Positives Votum für aktuellen Stadtweiher-Entwurf

Michal Mielke, Geschäftsführender Gesellschafter von MOLA Landschaftsarchitektur, präsentierte den Entwurf. Fotokollage: Redaktion

In der Sitzung der Begleitgruppe Stadtweiher am Mittwoch wurde der aktuelle Vorentwurf der Landschaftsarchitekten MOLA aus Düsseldorf vorgestellt.

Der Sieger des Planungswettbewerbs hat im förmlichen Vergabeverfahren hat kein Angebot abgegeben. Über die Gründe kann man nur mutmaßen. Vielleicht war die Entfernung – der Preisträger kam aus der Nähe von Lübeck – ausschlaggebend. Im förmlichen Vergabeverfahren hätten sich alle drei Preisträger mit einem Angebot um die Vergabe bewerben können. Am Ende nutzte nur das Landschaftsarchitektur MOLA aus Düsseldorf die Gelegenheit den eigenen Entwurf mit den erhaltenen Anregungen noch einmal zu überarbeiten und ein Angebot einzureichen. Gestern wurden dieser Entwurf von Michael Mielke (Geschäftsführender Gesellschafter MOLA) der Begleitgruppe Stadtweiher präsentiert, bevor er am 18. September 2025 um 17 Uhr im Ausschuss für Stadtentwicklung (ASW) öffentlich vorgestellt wird. Dem Sitzungskalender ist zu entnehmen, dass die Sitzung in der Stadthalle stattfindet, was sicher aufgrund des öffentlichen Interesses angebracht ist.

Kurz gab es vor der Sitzung Irritationen, weil einer Besucherin der Eintritt verwehrt wurde. Peter Knitsch äußerte, dass die Sitzungen der Begleitgruppe immer öffentlich gewesen wären, worauf Bürgermeister Christoph Schultz erklärte, dass sei keine normale Sitzung der Begleitgruppe, man habe lediglich die Mitglieder eingeladen, damit sie Zeit hätten, sich vor der Ausschusssitzung mit dem Entwurf zu befassen und habe vermeiden wollen, dass der Eindruck entstehe, dass die Sitzung als Wahlkampfaktion durchgeführt werde. Bürgermeister Schultz begrüßte dann auch die Anwesenden. Mit ihm waren die Beigeordnete Carola Beck, Ralf Hezel (Fachbereichsleiter Tiefbau · Straße · Grün) und zwei weitere Mitarbeiter der Verwaltung anwesend. Aufgrund des Schulbrands fand die Sitzung dieses Mal im Schulungsraum der neuen Feuerwache an der Bergischen Allee statt.

„Wenn MOLA kein Angebot abgegeben hätte, wäre das Verfahren geplatzt und damit hätte es auch keine Förderung gegeben“, verdeutlichte Christoph Schultz noch einmal die entstandene Situation, nach dem der Gewinner kein Angebot abgegeben hatte und auch der Mitbewerber auf dem dritten Platz des Wettbewerbs nicht. Michael Mielke übernahm es dann die angepassten Entwurf vorzustellen. Zu Beginn ging er noch einmal kurz auf die Wettbewerbspräsentation vor Ort und das positive Feedback, das MOLA für Teilsapekte des Wettbewerbsentwurfs erhalten hatte, ein. „Als Büro überlegt man sich, ob man als drittplatzierter ins Verfahren geht“, erklärte er, dass die Entscheidung gut überlegt war. In den überarbeiteten Entwurf sind viele Anregungen und Teile des Gewinnerentwurfs eingeflossen.

Sichtbare Eingangsbereiche, Rundweg und Weihergröße

„Wir haben Wert darauf gelegt, dass die Eingangsbereiche sichtbarer werden“, erklärte Michael Mielke. Wenn man beispielsweise vom Hochdahler Markt komme, ahne man nicht, dass der Stadtweiher in unmittelbarer Nähe ist. In der Präsentation stellte er später im Bild Elemente vor, die an den Eingangsbereichen zum Stadtweiher platziert werden könnten und zeigen, an welcher Seite des Weihers man sich befindet.

