
Eine Kerze, eine Porzellankatze und Blumen erinnern an die Glückkatze Minu. Eine Geste, die den Kindern in der Johannesberger Straße in Unterfeldhaus das Abschiednehmen erleichtern soll.
Anwohner der Johannesberger Straße können ein Lied von Rasern auf ihrer Straße singen. „Die fahren oft in den Tunnel, stoppen kurz und geben dann lautstark wieder Gas, um mit quietschenden Reifen weiterzufahren“, erzählt uns Norbert Wirth, der uns darauf aufmerksam machte, dass selbst die Porzellankatze am Straßenrand schon wieder umgefahren wurde. „Man nennt das Gebiet um die Johannesberger und Feldheider Straße auch Motodrom zur Feldheide“, sagt er. Dass es nun Minu, die Glückkatze aus der Nachbarschaft, erwischt hat, macht ihn traurig.


„Dieses Mal war es wieder ’nur‘ eine Katze, auch wenn ich sie sehr vermisse und ich mich ärgere, dass der Fahrer einfach weiter gefahren ist. Es hätte auch ein Kind erwischen können. Hier wohnen in direkter Nachbarschaft fünf Grundschulkinder“, erzählt Sarah-Jane Hansen. Sie hatte mit einem Bild ihrer Minu in Facebook geschrieben: „An den Autofahrer, der heute 29.08. Zwischen 5.30-6 Uhr durch die Johannesberger Straße gebrettert ist: Du hast meine Katze überfahren. Ja. So etwas kann passieren, keine Frage, aber du hättest wenigstens anhalten und nachschauen können, ob sie auch wirklich tot ist…..
Du hast es aber einfach ignoriert und bist weiter, hast sie schwer verletzt liegen gelassen. Ich habe sie von der Straße genommen, wo sie dann in meinen Armen verstorben ist. Wenn du auch nur einen Funken Anstand besitzt, melde dich bei mir!„

Dass es ihre Minu erwischt hat, die seit 12 Jahren als Freigängerin auf der Johannesberger Straße unterwegs ist, macht nicht nur Sarah-Jane traurig. Minu war nicht ihre einzige Katze, aber für sie etwas besonderes. „Sehr offen und freundlich zu jedem und eigentlich von jedem hier geliebt wegen ihrer überdurchschnittlich freundlichen Art. Sie hat sogar mit dem grossen Boxer nebenan gespielt, also richtig gespielt“, erzählt Sarah-Jane. „Wir hatten eine ganz besondere Bindung und sie erinnerte auch manchmal eher an einen Hund als an eine Katze. Richtig treu, kam immer sehr freudig und miauend an, wenn ich mit dem Auto oder Scooter in den Hof kam, ging mit spazieren, wusste wann ich Feierabend habe. Als Mensch hätte man gesagt eine feine Seele mit absolut reinem und treuem Herzen“, setzt sie fort. Minu war einst nach dem Wegzug einer Familie zurückgeblieben. Sarah-Jane hat sie dann über den Tierschutz übernommen.


Um auch den Kindern in der Nachbarschaft die Möglichkeit zu geben, sich von der verstorbenen Minu zu verabschieden, hat sie ihr das Blut abgewaschen. „Das sollten die Kinder nicht sehen“, sagt sie uns. Gemeinsam hatten sie schließlich am Unfallort direkt neben der Straße eine Kerze und die Porzellankatze aufgestellt, die dann prompt auch wieder ein Unfallopfer wurde. Inzwischen hat sie eine neue Katze und eine neue Kerze mit Blumen etwas mehr abseits aufgestellt. Minu ist nicht die erste Katze, die auf der Johannesberger Straße überfahren wurde. Eine Nachbarin hat Sarah-Jane erzählt, dass sie schon etliche Katzen von der Straße habe auflesen müssen. Im schlimmsten Fall habe der Unfall einer Katze das halbe Hinterteil abgetrennt, aber sie lebte noch. Sie habe vor Schmerzen laut geschriehen, sodass die Nachbarin sie kurzer Hand ins Auto packte und auf dem schnellsten Weg in die Tierklinik fuhr, um das Tier von seinen Qualen erlösen zu lassen.
Eigentlich gilt auf der Johannesberger Straße Tempo 30, aber viele halten sich nicht daran. Nachdem sich Anwohner wegen der Raser an die Stadt gewandt hatten, wurde eine Geschwindigkeitsanzeige angebracht. „Die steht an der falschen Stelle“, denkt Sarah-Jane Hansen. Das wäre nicht die Stelle, an der die meisten wirklich schnell sind. Häufigere Geschwindigkeitskontrollen könnten vielleicht helfen, aber die finden meist an anderen Stellen statt. Bleibt zu hoffen, dass nie ein Kind in diesem Bereich verletzt wird.
Tierschutzverein Erkrath
Immer wieder kümmert sich der Tierschutzverein Erkrath um herrenlose Katzen, sorgt auch für die Kastration und vermittelt Kitten, die von diesem Katzen vor der Kastration zur Welt gebracht wurden. All das kostet Geld und Zeit. Spenden sind daher gewünscht. Näheres dazu auf der Homepage des Vereins. Auch wer gerne einen Stubentieger adoptieren möchte oder sich vorstellen kann eine Pflegestelle für Katzen anzubieten, findet alles wichtige auf der Seite.

Den Podcast am Ende der verlinkten Seite kann ich nur empfehlen!
Die BmU-Fraktion möchte mehr Tempokontrollen und hat hierfür einen konkreten Plan
https://www.bmu-erkrath.de/vorteile-fuer-buergerinnen-und-buerger-erkennen