Lokschuppen: Wenn große und kleine Herzen schlagen

Die handgefertigte Burg ist ein Wunderwerk an Detailgenauigkeit. Foto: Lutz Wulfestieg

Beim Museumstag des Lokschuppen im August stand einmal nicht die Bahn im Vordergrund. Der Lokschuppen hatte sich in ein Spielzeugmuseum verwandelt.

„Alles hat mit einer Schenkung aus dem letzten Jahr angefangen“, erzählte Dr. Ralf Fellenberg, 1. Vorsitzender des Eisenbahn- und Heimatvereins Erkrath-Hochdahl (EHEH). Die Schenkung ist ein Unikat. Eine handgearbeitete Burganlage, in der auch die kleinsten Details bedienbar sind. Etwa die Zugbrücken, der Wassereimer an der Kette in einen Brunnen, eine Schleuder und vieles, vieles mehr. Die komplette, nicht gerade kleine Burg, lässt sich komplett zerlegen und passgenau wieder aufbauen. Die Schenkung stammt aus dem Nachlass von Paulfried Dick, der im Juni 2024 im Alter von 90 Jahren verstarb. Dessen Vater, einst Lehrer, hatte dieses kleine Wunderwerk vor rund 90 Jahren angefertigt. Eigentlich war die Familie von Paulfried Dick schon in der Überlegung die Burg wegzuwerfen, als ein Vereinsmitglied des EHEH darauf aufmerksam wurde und so kam es zu der Schenkung.

„Die zerlegte Burg nun einfach im Lager liegen zu lassen, wäre zu schade gewesen“, erklärte uns Fellenberg. So kam die Idee zu einer Spielzeugausstellung auf. Die Vereinsmitglieder durchstöberten Keller und Dachboden nach alten Schätzchen. Einer, der ganz viele davon in seinem Keller lagern hat, ist Hans-Joachim Fröhlingsdorf und was er da so hervorgezaubert hatte, verriet seine Technikaffinität in der Kindheit. Einiges hat mit „Filmvorführung“ oder „Diaprojektion“ zu tun.

So manch einer ahnt nicht, womit die Großeltern neben Puppen und Kasperletheater einst so gespielt haben. Andere Spielsachen haben es bis in die heutige Zeit geschafft, wie etwa Tipp Kick, das kleine und große Fußballherzen höher schlagen lässt. Wieder andere dürften ähnlich alt sein, wie die handgefertigte Burg. Etwa ein Steinbaukasten. Die kleinen und größeren Schätze, die die Vereinsmitglieder beigesteuert haben, ließen einen guten Blick in die Vergangenheit der Spielzeugwelt zu.

Weil die ausgestellten Sachen natürlich wenig geeignet waren, um kleine Besucher auch damit spielen zu lassen, hatten die Vereinsmitglieder eine „Spiele-Ecke“ eingerichtet, in der Kinder sich dann auch ein wenig beschäftigen konnten. „Vielleicht gibt es ja künftig noch einmal einen solchen Spielzeug-Museumstag“, ließ Fellenberg durchblicken.

Weitere Impressionen aus dem Spielzeug-Museum im Lokschuppen

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