Mit Janice Harrington stimmgewaltig in den Jazzsommer

von Timo Kremerius

Janice Harrington mit Band in Action auf der Bühne. Foto: Timo Kremerius

Für den diesjährigen Jazzsommer hat Dr. Helmut Stein, der inzwischen seit sechs Jahren mit Herzblut die Teilnehmer für die drei Tage des Jazzsommers auswählt, eine Mischung zusammengestellt, die ein Kommen zu den Veranstaltungen zwangsläufig einfordert. Schon der Auftakt am Sonntag war ein echtes Highlight.

Der Anfang konnte am Sonntag mit der „Janice Harrington & Band“ nicht besser gelingen. Über zwei Stunden musikalische Unterhaltung vom Feinsten. Janice Harrington, die Blues- Jazz- und Gospelsängerin hat schon ein bewegtes Leben hinter sich. Sie wurde in Cleveland geboren und wuchs dort auf. Heute lebt sie mit ihrem deutschen Ehemann Werner Gürtler, der beim Konzert die Posaune spielte und auch Klavierbauer ist, nahe Lüneburg.

Mit einem Lächeln erwähnte sie, dass es ihr vierter Ehemann ist und er sich immer benehmen muss, sonst würde sie einen fünften Ehemann finden. Mit einem breiten Lächeln schaute sie zu Christoph Schultz rüber und meinte zum Publikum: „Vielleich euren Bürgermeister.“ Janice lockere Art kam beim Publikum sehr gut an. Sie rockte das Publikum, und forderte es zum Mitmachen auf. Ob im Stehen die Hüften schwingend oder mitklatschend oder sich musikalisch mitbeteiligend, Janice beherrschte alle Tasten der Klaviatur und überzeugte das Publikum.

1969 startete ihre Karriere mit Tourneen für das US-Militär durch Südostasien, wo sie in verschiedenen U.S.O. Shows während des Vietnam-Krieges auftrat. Im Las Vegas Flamingo Hotel trat sie als Stargast von 1975 bis 1977 auf. Auch spielte sie während dieser Zeit in Hauptrollen in den Theaterstücken „Normen Is That You“ und „Two Gentlemen From Verona“ und war als Gast in der amerikanischen TV-Serie „Days Of Your Lives“ zu sehen.

Künstler wie Billy Daniels, Lloyd Bridges, Frank Sinatra Jr., Sammy Davis Jr. und Lionel Hampton waren Wegbegleiter und standen mit ihr in ihrer langen Karriere auf der Bühne. Lionel Hampton sagte einmal über Janice Harrington, sie sei eine „One-Women-Show“. Man könnte noch Seiten über diese begnadete Ausnahmekünstlerin schreiben, würde sich aber bei den vielen Informationen, die sich im Internet finden nur wiederholen.

1980 kam Janice endlich nach Europa und dort auch sofort beim Publikum an. Ein Ereignis sei noch zu erwähnen, der Auftritt für Bischof Desmond Tutu in Oslo, anlässlich der Verleihung seines Friedens-nobelpreises. Zuletzt begeisterte die Vollblutmusikerin mit ihrer einzigartigen und energiegeladenen Bühnen-Performance das Publikum von „Deutschland sucht den Superstar“ sowie „The Voice Senior“.

Janice Harrington in voller Fahrt auf der Bühne. Foto: Timo Kremerius
Janice und ihr Mann Werner bei einem Liebeslied. Foto: Timo Kremerius

Nun aber zum Jazzsommer im Lokschuppen. Seit über zwanzig Jahren begeistert der Jazzsommer das Erkrather und auch das Publikum aus dem Umfeld. Der Lokschuppen war wieder einmal bis auf den letzten Platz gefüllt und das Publikum harrte der Dinge, die auf es zukommen sollte. Eine kurze Begrüßung unseres Bürgermeisters, eine kurze Erläuterung von Dr. Helmut Stein und das Konzert konnte beginnen. Es entwickelte sich zu einem Wohlfühlkonzert und Janice nahm das Publikum von der ersten Sekunde an mit in die Jazz-, Blues- und später auch in die Gospelwelt, unterstützt von einer Band mit ausnahmslosen Vollblutmusikern, denen man ihre Liebe zur Musik ansah und hörte. Janice Harrington mit ihrem fulminanten Gesang, ihr Ehemann Werner Gürtler als Beherrscher der Posaune, Till Brandt, der seinen E-Bass und Kontrabass fingerfertig beherrschte, Markus Wienstoer, der Zauberer an der Gitarre dessen Finger schneller als die Töne waren und Mickey Neher, der seine Schießbude malträtierte. Besucherin Marion Spiritus brachte das Ganze auf den Punkt. „Die Frau (Janice) hat Pfeffer im Hintern und weiß das Publikum zu begeistern.“ Und das soll ihr, die bereits die 80 überschritten hat, erst einmal jemand nachmachen.

Nach einer Zugabe war das Konzert nach über zwei Stunden dann zu Ende. Es war ein Wohlfühlvormittag, mit netten Besuchern, einer Spitzengruppe mit Spitzenmusikern. Da freut man sich schon auf das nächste Wochenende des Jazzsommers, bei dem dann auch wieder leise im Hintergrund Thomas Körblein mit seiner Crew von den Maltesern bereit steht, falls die heißen Rythmen dem einen oder anderen Kreislaufprobleme bescheren.

Die weiteren Jazzsommer-Termine:
Am Freitag, den 15. August, um 19 Uhr bringt Marcia Bittencourt gemeinsam mit ihrem erstklassigen Quartett brasilianische Rhythmen und das südamerikanische Lebensgefühl in den Lokschuppen in Hochdahl. Am Sonntag, den 17. August, um 11 Uhr tritt die neunköpfige Band Hott Jazz GmbH im Lokschuppen in Hochdahl auf.
Tickets für die einzelnen Termine sind ab 15,00 Euro entweder online unter tickets.erkrath.de, vor Ort in den Bürgerbüros in Alt-Erkrath und Hochdahl oder im Rathaus in der Abteilung Kultur erhältlich. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren haben freien Eintritt. Etwaige Restkarten sind an der Tageskasse erhältlich. Rückfragen beantwortet die Abteilung Kultur telefonisch unter 0211 2407-4009 sowie per Mail an kultur@erkrath.de. Weitere Informationen zum Jazzsommer sind unter www.erkrath.de/jazzsommer abrufbar.

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