
Der 9. November 2024 ist ein besonderes Datum in der deutschen Geschichte. Er steht für die Hoffnungen der Deutschen (Mauerfall), aber eben auch für den Weg in die Verbrechen des 3. Reiches.
In vielen Städten wurden heute in Erinnerung an die Progromnacht die Stolpersteine besucht. Diese kleine Gedenksteine erinnern an das Schicksal von Menschen, die in der NS-Zeit verfolgt und ermordet oder vertrieben wurden. Auch in Erkrath gibt es sechs dieser Stolpersteine, die an solche Menschen erinnern.
Eine Gruppe der OMAS gegen Rechts hat sie besucht, geputzt, geschmückt und an die Menschen gedacht. Zu ihnen zählte Hanna, die die Geschichte der Erkrather Stolpersteine ganz aus der Nähe verfolgt und begleitet hat. So konnte sie berichten, wie sie den Bruder des von der SS ermordeten Kriegsgefangenen Tomasz in Polen besucht hat, um ihm Grüße aus Erkrath zu bringen. Bei dem Stolperstein in der Kirchstraße erzählte sie von einem überraschenden Kontakt, der bei ihren Recherchen zum Schicksal der alten und behinderten Frauen entstanden war: Eine alte Frau rief sie an und erzählte, wie sie als junge Frau in dem damaligen Altenheim des Klosters in der Küche gearbeitet und miterlebt habe, wie 1941 diese hilflosen Frauen von den Nazis abgeholt wurden und dass keine von ihnen zurückgekehrt ist. „Sie haben wohl genau gewusst, was ihnen geschah, sie haben laut geweint und es waren viele“, zitiert Hanna die alte Dame, zu der sie bis zu ihrem Tod weiter Kontakt hatte.


In der Düsselstraße 13 lebte zuletzt nur noch die 75-jährige Bertha, bis sie in ein Düsseldorfer Altenheim vertrieben wurde und von dort 1942 nach Theresienstadt deportiert und ermordet wurde. Dabei hatte sie eine große Familie gehabt. Die jüngeren Verwandten waren rechtzeitig in die USA ausgewandert, die Alten – Bertha, ihre Schwester und ihr Schwager hatten ihre Heimat nicht aufgeben wollen. Zu den putzenden OMAS und Opas kamen überraschend die jetzigen Bewohner des Hauses und erzählten, wie vor wenigen Jahren Nachkommen dieser Familie Mayer zu Besuch kamen, mit Bildern, einem Film und man gemeinsam im Garten des Hauses gesessen und Kaffee getrunken habe.
Zum Schluss ging es dann noch zu den Steinen von Peter, Otto und Emil, die 1933 verhaftet worden waren, weil sie gemeinsam mit etlichen anderen Kommunisten einen SS Mann erschossen haben sollten, obwohl sie alle 3 an diesem Abend gar nicht in der Nähe des Tatortes gewesen waren. Alle drei wurden 1934 im Hof des Gerichtsgefängnisses Düsseldorf geköpft. Diese Steine waren vor kurzem geputzt und Kerzen waren zum Gedenken aufgestellt worden.
Für die ganze Gruppe der OMAS war dies heute eine besondere Erfahrung, die Mut macht.

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