Premiere am Lokschuppen

Foto: Hochdahler Chöre

Anfang März fand die letzte Präsenzprobe der Hochdahler Chöre statt. Dann kam Corona und plötzlich war alles anders.

„Wir konnten uns nicht mehr zum Proben treffen und waren gezwungen anders zu agieren“, berichtet Claudia Nöcker. Vergleichbar mit den Home Office Lösungen vieler Berufstätiger musste jeder für sich proben, der Chor wurde erst einmal digital aus dem Home Office aufrecht erhalten. „Plötzlich mussten wir uns der Herausforderung stellen allein den anderen etwas vorzusingen. Das war schon eine neue Erfahrung“, erinnert sich Nöcker.

Am 12. August 2020 war es dann so weit. Die lang ersehnte erste Präsenzprobe der Hochdahler Chöre seit Anfang März sollte im historischen Lokschuppen in Hochdahl stattfinden. Vorstandsvorsitzender
der Chöre Dieter Feilen hatte ein entsprechendes Hygienekonzept beim Ordnungsamt der Stadt Erkrath eingereicht, die es schließlich auch genehmigte.

Kurzfristig wurden die Sängerinnen und Sänger bei sommerlichen Temperaturen auf den überdachten Bahnsteig zur Probe eingeladen. Die waren froh draußen proben zu können. Mit viel Abstand, seitlich jeweils drei Meter und nach vorn vier Meter, machten 22 Damen um 18.30 Uhr den Anfang. Um 20 Uhr folgten die Herren (erster und zweiter Bass).

Die Wiedersehensfreude war nicht nur bei den Sängerinnen und Sängern spürbar, auch Chorleiter Thomas Gabrisch war die Freude über den Neustart anzusehen. Für den Dirigenten stand ein E-Piano zur Verfügung und für die Chormitglieder standen Stühle bereit.

„Die Akustik war ungewohnt – jedoch durch das gewölbte Dach über dem Bahnsteig erfreulich gut. Allerdings sorgten die weiten Abstände dafür, dass sich die Sänger wie Solisten fühlten“, berichtet Claudia Nöcker. Für Chorleiter Thomas Gabrisch waren die Stimmen gut zu hören. Hören konnte er auch, dass offensichtlich niemand das Proben ausgesetzt hatte. Die Chormitglieder hatten während des Lock-Downs ganz unterschiedlich, mal in kleinen Gruppen über Zoom, mal für sich allein mit Unterstützung der Software ‚Capella Reader‘ geprobt.

Bei der ersten Präsenzprobe probten die Damen aus dem neuen Repertoire passend als Auftakt ‚Auf uns‘ von Andreas Bourani. Es folgten ‚Dein ist mein ganzes Herz‘ von Heinz Rudolf Kunze und ‚Your Song‘ von Elton John. Die Herren sangen ‚Hinter dem Horizont‘ von Udo Lindenberg, ‚Dir gehört mein Herz‘ aus dem Musical Tarzan und drei Stücke aus der Italienreis von Gerhard Winkler.

Am vergangenen Montag probten dann auch erstmals wieder die Tenöre. Wenn alles gut funktioniert, werden die Proben vorerst im und am Lokschuppen fortgesetzt. „Wir freuen uns sehr, wenn die Proben – immer in Abhängigkeit von der aktuellen Entwicklung – auf dem Bahnsteig oder dem Lokschuppen weitergeführt werden können, bis wir hoffentlich alle wieder gemeinsam in unserem Vereinshaus in Trills singen dürfen“, sind sich Chormitglieder und Chorleiter einig.

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