Spotlight: 30 Jahre junges Theater

von Timo Kremerius

Foto: Spotlight

Seit 30 Jahren präsentiert das Spotlight Theater Jahr für Jahr ein neues Stück im Joachim-Neander-Haus. Das Jubiläum der jung gebliebenen Theatergruppe wurde in der letzten Woche gebührend gefeiert.

Rund 80 Gäste hatten sich dazu eingefunden. Mit dabei waren ehemalige Schauspieler, Unterstützer des Theaters und einige Sympathisanten. Was sind 30 Jahre? Ein Nichts im Meer der Zeit und doch soviel, denn 30 Jahre ehrenamtliches Theaterspiel für die Menschen in Erkrath würdigte auch Bürgermeister Christoph Schultz, der einige Worte an die Jubilare richtete. Wie immer einfühlsam und empathisch. Er stellte fest, dass das Spotlight Theater ein Teil von Erkrath ist. Er empfahl den Bekanntheitsgrad noch weiter zu steigern und rief dazu auf die Vorstellungen doch intensiver zu besuchen. Auch Diakonin Nicole Förster richtete einige persönliche Worte an die beiden Hauptakteure des Spotlight Theaters, Michael kastner und Karola Fritzsch. Die beiden führten unterhaltsam mit kleinen Quizaufgaben durchs Programm und erzählten zur Belustigung der Jubliläumsgäste einige Anekdoten, an die sie sich erinnerten. Ein leckeres Buffet rundete den Abend ab.

Für die Gäste gab es einen Rückblick. Spotlight wurde am 12. Januar 1996 von Michael Kastner gegründet. Seit Januar 2006 teilt er sich die Leitung mit Karola Fritzsch. Beide zusammen bilden ein unschlagbares Team, die zusammen mit ihren Schauspielern und den Unterstützern neben vor und hinter der Bühne einfach nur Höchstleistungen abliefern. „Gestartet sind wir im Rahmen eines Videoprojektes des einstigen Jugend-Cafés nicht auf der Bühne, sondern mit einem Videoprojekt. Zu Beginn haben wir kurzweilige Sketche mit der Videokamera aufgenommen und daraus entstand die Idee für einen Kurzfilm“, erinnert sich Kastner an die Ursprünge. Das Erstlingswerk „Die Ecke“, geschrieben von der Gruppe Spotlight dauerte 23 Minuten und wurde 1996 uraufgeführt. Zum Inhalt: In einer Kirche findet die Pfarrerin eine tote Presbyterin. Eine Polizeibeamtin beginnt mit den Ermittlungen und stellt fest, dass es sich um einen tragischen Unfall handelt. Allerdings ist die Polizistin bei ihren Ermittlungen einer Falschgeldmafia auf die Spur gekommen. Nach einem versuchten Mord und einer vergeblichen Flucht werden die Übeltäter schließlich gestellt.

Nach drei Wochen waren damals von den gestarteten 30 Schauspielern nur noch 15 übrig und dieser Status hat bis heute Bestand. Aktuell umfasst Spotlight 16 Schauspielerinnen und Schauspieler, von denen manche fast so lange wie Kastner dabei sind. Alle Tätigkeiten wurde von den Mitgliedern in Eigenregie erarbeitet und beigebracht, Schauspiel, Regie, Bühnenbild und Technik. In den folgenden 30 Jahren hat Spotlight jedes Jahr ein neues Theaterstück auf die Bühne des Joachim-Neander-Hauses gebracht. Seit 2025 finden immer drei Vorstellungen im März statt. Es sind Stücke, die uns mal zum Lachen bringen, zum Nachdenken oder zum Mitfiebern animieren.

Hier eine kleine Auswahl der letzten 30 Jahre: In 80 Tagen um die Welt, Die Physiker, Die Räuber. Die Stücke der letzten drei Jahre waren: Some Change – nicht gesellschaftsfähig, Big Spender und Mordsfrauen. Immer etwas Neues und vor allen Dingen immer genial auf die Bühne gebracht. Der Begriff Laienschauspieler ist bei Spotlight inzwischen fehl am Platz, wer eines der Stücke gesehen hat, weiß wie profihaft sie auf die Bühne gebracht und dargestellt werden.

Einmal im Jahr veranstaltet Spotlight ein Casting um für das Theater neue Menschen für vor, hinter oder auf der Bühne zu gewinnen. Resultierend aus dem Casting 2025, konnten sechs neue oder ehemalige, in diesem Fall Schauspieler, gewonnen werden.

Von Michael Kastner und Karola Fritzsch wurde noch auf die Märzveranstaltungen hingewiesen, mit der Bitte diese anzukündigen. Sehnlicher Wunsch der beiden war, das die Erkrather Spotlight intensiver wahrnehmen.

Jubiläumsaufführung, mit „Hydra – übernehmen Sie“ und „Romeo und Julia – Backstage“
Autoren: Norbert Haber, Heidi Moor-Blank, Spotlight-Team
| Aufführungstermine: 14., 15. und 21.03.2026 – 18.30 Uhr im Joachim-Neander-Haus, Dauer ca. 2 Std. 45 Min.

Die Veranstaltung am 14.03.2026 ist fast ausverkauft. Karten gibt es online auf der Webseite von Spotlight auf www.spotlight-theater.de.

Zum Inhalt der beiden Stücke

„Hydra – übernehmen Sie“ von Norbert Haber: Nikolas möchte auch gerne mit der neuen Zeit gehen, aber seine Frau Annegret scheut Anschaffungen von digitaler Technik. Als Kompromiss gibt er einer selbst gebastelten „ALEXA“ Befehle, die Annegret ersatzweise ausführen muss – und zwar so lange, bis sie der Anschaffung einer echten ALEXA zustimmt. Herbert, ein vermeintlicher Technikfreak, überredet aber seinen Freund Nikolas, sich das Neueste vom Neuen, die Box HYDRA, zuzulegen. Mit dieser zusammen zieht auch ein „Geist“ in den Haushalt ein, der der seelenlosen Box ein aufregendes Leben einhaucht…

„Romeo und Julia – Backstage“ von Heidi Moor-Blank: Die kleine Provinzbühne steht kurz vor der Premiere von „Romeo und Julia“, doch es geht alles schief. Das Stück zeigt die Dramen, die sich HINTER der Bühne abspielen – in der Künstlergarderobe: Fehlende Schauspieler, nicht sitzender Text, dazwischen zwei Maskenbildner, die versuchen, den Laden zusammenzuhalten und die Premiere nicht platzen zu lassen.

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