
Bereits zum zweiten Mal fand der Markt der Freizeitkünste, mangels Verfügbarkeit des Bürgerhauses, nun in der Realschule Erkrath statt und hat auch in diesem Jahr viele Besucher angelockt.
Das Angebot der Freizeitkünstler lies wenig Wünsche offen und die herzliche Atmosphäre tat ihr Übriges. Wunderschön dekorierte Stände präsentierten allerlei Dinge, die das Herz und das Auge erfreuten. Gutgelaunte Standbetreiber präsentierten ihre liebevoll hergestellten Produkte mit solcher Freude, dass der Funke sofort auf die Besucher übersprang. An jedem Stand gab es etwas Besonderes zu entdecken, filigran, einzigartig, lauter kleine Schätze.
Die offizielle Eröffnung war eine der letzten Amtshandlungen von Regina Wedding als stellvertretende Bürgermeisterin. Nach 26 Jahren hat sie sich nicht erneut zur Wahl gestellt und scheidet damit auch aus dem Rat der Stadt Erkrath aus. Wir haben sie oft bei ihren Einsätzen begleitet. Im letzten Jahr haben wir über ihre – bis dahin – 25 Jahre stellvertretende Bürgermeisterin berichtet. Auch aus unserer Redaktion sagen wir: Danke für den Einsatz über diese lange Zeit. In ihrer Ansprache hob sie noch einmal die Bedeutung und Wichtigkeit des Marktes hervor. „Eine solche Veranstaltung ist ein Aushängeschild für Erkrath und man muss Wert darauflegen, solche Veranstaltungen zu erhalten“, betonte sie.
Hinter der Organisation des Markts für Freizeitkünste steckt ein unschlagbares Mutter-Tochter-Gespann: Gabriele Janich und Felicitas Wewer. Gabriele Janich, die vor 15 Jahren selbst noch Ausstellerin war, hat seit ca. 10 Jahren gemeinsam mit ihrer Tochter die Leitung des Freizeitmarktes übernommen. Und es gibt sogar Hoffnung für die nächste Generation: Man munkelt, dass Felicitas‘ Tochter Pauline irgendwann einmal in ihre Fußstapfen treten wird. Im Gespräch mit der charmanten Gabriele Janich, die uns alle Stände zeigte und Kontakte herstellte, kamen spannende Details ans Licht: Nach dem der Markt unter Corona-Bedingungen 2021 im Bürgerhaus stattfand, musste er 2022 ausfallen. Das war dann auch 2023 der Fall. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine wird das Bürgerhaus wieder für die Unterbringung von Geflüchteten benötigt. Wieder fiel der Markt aus. Umso glücklicher waren alle, als 2024 mit der Realschule Erkrath eine Alternative gefunden wurde. Im vergangenen Jahr waren, begrenzt durch die räumlichen Möglichkeiten, 54 Aussteller dabei. In diesem Jahr waren es nur 49 Aussteller. „Das hat sich aufgrund von Terminproblemen bei einigen so ergeben“, erklärt Janich. Der Markt selbst bleibe ein Erfolgskonzept.



Ausstellerin Claudia Tröger war mit Mann und Tochter aus Düsseldorf angereist. Im Gepäck hatten sie Unmengen von schön anzuschauender Keramik. Auspacken und Aufbau haben mit Hilfe der Familie ganze zwei Stunden gedauert. Für sie war es ‚das erste Mal‘ und sie ließ offen: „Sollte die Veranstaltung ein Erfolg sein werden wir nächstes Jahr wieder teilnehmen.“ Keramik präsentierte auch Franziska Müller aus Zülpich in der Nähe von Köln. Sie zeigte wunderschöne Keramikvasen und Objekte, die sie in Aufbautechnik (ohne Töpferscheibe) hergestellt hat.
Ein ‚alter Bekannter‘ ist indes Michael Nelles aus dem Ahrtal. Der ehemalige Licht- und Akustiktechniker u.a. von der Taikogruppe WADOKYO hatte nach seiner Verrentung zu seinem Hobby gefunden. Angefangen hat es mit der Bitte seiner Tochter eine Kette für sie anzufertigen. Anschließend hat er sich auf die Herstellung von Holzschmuck konzentriert und bietet nun sein Hartholz Schmuckdesign in Erkrath. Aber seine Leidenschaft ist ein reines Hobby geblieben. Sein Stand war wieder einmal eine Augenweide.
Ein Wiedersehen gab es auch mit der Spinnerin Iris Lehrke. Die seit über 30 Jahren Garn spinnt. Bevor sie sich entschlossen hat Schäferin zu werden, hat sie ursprünglich Industriekauffrau gelernt. Von der Tätigkeit als Schäferin fand sie schließlich zum Hobby Garn zu spinnen. Sie war schon sieben Mal im Bürgerhaus beim Markt der Freizeitkünste und ist auch bei den Märkten in der Realschule vertreten. Ursprungsmaterialien für ihr produziertes Garn, so erzählt sie, sind Seide, Rami, Nessel und Baumwolle.

Das Angebot des Kunsthandwerkermarktes war so breit gefächert und vielfältig, dass man es kaum aufzählen kann. Von Keramik, Glas, Holz, Kunststoff über Papier – alles, was man bearbeiten kann, war dabei. Karten mit gestickten, geplotteten oder gemalten Motiven, Vasen, Lampen, Teppiche, Kissen, Decken. Die Sichtung der großen Auswahl machte so manchen Besucher hungrig oder durstig und auch dafür war natürlich wieder vorgesorgt. Der Förderverein der Städt. KITA-Unterfeldhaus hatte sich ums leibliche Wohl gekümmert. Der Erlös daraus fließt in das Projekt „Wir sammeln für den Trommelzauber!“.

Der Markt der Freizeitkünste, der am vergangenen Samstag und Sonntag wieder einmal stattfand, ist eine Bereicherung für Erkrath und so manch einer freut sich sicher jetzt schon auf das kommende Jahr.

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