Stadtweiher: Mehr Schlamm als zunächst kalkuliert

Mehr Schlamm als zunächst kalkuliert ist im Stadtweiher vorhanden Foto: © RG/ Archiv

Eine Messermittlung aus dem Jahr 2018 hat ein Schlammvolumen von 5.200 Kubikmeter ermittelt, der Wert hat sich mittlerweile mehr als verdoppelt. Die BmU macht sich Sorgen um Kosten- und Zeitplan.

Für den nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschafsförderung beantragt die BmU den Tagesordnungspunkt „Entschlammung Stadtweiher“ aufzunehmen. „Grund“, so Fraktionsvorsitzender Bernhard Osterwind, „sei die ganz erheblich abweichende Schlammmenge von der bisherigen Kalkulation.“ Ursprünglich wurde ein Wert von 5.200 Kubikmeter Schlamm zur Entnahme kalkuliert. Nach aktuellen Informationen der BmU beläuft sich die Menge auf mittlerweile 12.000 Kubikmeter. Dies hätte Auswirkung auf die Kostenentwicklung, aber auch auf den Zeitplan, ist sich Osterwind sicher und erbittet sich diesbezüglich eine Antwort von der Verwaltung.

Auf Nachfrage der Redaktion bestätigt Maria Steinmetz von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung die Aussage der BmU-Fraktion. „Die 12.000 m³ Schlammvolumen geben den aktuellen Kenntnisstand wieder und wurden daher in die Ausschreibung für den ersten Bauabschnitt der Entschlammung (Schlamm lösen und seitlich lagern) übernommen“, so ihre Aussage. Ursache für die Abweichung zur ersten Massenermittlung aus dem Jahr 2018 ist, dass bei den jüngsten Baugrunduntersuchungen bei trockenem Weiher deutlich mächtigere Schlammschichten angetroffen wurden, als im ersten Bodengutachten 2018 beschrieben. „Eine Erklärung dafür könnte nach unserer und nach Auffassung des Bodengutachters darin bestehen, dass die Probenahme in 2018 bei noch eingestautem Weiher erfolgen musste, sodass insbesondere die Übergangsbereiche Wasser/Schlamm und Schlamm/Teichsohle nur unterhalb der Wasserlinie bestimmt werden konnten. Im Juni 2020 hingegen konnte die Dicke der Bodenschichten direkt im Baggerschurf gemessen werden“, erklärt Steinmetz und ergänzt, dass letztlich aber auch die über den Weiher verteilten Baggerschürfen nur punktuelle Aufschlüsse darstellen, sodass auch das aktuelle Schlammvolumen mit einer Unsicherheit behaftet bleibt.

Entschlammung erfolgt in zwei Abschnitten

Die genauen Massen werden durch ein elektrooptisches Aufmaß der Teichsohle vor und nach dem Abschieben des Schlammes und einem daraus erstellten digitalen Geländemodell ermittelt. Das bedeutet, zum Ende des ersten Bauabschnittes ist das tatsächliche Volumen des Schlammes definitiv bekannt. „Die oben genannten Unsicherheiten sowohl bezüglich der genauen zu entsorgenden Schlamm-Massen als auch bezüglich des Entsorgungsweges sowie der Entsorgungskosten waren ausschlaggebend dafür, dass die Entschlammung nunmehr in zwei Abschnitten erfolgt. Diese Teilung, die auch dem Fördergeber in einem Abstimmungsgespräch mitgeteilt wurde, erlaubt uns eine bessere Kostensicherheit und eröffnet Möglichkeiten zur Reaktion, falls sich hier abzeichnen sollte, dass es zu Abweichungen vom bisher ermittelten Kostenrahmen kommt.“

Entschlammung wird im Rahmen der Umgestaltung refinanziert

Die Entschlammung ist als Einzelmaßnahme nicht förderfähig, sondern nur im Rahmen der gesamten Umgestaltung des Stadtweihers. „Entsprechend liegt für die Entschlammung selbst kein Förderbescheid vor, sie ist eine vorbereitende Maßnahme zur Umgestaltung. Die Kosten der Entschlammung werden im Rahmen der Umgestaltung refinanziert“, weiß die Verwaltungsmitarbeiterin. „Dies ist das Ergebnis der Abstimmungen mit Bezirksregierung und dem zuständigen Ministerium. Bei einer absehbaren Abweichung von der bisherigen Kostenberechnung erfolgt eine Rücksprache mit dem Fördergeber. Derzeit liegt jedoch das abschließende Entsorgungskonzept für den Schlamm noch nicht vor. Die Kosten der Entsorgung können erst dann belastbar beziffert werden, wenn das Entsorgungskonzept fertiggestellt ist. Auch ein Zeitplan für den zweiten Bauabschnitt wird erst nach Vorlage des Entsorgungskonzeptes erstellt. „Es handelte sich also nicht um eine „Fehlberechnung“, sondern um die Abschätzung des Volumens anhand der Erkenntnisse zum Zeitpunkt des eingestauten Stadtweihers“, so ihre abschließende Aussage.

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