Rückblick auf „Das Haus“ in der Stadthalle

von Timo Kremerius

Szenenbild "Das Haus". Foto: Martin Büttner

Das Kulturamt hat mit dem Theaterprogramm wieder einen Raketenstart 2025/2026 hingelegt. War das Stück „Kalter weißer Mann“ im letzten Monat schon ein Brüller, so reihte sich „Das Haus“ nahtlos an.

In der Komödie von Brian Parks ging es um einen Hauskauf. In der Wahrnehmung der Normalbürger ein ganz normaler Vorgang. Zwei Parteien, in diesem Fall zwei Paare, treffen sich, um ein Haus zu verkaufen / kaufen. Die Rotemunds – er Zahnarzt, sie Hausfrau – haben zwanzig Jahre glücklich in dem Haus gelebt und ihre Kinder großgezogen. Als diese nun ausgezogen waren, wollten sie sich schweren Herzens von dem Haus trennen, um in eine kleinere Wohnung umzuziehen. Die jungen, aber noch kinderlosen Lindners – sie Anwältin, er Finanzberater, haben sich in das Haus verliebt und schienen für die Rotemunds die idealen Käufer zu sein. Nach zahlreichen Besichtigungen war für die Lindners klar: „Das ist unser Haus, um hier eine Familie zu gründen.“

Aber als man in dem neu erworbenen Objekt auf den Deal anstoßen will, beginnt das Chaos, das in einem Inferno endet. Heiter und beschwingt stößt man auf den vermeintlichen erfolgreichen Verkauf an und plaudert fast euphorisch miteinander, aber der Zuschauer bemerkt, dass die Konversation mit zunehmender Dauer immer mehr unfreundliche Formen und Misstöne annimmt. Eben noch freundlich, für den Zuschauer fast langweilige, dahinplätschernde Konversation, dann langsam, aber stetig hin zu unfreundlichen, schon beleidigenden Zwischentönen. In immer schnellerer Abfolge wurden einmal die Rotemunds, dann wieder die Lindners, Opfer von Anzüglichkeiten und bösartigen Misstönen. Einem Fettnäpfchen folgte das nächste. Die Situation eskalierte, als die Lindners von Ihren Umbauplänen sprachen. Der Rosengarten, liebevoll gepflegt von Frau Rotemund, sollte dem Umbau der Küche zum Opfer fallen. Es beginnt eine aggressive Schlacht der Beschimpfungen und Drohungen, die bis in Handgreiflichkeiten gipfelte. Und dann verschwindet Frau Rotemund mit einer Flasche Alkohol und einem Feuerzeug in die Diele…..

Verdienterweise bekamen die Schauspieler nach Beendigung des Stückes einen tosenden Applaus. Den Zuschauern wurde vorgeführt, wie schnell man sich in den Menschen täuschen kann und wie oft die eigenen Vorstellungen nicht mit denen der Mitmenschen übereinstimmen. Tja, und zu guter Letzt, wie schnell eine harmlose Situation eskalieren kann. Der Zuschauer lacht aufgrund der Absurdität und der überzeugenden Darstellung der Schauspieler.

Leider waren zu „Das Haus“ wieder einmal, wie bei der Saisoneröffnung nur etwa 270 Besucher in der Stadthalle. Liebe Erkrather Bürger. Falls es noch nicht angekommen ist, die Theater- und Kabarettsaison hat angefangen und Erkrath ist die Stadt im Kreis, die beides immer noch anbietet.

Am Donnerstag, den 20.11.2025 besucht Bernd Stelter mit seinem Programm „Reg dich nicht auf! Gibt Falten“ die Erkrather. Am 26.11.2025 erwartet das Erkrather Publikum die Weihnachtskomödie „Mein Name ist Erling“. Von Christina Herrström mit unter Anderen Janina Hartwig, Sebastian Goder und Cem Lukas Yeginer. Die Abteilung Kultur der Stadt verschickt die Karten auch kostenfrei nach Hause. Telefon 0211 240740 09.

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