
Am 30. August 2025 lud der ADFC im neanderland (OG Erkrath) gemeinsam mit der Biologischen Station Haus Bürgel und dem Naturschutzzentrum Bruchhausen zu einer Thementour in die Hildener Heide ein.
Der ADFC ist bekannt für seine regelmäßig organisierten Radtouren mit unterschiedlichen Schweregraden. Ende August stand bei einer Thementour mal weniger das Radfahren selbst im Mittelpunkt, vielmehr konnten die Teilnehmer unterwegs wissenswertes über die Wiedervernässung und ökologische Aufwertung von ehemaligen Moor- und Feuchtgebieten in der Hildener Heide erfahren. Fünf Stunden waren für die 15 Kilometer lange Strecke angesetzt. Die Strecke führte über befestigte Waldwege ohne größere Steigerungen. Start-Treffpunkt war der Parkplatz des Naturschutzzentrums Bruchhausen.
Ziel der von Ortsgruppe Erkrath des ADFCs angebotenen Thementour in die Hildener Heide war es Renaturierungsmaßnahmen in Erkrath und Umgebung erfahrbar zu machen. Das Naturschutzzentrum Bruchhausen und die Biologische Station Haus Bürgel haben dafür mit dem ADFC zusammengearbeitet. Vor dem Start gab es einige Infos von Stiftungsvorstand Michael Funcke-Bartz. „Der BRW betreibt in Erkrath in der Nähe der A3 eine Deponie zur Lagerung von Klärschlämmen, die sich in der Nachsorge- bzw. Stilllegungsphase befindet. Auf der Deponie haben sich im Laufe der Jahre Biotope entwickelt, die sowohl schützenswerte Flora als auch Fauna beherbergen. Durch die notwendigen Sanierungsarbeiten werden diese Biotope beansprucht“ erklärte er. Zum Ausgleich dieser Eingriffe in die Natur habe man auf zwei Stiftungsflächen im Bereich der Bruchhauser Feuchtwiesen neuen Lebensraum für den Teichrohrsänger geschaffen, der auch Ersatz für geschütztes Schilfröhricht bietet.
Um 13 Uhr ging es los. Bei zwei kurzen Stopps an der Bruchhauser Straße und am Stücker Weg konnten die Teilnehmer dann gleich selbst sehen, wie sich die Natur auf den beiden für die Wiedervernässung neu gestalteten Flächen entwickelt hat. Weiter ging es per Rad dann zum Wanderparkplatz am Sandberg in der Hildener Heide, wo Moritz Schulze aus dem Team der Biologischen Station Haus Bürgel die Teilnehmer bereits erwartete. Schulze koordiniert die Landschaftspflegearbeiten in der Hildener Heide im Auftrag der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Mettmann. Vom Wanderparkplatz ging es dann zu Fuß über den Sandberg weiter zu zwei Moorbereichen.
Moritz Schulze erläuterte, wie sich Moorgebiete ohne und mit Pflegemaßnahmen entwickeln, ohne gewinnt der Wald schrittweise die Oberhand und verdrängt die feuchte Heide. Entnimmt man jedoch angrenzende Bäume und schafft vegetationsfreie Flächen, kann sich Regenwasser stauen und ein für Moore typischer Lebensraum entwickeln. Man muss schon genauer hinschauen, um die typischen Pflanzen für ein Moorgebiet zu erkennen. So entpuppte sich ein rötliches Vegetationsbüschel erst auf den zweiten Blick als ‚Mittlerer Sonnentau‘, eine fleischfressende Pflanze, die vor Ort schon vom Erfolg der Pflegemaßnahmen zeugt. Moritz Schulze konnte den Teilnehmern anschaulich vermitteln, wie wichtig praktischer Naturschutz ist, auch wenn er aufwändig ist und einen langen Atem erfordert. Es bedarf natürlich auch einer ausreichenden Finanzierung solcher Maßnahmen.
Für viele Teilnehmer, die zum Teil oft mit dem Rad im Kreis Mettmann unterwegs sind, hat die Thementour noch einmal eine neue Tourerfahrung geboten. Darin waren sich die Teilnehmer einig. „Für das kommende Jahr haben wir deshalb schon weitere Thementouren geplant“, verrät Michael Funcke-Bartz vom ADFC. Wer dabei sein möchte, kann sich auf der Website des ADFC Erkrath informieren.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar