Sammelbüchse für Catella-Bauprojekt?

Symbolbild Leserbriefe - Foto: Bruno (Germany) / Pixabay

Leserbrief | Michael Laferi, Stadtplaner im Ruhestand, kann den Inhalt eines Artikels in RP und WZ und den einer Pressemitteilung des GEWD (hier), nicht nachvollziehen.

Hinweis: Die geäußerte Meinung in Leserbriefen gibt nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Anonyme Zuschriften, oder Zuschriften mit diskriminierenden Inhalten werden nicht berücksichtigt. Wir behalten uns vor längere Leserbriefe sinngemäß zu kürzen.

Folgenden Leserbrief, den er auch als Kommentar auf Facebook veröffentlichte, hat er dazu geschrieben:

Die Ausführungen von CEO Franken von der Catella sind so Mitleid erregend, dass man geneigt ist, neben die Sammelbüchse für einen notleidenden Zirkus, aufgestellt im Baviercenter, auch noch eine für die Rettung des Bauprojektes der Catella Am Wimmersberg zu stellen. Nein, das Gejammere von Herrn Franken ist mehr als peinlich

Wenn Herr Franken beteuert, dass sein Projekt Am Wimmersberg an der Förderung scheitern könnte, kann ich nur sagen, dass die Finanzierung seines Projekts nicht professionell kalkuliert sein kann. Jeder kleine private Bauherr muss bei seiner Finanzierung eines Neubaus oder der Renovierung eines Hauses vorab klären, ob eine Förderung zu einer bestimmten Zeit sichergestellt ist, und dass die Finanzierung auch ohne Fördermittel möglich ist. Kredite werden nur unter diesen Voraussetzungen zugesagt.

Die Projekte der Catella (u.a. GrandCentral in Düsseldorf, Planungsrecht seit 4 Jahren, Weiterverkauf großer Teil des Areals) und Wimmersberg (Planungsbeginn 2018, geplanter Baubeginn 2020/2021) sind durch ausgedehnte Zeiträume gekennzeichnet. Bei zügiger Bearbeitung hätte Herr Franken die Förderungen sichern können.

Wahrscheinlich wäre auch ein anderes Konzept kostengünstiger, mit einer angemessenen Anzahl von Wohnungen (450 statt 700), weniger Baumfällungen und weitgehender Erhaltung der Topografie, die auch barrierefrei gestaltet werden kann. Ich habe den Eindruck, dass Herr Franken den Sinn von Förderprogrammen nicht verstanden hat.

Förderprogramme zielen darauf ab, finanzielle Anreize zur Einführungen von technische Neuerungen und angestrebten Standards zu geben. Daher sind derartige Programme sinnvollerweise zeitlich befristet und der Finanzrahmen ist darauf abgestimmt. Förderprogramme stellen also keine Alimentationen oder soziale Transferleistungen für notleidende oder „orientierungslose“ Finanzinvestoren dar. Fördermittel werden aus dem Steueraufkommen finanziert, und daher sollte mit diesem Geld auch sorgsam umgegangen werden. Ich zweifele an der Sinnhaftigkeit der Förderpraxis, wenn derartige Fördermittel auch an Großinvestoren gegeben werden, denn die Finanzierung von Bauprojekten erfolgt durch finanzstarke Anleger, die nicht auf staatliche Förderprogramme angewiesen sind.

Soweit ich weiß, ist die Befristung des KfW- Programm (EH55) bereits von der vorherigen Regierung durch Wirtschaftsminister Altmeier von der CDU im Oktober verkündet worden. Beim Effizienzhaus 55 handelt es sich um einen längst am Markt durchgesetzten Baustandard, dessen Förderung daher nicht mehr sinnvoll ist.

Michael Laferi (Dipl.-Ing.)

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