Radverkehrssicherheit und Elterntaxis

'Hoher Besuch' in der Johannesschule: Verkehrsministerin Ina Brandes. © RG

In der Johannesschule erfolgte in der letzten Woche im Rahmen der Aktion ‚Sicherheit durch Sichtbarkeit‘ die symbolische Übergabe von Speichenreflektoren für die Fahrräder der Kinder durch Verkehrsministerin Ina Brandes.

Verkehrsministerin Ina Brandes. © RG

Insgesamt 36.000 Päckchen mit diesen Speichenreflektoren werden aktuell im ganzen Land an den Schulen verteilt. „Ich bin erst seit zwei Wochen im Job und die standen bisher ganz im Zeichen des Fahrrads“, berichtete Ina Brandes in ihrer Begrüßungsrede. Das sei aber auch wichtig und würde das Leben der Menschen besser und sicherer machen, damit man der ‚Vision Null‘ (Null Verkehrstote) näher komme. Im Rahmen der Verkehrswende sollen künftig 25 Prozent der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Stephan Stracke, Vizepräsident der Landesverkehrswacht Nordrhein-Westfalen, fragte auf dem Schulhof dann das Wissen der Kinder ab: „Alles redet von der dunklen Jahreszeit. Was ist das.“ Die Antwort kam schnell: „Wenn es morgens spät hell und abends früh dunkel wird.“ Auch auf andere Fragen, wie etwa warum diese Jahreszeit gefährlich sei, hatten die Grundschüler schnell Antworten. Kurz erklärte Stracke den Kindern, wie die Reflektoren am Fahrrad für mehr Sicherheit sorgen und empfahl allen: „Tragt helle oder reflektierende Kleidung.“

Anschließend ging es an die ‚Montage‘. Vier Kinder waren dafür mit ihren Fahrrädern auf den Schulhof gekommen. Auch Ministerin Brandes legte selbst Hand an und half der neunjährigen Olivia die Reflektoren anzubringen.

Ina Brandes hilft der neunjährigen Olivia bei der Montage der Reflektoren. © RG

Elterntaxis und Toter Winkel

Im Rahmen der Verkehrssicherheit auf Schulwegen, ob zu Fuß oder mit dem Rad, finden auch regelmäßig Aktionen zum Thema ‚toter Winkel‚ an Schulen statt. Brigitte Heinz, Leiterin des Straßenverkehrsamtes Mettmann, die ebenfalls vor Ort war, erklärte den Kindern, worum des dabei geht. „Wir freuen uns, dass wir als Kreisverwaltung Mettmann ein Kooperationspartner der Kreisverkehrswacht und der Kreispolizeibehörde sind“, erklärt sie die Beteiligung des Straßenverkehrsamtes. Aufgrund der oft gefährlichen Hol- und Bringsituation vor den Schulen machen Banner zusätzlich darauf aufmerksam, dass deutlich sicherer ist, wenn die Schülerinnen und Schüler zu Fuß zur Schule kommen. An der Johannesschule ist die Situation besonders problematisch.

Christopher Flor, kommissarischer Schulleiter der Johannesschule erklärt Ministerin Ina Brandes und Bürgermeister Christoph Schultz später vor dem Schuleingang, warum das so ist. „Es gibt nur wenig Parkplätze und die Kinder werden direkt vor der Tür ausgeladen. Das führt in der schmalen Straße im Berufsverkehr zu Hupkonzerten“, führt er aus. Die Initiative ‚Elterntaxi‘, die mit Bannern aufmerksam macht, finde er gut. Er wünsche sich für seine Schule aber Ankerpunkte, an denen die Kinder aussteigen können und dann die letzten Meter sicher zu Fuß zur Schule kommen können. Bürgermeister Christoph Schultz kennt die Situation, hat selbst eine Tochter in der Schule. Da er mit Familie in Unterfeldhaus wohnt, nimmt er seine Tochter morgens auf dem Weg mit. „Ich lasse sie immer an der Haltestelle aussteigen. Von dort geht sie die paar hundert Meter dann zu Fuß“, erklärt er. Ministerin Brandes hört aufmerksam zu. „Wir brauchen Lösungen für alle Kinder“, merkt sie an. „Wir haben mehr und mehr Kinder aus anderen Stadtteilen. Da fehlen noch die Lösungen für einen sicheren Schulweg“, erklärt Flor, dass die Grundschüler oft nicht mehr in der fußläufigen Umgebung wohnen.

Wie man künftig besser mit der Situation umgehen kann, ließ sich am Freitag noch nicht klären. Mit ‚Ankerplätzen‘ oder auch ‚Elternparkplätze‘, hat eine Grundschule in Mettmann offensichtlich schon gute Erfahrungen gemacht, hier sollen Kontakte hergestellt werden, um sich auszutauschen.

„Ich hoffe Sie dann Ende des kommenden Jahres wieder als Ministerin hier in Erkrath begrüßen zu können“, verabschiedete Schultz die Ministerin, die bereits zum nächsten Termin eilen musste.

Verkehrsministerin Ina Brandes hat ein offenes Ohr für das Thema Elterntaxi.
Hier mit Bürgermeister Christoph Schultz. © RG

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