Silvester im Planetarium mit Ausblick auf 2026

Foto: Stefan Ueberschaer, Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl e.V.

Für alle die, die Silvester ein etwas entspannteres Programm bevorzugen, gibt es das Silvester-Extra im Planetarium.

Möglich machen das auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter, ohne die das Planetarium nicht wäre, was es ist: Ein Ort, den viele gerne besuchen. Sei es für den Blick in die unendlichen Weiten des Weltraums oder um Musik einmal anders zu erleben.

Das Programm zu Silvester 2025, das einen feierlichen Empfang mit Sekt oder Orangensaft beinhaltete, wurde von Max Mucha, Magdalena Kapela und Dr. Matthias Kolb als Referenten begleiteten. Wie zu Silvester üblich, gab es eine Live-Präsentation mit Jahresrückblick auf die astronomischen Highlights 2025. Wie etwa auf die Saturn Ringe, die von der Erde aus kaum zu beobachten waren, da man durch den besonderen Stand auf die Kante der Ringe schaute. Von Ende März bis Anfang Mai waren die Ringe dadurch von der Erde aus rund 44 Tage fast unsichtbar. Oder der interstellare Besucher 3I/ATLAS, ein seltener Komet aus dem interstellaren Raum, der 2025 durch unser Sonnensystem flog. Er war bereits der dritte interstellare Komet, der entdeckt wurde.

2025 war auch das Jahr mit dem Abschied vom Gaia Weltraumteleskop, das nach mehr als zehn Jahren, in denen es zwei bis drei Milliarden Sterne vermessen hat, Ort, Geschwindigkeit, Helligkeit und teilweise Spektren erfasste, im März 2025 außer Betrieb genommen wurde. Drei Monate später gab es dann die ersten Bilder des neuen Vera-Rubin-Teleskops, das über drei Spiegel verfügt, dessen Hauptspiegel einen Durchmesser von 8,4 Metern hat. Die Kamera ist 64 Zentimeter breit und umfasst 3,2 Milliarden Pixel.

Gibt es Leben auf dem Exoplaneten K2-18b? Max Mucha referierte über die mit dem Weltraumteleskop James Webb gemachte Entdeckung von Dimethylsulfid (DMS) auf K2-18b, das ein möglicher Beweis für Leben auf dem Planeten seien könnte, denn auf der Erde wird die Substanz fast ausschließlic von Mikroorganismen produziert. Dennoch ist die Entdeckung kein zwingender Beweis für Leben, wenn es auch ein starker Hinweis auf außerirdisches Leben ist. Weitere Beobachtungen sind nötig, um nicht-biologische Ursachen auszuschließen. Auch über die neuen Ergebnisse von DESI (Dark Energy Spectroscopic Instrument), die darauf hindeuten, dass sich dunkle Energie mit der Zeit verändert, sich abschwächt, erfuhren die Silvestergäste des Planetariums.

Welche Highlight bietet der Sternenhimmel 2026?

Spätestens im April dieses Jahres sollen vier Astronauten, unter ihnen auch eine Austronautin, zu einem zehntägigen bemannten Raumflug zum Mond starten. Artemis 2, so der Name der Mission, ist die erste Mondmission seit Apollo 17 im Jahr 1972. Landen werden die Astronauten allerdings nicht. Sie werden den Mond lediglich umrunden. Die Mission soll der Vorbereitung von Artemis 3 dienen, bei der dann auch eine Mondlandung geplant ist.

Im August wird es ersteinmal finster. Am 12. August gibt es eine partielle Sonnenfinsternis, bei die Sonne abends vor Sonnenuntergang zu rund 90 Prozent verdeckt ist. Wer seinen Sommerurlaub in dieser Zeit in Spanien verbringt, kann in großen Teilen Spaniens sogar eine volle Sonnenfinsternis erleben. Hier bei uns beginnt die Verfinsterung um 19.18 Uhr und erreicht ihr Maximum um 20.12 Uhr, dann steht sie nur 6 Grad hoch am Himmel. Sonnenuntergang ist um 20.59 Uhr. Anschließend dürfen Himmelsbeobachter sich auf den Meteorschauer der Perseiden freuen.

