Neue Preisformel für Fernwärme aus dem Hinterzimmer?

Interessengemeinschaft Fernwärme Hochdahl e.V.

Symbolbild Fernwärme: Pixabay/wilhei

Die IG Fernwärme hat einen Brief an die Mitglieder des Aufsichtsrats und die Geschäftsleitung der Stadtwerke Erkrath adressiert und kritisiert die nichtöffentliche Behandlung der Preisformel für Fernwärme in der kommenden Sitzung.

Die Interessengemeinschaft kritisiert, dass die entscheidenden Weichen im Aufsichtsrat im Hinterzimmer gestellt werden, während Bürgerinnen und Bürger über steigende Kosten, das marode Fernwärme-Netz und leere öffentliche Kassen inklusive Gewinnverschiebungen diskutieren. Sie geht davon aus, dass die so getroffenen Entscheidungen, zu denen es keine Öffentlichkeit oder Debatte gebe, später als Sachzwang oder alternativlos verkauft werden. Diese Hinterzimmerpolitik sei kein Versehen, heißt es im Brief der IG Fernwärme, sie sei bewusste Strategie und schütze Entscheidungsträger vor Kritik, unbequemen Fragen und vor der Öffentlichkeit. Den Bürgern vermittle man damit: „Eure Meinung stört nur.“

Das Schreiben der IG Fernwärme ist eine Reaktion auf die Sitzung des Aufsichtsrats, die für den 21. Januar 2026 um 17 Uhr terminiert ist und in der zwar die Anpassung Eintrittspreise Neanderbad zum 01.03.2026 im öffentlichen Teil behandelt werden, die Anpassung der Preisformel Fernwärme und die Anpassung des Wasserpreises zum 01.03.2026 jedoch für den nichtöffentlichen Teil der Sitzung vorgesehen sind.

Besonders perfide sei daran, dass betroffene Fernwärmekunden, mangels Handlungsalternativen, dem System auf Gedeih und Verderb ausgeliefert seien. Diese Art der Politik sei bequem für die Mächtigen, aber ein Schlag ins Gesicht für die Bürger, setzt sich die Kritik im Brief fort. Wer Entscheidungen heimlich vorbereite, habe offenbar Angst vor Argumenten, Kritik oder Transparenz. Vertrauen entstehe so nicht. Es verdampfe eher. Die IG Fernwärme bemängelt, dass Bürgerbeteiligung nicht erwünscht sei. So werde Transparenz zum PR-Wort und Demokratie zur Formalie. Es sei kein Wunder, dass die Politikverdrossenheit der Menschen wachse, wenn sie das Gefühl hätten, das ihre Stimme nicht gehört werden soll.

„Sehr geehrter Herr Aufsichtsrats-Vorsitzender: Wer politische Verantwortung trägt, muss den Mut aufbringen, Entscheidungen dort zu diskutieren, wo sie hingehören: in der Öffentlichkeit. Alles andere sei Politik von gestern und ein Risiko für morgen“, richtet die IG Fernwärme in ihrem Brief das Wort direkt an den Vorsitzenden. Die Interessengemeinschaft mahnt „Veröffentlichen Sie die Entscheidungsgrundlagen und verlegen Sie die Entscheidung zur neuen Preisformel in den öffentlichen Teil der Aufsichtsratssitzung am 21.1.2026“ und schließt mit Grüßen der im Monopol gefangenen Kunden.

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