
Wenn René Heinersdorff mit seiner Crew in Erkrath gastiert, ist beste Unterhaltung garantiert. Das zeigte sich einmal mehr am vergangenen Mittwochabend.
Stücke von Heinersdorff mit dem unvergleichlichen Busse sind in der Stadthalle längst eine feste Größe und sind Publikumsmagnet. Die Stadthalle war restlos ausverkauft, als die Komödie „Weiße Turnschuhe“ auf dem Programm stand.
Ein topfitter Senior wird zum Pflegefall
Das Stück, eine Paraderolle, die René Heinersdorff dem „famos aufspielenden“ Busse auf den Leib geschrieben hat, dreht sich um den topfitten, kerngesunden 75-jährigen Günther. Er joggt, rudert und lebt diszipliniert. Passend zum Titel hält er sich fit wie ein Turnschuh.
Doch die Idylle wird jäh zerstört, als sein Sohn Kai auftaucht – wie immer nur, wenn er bis zum Hals in Schwierigkeiten steckt. Kai ist bankrott, denn er hat die Immobilie, die Günthers Rente sichern sollte, verscherbelt. Um schnell an Geld zu kommen, hat er für seinen Vater heimlich Pflegestufe 4 beantragt. Und noch ehe Günther widersprechen kann, steht die Gutachterin der Versicherung vor der Tür. Was folgt, ist eine turbulente und urkomische Verwandlung des Jungbrunnens in einen hilflosen Pflegefall – eine Herausforderung, die selbst den fittesten Senior an seine Grenzen bringt.
Günther (Jochen Busse) betritt die Bühne unter frenetischem Applaus, gefolgt von Max seinem Nachbarn. Sie hatten gerade ihre Joggingrunde hinter sich. Im Gegensatz zu Günther, der die 4 Etagen hochgeflogen sein muss, schleppte sich Max keuchend zum Sofa, wo er dann erschöpft zusammenbrach. Der Applaus des Publikums steigerte sich, als Busse dann noch minutenlang einen Hula-Hoop-Reifen malträtierte. Wenn man bedenkt, dass Busse im wahren Leben 84 Jahre alt ist, à la Bonheurs. Er tänzelte, hoppelte und bewegte sich wie ein Jungbrunnen.
Alle Schauspieler, ohne Ausnahme, lieferten einen guten Part ab und das Publikum war begeistert. Jochen Busse setzte noch mal einen drauf. Das Stück flog wie nichts an den Zuschauern vorbei, die jeden Dialog dankbar annahmen und auch mit Szenenapplaus und Gelächter belohnten. Wie fast immer war es eine lockere unterhaltsame Vorstellung. Hier hat Heinersdorff wieder gute Vorarbeit geleistet. Als sich Günther dann outete und eine Kerze machte oder eine Brücke, tobten die Zuschauer. Es war auch schlichtweg eindrucksvoll, was Busse da ablieferte.
Am Ende des Stückes bekannten sich die Sozialbetrüger schuldig, wurden aber von der Gutachterin nicht angezeigt. Während des Stücks kommunzierte Busse direkt mit dem Publikum, wie etwa „Ich hätte nicht gedacht, dass das Stück so anstrengend ist“. Auch forderte er zum Mitsingen bei „Ja mir san mim Radel da“ auf. Der Aufforderung folgte das Publikum erheitert auch prompt. Etwas ernster beklagte er das Verhalten der Versicherungen, die nur kassieren aber nicht leisten wollen. „Meinem Freund wurde das E-Bike gestohlen. Das bekam er anstandslos ersetzt, aber zwei Wochen später hat ihm die Versicherung gekündigt. Unverschämt“, so Busse.
Am Ende des Stücks gab es verdienterweise Klatschmarsch, Bravorufe und sogar Standing Ovation. Alle Zuschauer, von denen zur Pause keiner ging, hatten einen wunderschönen Abend, an dem alles zusammenpasste. Bis in die Haarspitzen motivierte Schauspieler, dankbare Zuschauer, ein volles Haus, eine unterhaltsame Komödie und Spaß ohne Ende. Der Wunsch ans Kulturamt: Weiter so.
Am Donnerstag, den 11.12.2025 findet der literarische Wettbewerb „The Best of Poetry Slam“ in der Stadthalle statt und am Mittwoch, den 21.01.2026 bietet das Kulturamt dann noch ein Highlight der Literatur als Schauspiel in der Erkrather Stadthalle. „Achtsam morden“ nach einem Roman von Karsten Dusse. Schauspieler unter anderem Martin Lindow, Christian Miedreich, Alessa Kordeck. Die Abteilung Kultur der Stadt verschickt die Karten auch kostenfrei nach Hause. Telefon 0211 240740

Hallo,
Ich würde gerne wissen welche Besetzung in der Stadthalle erkrath bei weiße turnschuhe am 03.12.2025 gespielt hat außer Jochen Busse. Waren nicht die Schauspieler die angekündigt waren.
Sie waren super. Daher würde ich gerne wissen wer es war.
Die Frage können wir in der Redaktion nicht beantworten. Vielleicht fragen sie in der Kulturabteilung der Stadt Erkrath nach?
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