elf Jahren gehören acht Gruppentermine, die jeweils dienstags von 15.15 Uhr bis 16.45 Uhr stattfinden.

Die Anmeldung nimmt Anjutta Thiel unter Tel. 0211 – 2496463 entgegen. E-Mail: familienhilfe.thiel@skfm-erkrath.de.

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