Auch der Brückenplatz soll punktuell mit Aussicht aufgewertet werden. Das bisher kleinteilige, oft von Vandalismus betroffene, Naturpflaster soll ersetzt werden. Das betrifft eine Fläche von rund 1.800 Quadratmetern. „Das war eine Forderung seitens der Stadt“, erklärte er. Außerdem soll der Brückenplatz Sitzelemente und eine bespielbare Skulptur erhalten. Peter Knitsch wandte ein, dass viele Anwohner den Brückenplatz so erhalten wollen. Bei einer Erneuerung solle man deshalb auf die Optik achten und ein ähnliches Material wählen. Er regte an, das zu verwendende Pflastermaterial den Menschen vorher zu zeigen. Michael Mielke gab zu bedenken, dass bei einer Ausschreibung nicht vorgegeben werden kann, welches Pflaster von welchem Hersteller genommen werden soll. Die Idee Musterflächen anzulegen griff er aber auf. Auch wenn keine genaue Spezifikation in der Ausschreibung möglich sei, könne man Vorgaben machen.

Die im Ursprungsentwurf steinerne Wasserterasse mit abgeflachtem Ufer und direktem Zugang zum Wasser stieß auf wenig Gegenliebe, da sie die Wasserfläche verkleinert hätte. Das hat das Büro MOLA aufgegriffen und im neuen Entwurf eine 130 Quadratmeter große Terrasse oberhalb des Wassers vorgesehen, die über eine Rampe auch barrierefrei erreichbar seien soll. Für eine Beschattung sollen Bäume sorgen. Peter Knitsch wollte wissen, wieviel dafür vom Wasserbereich des Weihers wegfällt. Michael Mielke führte aus, dass es 1,50 bis 1,90 Meter seien, die Bäume aber in durchnässtem Substrat stehen würden. Dafür sollen spezielle Baumarten ausgewählt werden. Auf die Baumstandorte hatte MOLA aufgrund der Beschattung wert gelegt. Peter Knitsch äußerte, dass er sich eine Expertise zur Verdunstung bei Trockenheit wünsche. „Die Beschattung schützt auch vor Verdunstung“, warf Christoph Schultz ein. Und obwohl dieses Frühjahr extrem trocken gewesen sei, sei der Wasserstand nicht so, wie befürchtet gesunken.

Im Bereich der Hausnummer 5 soll eine barrierefreie Rampe zum Holzdeck führen und ein Steg um den Privatbereich geführt werden, der den Rundgang ergänzt. Dieser würde um die Ufermauer des privaten Eingangsbereich führen. „Zum Teil muss noch mit den Eigentümern verhandelt werden. Es gab bereits Vorgespräche“, hieß es seitens der Verwaltung. Diese seien bisher positiv verlaufen. Sollte hier am Ende keine Einigung erzielt werden, müsste man über einen Plan B nachdenken. Ein Förderkriterium sei die Barrierefreiheit. „Wir müssten überlegen, ob das Holzdeck anderweitig barrierefrei gemacht werden kann“, so Ralf Hezel.

„Ich finde diesen Entwurf sehr gelungen. Er führt direkt zum Wasser und die Bäume verdecken die Tiefgarage“, lobte Lars Busch den Entwurf. Auch die Steganlage gefalle ihm. Die paar Quadratmeter, die wegfallen, seien dann entbehrlich. Auch Ralf Hezel lobte den Entwurf von MOLA, der viele Dinge aus beiden Entwürfen zusammengeführt habe. „Bis dato war das eine absolut hervorrangede Zusammenarbeit.“ Ebenso Toni Nezi: „Ich bin begeistert.“ Bürgermeister Christoph Schultz gestand, dass er zuerst entsetzt war, als ihm klar wurde, dass der Gewinner zurückgezogen habe.

Ein zentrales Element des ursprünglichen Entwurfs war ein durchgängig barrierefreier Rundgang. Der sah unter anderem auch eine weitere Terrasse über dem Ablaufbauwerk vor, die über eine 30 Meter lange Brücke erreichbar gewesen wäre und den Weiherrundweg komplettiert hätte. „Von dieser Idee mussten wir aus Kostengründen Abstand nehmen“, erläuterte Mielke. Der Rundweg führe deshalb auf einer Strecke von etwa 100 Metern an der Straße entlang, die für zumutbar gehalten wird. Allerdings soll der Eingangsbereich an dieser Stelle verbessert werden.