Am 28. August wird es dann noch einmal ‚finster‘. Dieses Mal ist der Mond an der Reihe. Wer die Mondfinsternis erleben möchte, auch sie ist partiell und erreicht 90 Prozent, muss früh aufstehen. Die maximale Verfinsterung ist um 6.12 Uhr zu sehen.

Zum Ende des Jahres 2026 ist der Start von PLATO geplant. Die europäische Raumsonde, die mit 26 Kameras ausgestattet ist, soll vom L2-Orbit in der Milchstraße vor allem erdähnliche extrasolare Planetensysteme finden und sie charakterisieren.

Neue Highligts im Planetarium

Noch liegt das Programm für das erste Halbjahr im Planetarium noch nicht vor, aber einen kleinen Ausblick auf neue Veranstaltungen gab es dann doch schon einmal. Am 1. Februar 2026 hat ‚Die Anderen – Der erste Kontakt‚ um 18 Uhr Premiere. Die Produktion befasst sich mit der Frage nach außerirdischem intelligetem Leben, ALIENS. Sind wir alleine im Universum oder wo sind die Anderen, sofern sie existieren, in unserer Milchstraße? Diese und weitere Fragen werden gestellt und im Planetarium gibt es zu dieser neuen Produktion den aktuellen Stand der Suche nach Anzeichen von Leben außerhalb der Erde.

Premiere hat am 21. Februar 2026 um 18 Uhr auch ‚Aurora – Wunderbares Polarlicht‚. Polarlichter faszinieren und mit ein wenig Glück kann man sie im Herbst und Frühjahr an Orten mit wenig Lichtverschmutzung sogar bei uns in NRW sehen. Der koreanische Astrofotograf Kwon O Chul hat die geheimnisvollen Lichter in all ihrer Vielfalt eingefangen. Mit ultraempfindlicher Kameratechnik hat er atemberaubende Echtzeitaufnahmen in 4K gemacht, die den Himmel in fließende Farben und tanzende Formen verwandeln. Im Rundformat der Planetariumskuppel entsteht aus den Aufmahmen ein magisches Leuchten. Naturgetreue Computer­visualisierungen zeigen anschaulich, was Polarlichter wirklich sind und wie sie entstehen. Den Auftakt des Programms bildet ein ausführlicher Blick auf den aktuellen Sternenhimmel.

Am 21. Februar 2026 um 10.30 Uhr wartet auch auf die Kleinen einen Premiere. In ‚Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond‚ , ist die kleine, wissbegierige Maus Armstron vom Weltraum fasziniert. Ganz besonders vom Mond, den sie mit ihrem kleinen Fernrohr in klaren Nächten beobachtet und unbedingt mehr von ihm erfahren möchte. Während die anderen Mäuse davon überzeugt sind, der Mond bestehe aus Käse, fragt sich Armstrong, wie er beweisen kann, dass der Mond, genau wie die Erde, aus Gestein besteht. In seiner Dachkammer baut er eine Rakete, um als erste Maus zum Mond zu fliegen. Gelingt ihm sein waghalsiges Unterfangen? Welche Abenteuer erwarten den kleinen mutigen Mäuserich auf seiner Reise? Basierend auf der Buchvorlage von Torben Kuhlmanns Bestseller ‚Armstrong‘ (2016) hat die Stiftung Planetarium Berlin das Fulldome-Prgramm speziell als 360°-Erlebnis umgesetzt.

Am 26. Februar 2026 um 20 Uhr gibt sich ein Streichquartett im Planetarium die Ehre. Das Hokkaido Quartett bietet die kleine Nachtmusik von Saties stiller „Gymnopédie“ und Debussys „Clair de Lune“ über Beethovens „Mondscheinsonate“ bis zu Strauss’ Walzer, Elgars lyrischen Miniaturen und Gershwins „Someone to Watch Over Me“. Dazwischen öffnet John Williams’ „Star Wars Main Title“ den Blick in ferne Galaxien, ehe „When You Wish Upon a Star“ das Staunen zurück an den Himmel holt. Das Hokkaido Quartett, besteht aus Roman Brnčić (Violine), Hachidai Saito (Violine), Irene Baiter (Viola) und Arabella Ristenpart (Violoncello). Regulärer Preis pro Ticket: 35 €, ermäßigt: 18 €

Das Hokkaido Quartett. Foto: Hand-Peter Herkenhöhner

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