
Das Trillser Straßenfest kommt ganz ohne Programm und Beschallung aus. Ein bisschen ist es auch ein Heimatfest, aber vor allem ist es ein Fest, auf dem Begegnung und Klönen im Vordergrund stehen.
„Das ist in diesem Jahr wieder super gelaufen. Es war wirklich toll und es waren viele Leute hier“, zeigte sich André Kowalczyk von der Großen Erkrather KG, die einen Bierstand betrieb, begeistert. „Kompliment an die Veranstalter“, ergänzte er. Kowalczyk bezeichnet das Trillser Straßenfest als einen ‚Selbstläufer‘. „Hier braucht es kein Programm, die Leute kommen, um sich zu treffen und ins Gespräch zu kommen.“ Damit beschreibt er das, was das Fest Jahr für Jahr ausmacht. Es ist ein Klönfest, zu dem gerne auch ehemalige Trillser und Hochdahler in die alte Heimat zurückkehren, um Freunde aus alter Zeit zu treffen.
Ein paar Lücken hätte es in diesem Jahr bei den Ständen gegeben, hatte Andre Kowalzyk bemerkt. Von einem Verein wusste er, dass er wegen eines zeitgleichen Turniers ausgefallen war. Dem Fest hat es am Ende nicht geschadet. Wird es doch, bis auf wenige Ausnahmen, wie dem Weinstand oder einem nach außen verlegten Angebot der Pizzaria Da Mimmo, deren Inhaber sich als Nachbar am Fest beteiligt, ausschließlich von Erkrather Vereinen bestritten.
Impressionen vom Sonntagnachmittag
Offenes Atelier und Lesung ‚gleich um die Ecke‘
Begegnung und Klönen war gleich um die Ecke in Claudia Birkheuers Atelier in der Alten Püttbach Schmiede auch wieder angesagt. Jedes Jahr zum Trillser Straßenfest öffnet sie ihr Atelier für Besucher, empfängt sie auch draußen unter einem schattenspendenden Pavillon. Seit die Künstlerin sich vom Malen mehr aufs Schreiben verlegt hat, gehört eine Lesung zum Programm. Die war am Sonntagnachmittag und die Sitzplätze reichten für die 25 bis 30 Besucher nicht aus und so standen sie bis zur Türe der Schmiede. Wenn Claudia Birkheuer liest, ist das schon ein Event für sich.
Nachdem sie in den letzten Jahren aus ihren Romen ‚Die Karriere der Christina Siemon‘, ‚Seven‘ und ‚Anna‘ las, war in diesem Jahr ihr frisch gedruckter Gedichtband ‚Sichtweisen – Nebenklang und Hintersinn‘ dran. Nicht ihr erster Gedichtband, denn schon 2015 – noch vor ihren Romanen – erschien ‚Gedichte …. falls Du gefragt wirst‘. Wer Claudia Birheuer kennt, ahnte schon, dass es in ihren Gedichten weniger um Liebe und Poesie geht. Mit ihrem unvergleichlichen Humor trug sie dann ausgesuchte Gedichte vor, die von der Brille und der klaren Sicht oder vom Banker und Investments handelten. Auch von Managern, die im Büroschlafsessel den Abgasskandal verschlafen oder von den Gänsefüßchen für Zitate, deren Auslassen schon so manchen den Doktortitel gekostet haben.



















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