Auch auf dem Südweg soll es Verbesserungen geben, wie etwa eine Entwässerung. Von der Schildsheiderstraße aus soll das bisherige Gefälle mit einer barrierearmen Rampe ausgeglichen werden. „Wir planen noch einen Termin mit der Behindertenbeauftragten der Stadt“, berichtet Michael Mielke. So soll etwa eine Anhebung des Weges um etwa einen Meter ein barrierearmes Niveau schaffen und Zwischenpodeste sollen ertüchtigt werden. Auch die Bepflanzung soll im Bereich der Sedentaler und Schildsheider Straße auf gewertet werden.

Im Spiegel der Zeit

Der von Mola vorliegende Entwurf hat den Titel im Spiegel der Zeit. „Den haben wir gewählt, weil wir vorhandene Elemente aus den 70ern mit neuen Elementen kombiniert haben“, erklärt Michael Mielke die Wahl. Beispielsweise habe man geprüft, ob Geländer, die nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen entsprechen, weil die Höhe nicht ausreicht, um auch Radfahrern Sicherheit zu geben, mit neueren Elementen aufstockt und die passende Höhe zu erreichen. Nicht überall sei das möglich. Einige Geländer müsste man komplett demontieren und in der Werkstatt bearbeiten, um den Rost zu beseitigen. Da wären Aufwand und Kosten nicht wirtschaftlich und ein neues Geländer günstiger. Wo eine Kombination möglich sei, wolle man ergänzen. Punktuell soll der Rundweg auch noch kleinere Spielelemente erhalten.

Bouleplatz und Anglerpodeste

Auch der Wunsch nach einem Bouleplatz soll umgesetzt werden. „Das Boulefeld wird eine Größe von 15×4 Metern haben“, erklärt Mielke. Zur Ufersicherung soll eine Benjes-Hecke angelegt werden. Die solle nicht zu hoch ausfallen, um den Blick auf den Stadtweiher zu ermöglichen und werde eher in die Tiefe gehen, um ein Übersteigen zu verhindern. Auf der Südseite sollen zwei Anglerstege angelegt werden. Dazu gab es bereits einen Austausch mit dem Anglerverein. Diese sollen nur für die Angler zugänglich sein und werden mit einer Zaunanlage gesichert. Viele der Maßnahmen seien Forderungen der Unfallkasse. „Am naturbelassenen Südufer muss ja auch das Geflügel mal an Land gehen können“, äußerte Toni Nezi, dass Mensch und Tier gleichermaßen Rückzugsräume bräuchten.

Peter Knitsch wollte noch wissen, wie viele Bäume für diesen Entwurf gefällt werden müssten. Christoph Schultz zählte im Entwurf nach, dass es sechs seien. Einer davon fürs Boulefeld. Fünf Bäume müssen für die barrierefrei Zuwegung von der Schildsheider Straße aus gefällt werden. „Wir achten darauf nur kleinere Bäume zu entnehmen“, erklärte Mielke. Ob es am Ende sechs Bäume werden, stünde auch noch nicht ganz fest. Vielleicht sind es weniger, aber für eine realistische Kostenschätzung hätte man die maximale Zahl ins Angebot einrechnen müssen.

Ulrich Zastrau sprach noch den Zufluss vom Sedentaler Bach zum Weiher an. „Wie ist der Stand der Abdichtung wegen der Versickerung, kann man das eventuell vorziehen?“, wollte er wissen. Ralf Hezel meinte, das könne man gerne mal mitnehmen. Carola Beck gab allerdings zu bedenken, dass ein vorzeitiger Beginn förderschädlich seien könne. Christoph Schultz ergänzte, dass das mit dem Fördergeber abgestimmt werden müsse.

Am 18. September 2025 um 17 Uhr haben dann alle Interessierten die Möglichkeit der Diskussion zum vorliegenden Entwurf im Ausschuss für Stadtentwicklung (ASW) zu folgen. Der präsentierte Entwurf kann auf der Homepage der Stadt unter www.erkrath.de/stadtweiher (rechts unter Dokumente) schon jetzt eingesehen werden.

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